Tag für Tag. Corona-Epidemie in Polen. 14. bis 16. April 2021

image_pdfimage_print

Auf vielseitig geäußerten Wunsch unserer Zuhörer und Leser, setzen wir die laufende Chronik des Corona-Geschehens in Polen fort. Wir wollen turnusmäßig das Wichtigste zusammenfassen und Ihnen so ein Bild der medizinischen, gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Lage im Land vermitteln, ohne dabei den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Ihr RdP.

Den ersten Teil der Corona-Chronik in Polen, vom 20. März bis 20. April 2020, finden Sie hier (bitte klicken)

Den zweiten Teil der Corona-Chronik in Polen, vom 21. April bis 17. Juli 2020, finden Sie hier (bitte klicken) 

Den dritten Teil der Corona-Chronik in Polen, vom 18.Juli bis 03.November 2020, finden Sie hier (bitte klicken)

Den vierten Teil der Corona-Chronik in Polen, vom 04.November 2020 bis 08.Januar 2021, finden Sie hier (bitte klicken)

Den fünften Teil der Corona-Chronik in Polen, vom 09.Januar bis 30.März 2021, finden Sie hier (bitte klicken)

 

Mittwoch, 14. April bis Freitag, 16. April 2021

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 01.02. und dem 16.04.2021. Schwarze Linie – Mittelwert. Rote Linie unten – Mittelwert der Todesfälle. Bitte ggf. vergrößern.

Gesamtzahlen per 13.04.2021 seit Beginn der Epidemie: Infizierte: 2.660.232     Gestorben: 61.208

Am Morgen des 16.04.2021 gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 32.781 Personen in Krankenhäusern behandelt. 348.056 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 2.255.232. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 83.000. Neuinfizierte: 17.847.

Am Mittwoch, dem 14.04.2021 starben 803 Personen, davon 182 an Corona und 621 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Donnerstag, dem 15.04.2021 wurden 682 Corona-Tote gemeldet, davon 175 mit Corona und 507 mit Corona und Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Freitag, dem 16.04.2021 starben 595 Personen, davon 176 an Corona und 419 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Aktuelle Lage

● Die Neuinfektionen gehen deutlich zurück, was ein Blick auf die zu Beginn des Berichts abgebildete Grafik bestätigt. Ursachen dafür sind die seit dem 27.03. geltenden strikten Corona-Beschränkungen und die schnell steigende Zahl der Geimpften.

Vorläufig jedoch kommt dieser Abwärtstrend in den Corona-Krankenhäusern nur sehr zögerlich an. Aber immerhin ist die Zahl der benötigten Betten und Beatmungsgeräte rückläufig. Weiterhin sehr voll sind die Leichenhallen. In diesem Fall ist das Echo der Rekordzahlen an Neuangesteckten aus der Zeit zwischen dem 24.03. und dem 04.04. 2021 immer noch sehr hoch.

Im Einzelnen betrugen die Neuinfizierungen am 14.04. – 21.283, am 15.04. – 21.130 und am 16.04. – 17.847.

Grün: durchgeführte Corona-Tests (linke vertikale Koordinatenachse). Rot: Neuinfizierte (rechte vertikale Koordinatenachse) zwischen dem 04.03. und dem 16.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Belegte Corona-Krankenhausbetten: am 14.04. – 33.906, am 15.04. – 33.253 und am 16.04. – 32.781. Am 16.04.2021 im ganzen Land 13.077 freie Corona-Krankenhausbetten.

Belegte Corona-Krankenhausbetten vom 01.10.2020 bis 16.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Belegte Beatmungsgeräte: Am 14.04. – 3.457, am 15.04. – 3.443 und am 16.04. – 3.425. Am 16.04.2021 gab es im ganzen Land in Corona-Krankenhäusern 1.105 freie Beatmungsgeräte.

Belegte Beatmungsgeräte vom 01.10.2020 bis 16.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl der Toten bleibt konstant hoch, infolge der Rekordwerte bei den Neuinfektionen von vor zwei bis drei Wochen. Am 08.04. fiel mit 954 Toten der bisherige Rekord der Epidemie. Am 09.04.2021 waren es 768, am 10.04. – 749, am 14.04. – 803. Der vorherige Epidemie-Tageshöchststand vom 25.11.2020 betrug 674.

Die aggressive britische Virus-Mutante, die mittlerweile knapp 90 Prozent aller Neuinfektionen verursacht, führt im Augenblick bei 10 bis 12 Prozent aller Corona-Krankenhauspatienten zum Tode. Immer noch werden viele Corona-Kranke zu spät eingeliefert, weil sie zu lange versuchen sich zu Hause selbst zu kurieren. Eine weitverbreitete Erscheinung ist inzwischen, dass ganze Familien auf den Intensivstationen landen.

Immer noch, so die allgemein gehaltenen Angaben des Gesundheitsministeriums, ist die Sterblichkeit der 71 bis 80-Jährigen groß. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Corona-Toten verringert sich jedoch. Größer wird die Quote der 45- bis 69-Jährigen. Typisch für sie ist, dass bei der Einlieferung ins Krankenhaus die Lunge durch das Virus zu 20 bis 50 Prozent von Corona schwer schwer geschädigt ist.

Selten kommt es jetzt zu Geruchs- und Geschmacksstörungen, die früher als die typischen Corona-Symptome galten. Das kennzeichnet die britische Corona-Mutante.

Die seit dem 27.03. geltenden und am 09.04. zusätzlich verschärften Corona-Beschränkungen wurden verlängert und sollen bis zum 25.04.2021 in Kraft bleiben, mit drei Ausnahmen:

Ab dem 19.04. dürfen Kinderkrippen und Kindergärten den erneut Betrieb aufnehmen.

Ebenfalls ab dem 19.04. ist Freizeitsport im Freien sowie in Sportanlagen in Gruppen von bis zu 25 Personen zugelassen.

Hotels hingegen bleiben bis zum 03.05. geschlossen, um so die jedes Jahr Anfang Mai massenhaft stattfindenden Kurzurlaube zu unterbinden. Der 1. Mai und der 3. Mai (Verfassungstag) sind in Polen arbeitsfrei.

Ansonsten gelten bis zum 25.04. weiterhin folgende Beschränkungen:

Kirchen: Zugelassen ist 1 Person pro 20 Quadratmeter.

Handel: Geschlossen bleiben Einkaufsgalerien (in denen jedoch Apotheken, Drogerien, Buchhandlungen und Lebensmittelläden geöffnet sein dürfen) sowie großflächige (über 2.000 Quadratmeter) Möbelhäuser und Baumärkte.

Dienstleistungen: Geschlossen bleiben Schönheitssalons und Friseure. Gaststätten und Cafés.

Erziehung: Schüler der Grundschulklassen 1 bis 3, die bis dahin als einzige Präsenzunterricht hatten, wurden bereits am 20.03. nach Hause geschickt. Die Klassen 4 bis 8 (Grundschulen) und 9 bis 12 (Mittelschulen) haben seit Oktober ausschließlich Online-Unterricht. Die Hochschulen bleiben bereits seit März 2020 geschlossen.

Sport: Geschlossen bleiben Kletterhallen, Stadien, Schwimmhallen, Skipisten, Fitnessstudios.

Die „Beatmungsgeräte-Affäre“ gilt als endgültig entschärft, nachdem am 14.04. die polnische Firma E&K die letzte noch ausstehende Summe von 24,6 Millionen Zloty (ca. 5,5 Millionen Euro) auf das Konto des Gesundheitsministeriums zurücküberwiesen hat.

E&K Firmenlogo.

Im Frühjahr 2020 unterschrieb das Ressort mit E&K einen Vertrag über 200 Millionen Zloty (ca. 45 Millionen Euro) für die Lieferung  von 1.241 Beatmungsgeräten bis Ende Mai 2020. Das Ministerium überwies eine Anzahlung von 154 Millionen Zloty (ca. 34 Millionen Euro). E&K, die eigentlich in Rüstungsbranche tätig ist, lieferte jedoch termingemäß nur 200 Stück. Mehr konnten ihre asiatischen Lieferanten bis zum vereinbarten Termin nicht herstellen.

Daraufhin kündigte das Ministerium den Vertrag. Die Firma zahlte die vorgesehenen Konventionalstrafen, zahlte auch die erste Tranche der Anzahlung in Höhe von 75,6 Millionen Zloty (17 Millionen Euro) zurück. Im Februar 2021, pfändete der Gerichtsvollzieher, auf Betreiben des Ministeriums,  418 Beatmungsgeräte (Stückpreis ca. 26.000 Euro) von E&K auf dem Warschauer Flughafen.

Łukasz Szumowski.

Obwohl die Verpflichtungen von E&K auf diese Weise sukzessive eingelöst wurden, entfesselten polnische oppositionelle Medien im Sommer 2020 eine geradezu hysterische Kampagne und versuchten „den monströsen Korruptionsskandal“ dem kompetenten und damals sehr populären Gesundheitsminister Łukasz Szumowski persönlich anzuhängen. Er hätte von einem Waffenhändler mit Büro in einem Warschauer Hinterhof Beatmungsgeräte gekauft. In diesem Ton berichteten seinerzeit auch deutsche Korrespondenten aus Warschau. Richtigstellungen sind bisher nicht gesichtet worden.

Das geplatzte Geschäft, das keine Affäre war, entstammte der Anfangszeit der Corona-Epidemie. Damals tobte weltweit ein heftiger Kampf verzweifelter Gesundheitspolitiker aller Länder um Schutzmasken und medizinische Geräte. Fantasiepreise wurden gezahlt. Firmen unterschiedlicher Branchen versuchten auf diesen Zug aufzuspringen. Wer es schaffte, konnte traumhaft verdienen. E&K wollte das auch und ist gescheitert.

Seit Beginn der Corona-Vakzination am 27.12.2020 sind bis zum Abend des 16.04.2021 ca. 8,5 Millionen Impfungen durchgeführt worden.

Die erste Dosis bekamen gut 6,2 Millionen Menschen, die zweite knapp 2,3 Millionen.

Ausgeliefert wurden bis jetzt insgesamt etwa 9,0 Millionen Dosen Impfstoff.

Entsorgt wurden (vor allem wegen unsachgemäßer Handhabung) ca. 9.800 Dosen.

Nach Polen geliefert wurden gut 10 Millionen Dosen.

Bei mehr ca. 6.100 Personen traten Nebenwirkungen auf, die sich in 50 Fällen möglicherweise als tödlich erwiesen haben, was jedoch in keinem der Fälle einwandfrei festgestellt werden konnte. Wir haben in der Corona-Chronik vom 23.01. bis 26.01.2021, vom 30.01. bis 02.02.2021 und vom 03.02. bis 05.02.2021 über einige von ihnen berichtet.

Die neueste Statistik der Impf-Nebenwirkungen gab der Sprecher des Gesundheitsministeriums Wojciech Andrusiewicz bekannt.

Mit dem Präparat von AstraZeneca wurden in Polen ca. 1,9 Millionen Menschen geimpft. Bei 3.057 (0,18 Prozent) von ihnen wurden Nebenwirkungen festgestellt. Dabei handelte es sich in 2.708 Fällen um leichte Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle.

Wojciech Andrusiewicz.

Die entsprechenden Werte für Pfizer betragen: 5,8 Millionen Impfungen, davon 2.576 mit Nebenwirkungen von denen 2.078 zu den leichtesten gehören.

Der Impfstoff Moderna: 530.000 Impfungen, 218 Nebenwirkungen, wovon 183 völlig unbedenklich waren.

Bis zum 15.04. sind 42.000 Polizisten mit der ersten Dosis geimpft worden, teilte der Sprecher des Hauptkommandanten der Polizei, Inspektor Mariusz Ciarka mit.

Mariusz Ciarka.

Als erster Polizist bekam der Hauptkommandant der Polizei Jarosław Szymczyk am 24.03.2021 im provisorischen Nationalkrankenhaus im Warschauer Nationalstadion eine Impfung gegen Corona . 

Ende April soll das Impfen bei der Polizei beendet sein, sagte Ciarka.

Die polnische Polizei zählt 99.000 Beamte. Von ihnen sind bis jetzt mehr als 22.000 an Corona erkrankt und 20 gestorben. Die Impfungen sind freiwillig.

„Sollte die polnische Regierung den russischen Impfstoff gegen Corona kaufen?“ Auf diese Frage antworteten 6 Prozent der Befragten mit „auf jeden Fall ja“ und 13 Prozent mit „eher ja“.

„Auf keinen Fall“ antworteten 31 Prozent, während 24 Prozent „eher dagegen“ waren.

26 Prozent hatten keine Meinung.

„Die Ablehnung des Kaufs von Sputnik V ist eindeutig“, so der Kommentar zu diesem Untersuchungsergebnis im Internetportal wPolityce.pl (inderPolitik.pl), das die Befragung beauftragt hat.

Für diese Untersuchung wurden 1.069 Personen repräsentativ ausgewählt und zwischen dem 09.04. und dem 12.04.2021 befragt.

Samstag, 10. April bis Dienstag, 13. April 2013

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 01.02. und dem 13.04.2021. Schwarze Linie – Mittelwert. Rote Linie unten – Mittelwert der Todesfälle. Bitte ggf. vergrößern.

Gesamtzahlen per 13.04.2021 seit Beginn der Epidemie: Infizierte: 2.599.850     Gestorben: 59.126

Am Morgen des 13.04.2021 gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 34.619 Personen in Krankenhäusern behandelt. 367.577 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 2.219.655. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 81.900. Neuinfizierte: 13.227.

Am Samstag, dem 10.04.2021 starben 749 Personen, davon 193 an Corona und 556 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Sonntag, dem 11.04.2021 wurden 245 Corona-Tote gemeldet, davon 74 mit Corona und 171 mit Corona und Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Montag, dem 12.04.2021 starben 61 Personen, davon 15 an Corona und 46 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Dienstag, dem 13.04.2021 sind 644 Personen gestorben, davon 216 an Corona und 428 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Aktuelle Lage

Der Abwärtstrend zeichnet sich weiterhin deutlich ab, was man auf der eingangs abgebildeten Grafik gut sehen kann. Die gerade zu Ende gegangene Sieben-Tage-Welle vom 06.04. bis 12.04. lag mit ihrem Maximum von 25.780 Neuinfizierten deutlich unter den Höchstwerten (35.143 und 35.251) der zwei vorherigen Wellen. Die momentane Sieben-Tage-Welle, die am 13.04. begonnen hat, dürfte noch etwas flacher ausfallen.

Während die Neuinfektionen sinken, kommt, was die Belegung der Krankenhausbetten, der Beatmungsgeräte sowie der Leichenhallen angeht, das Echo der Rekordzahlen von Neuinfizierten aus der Zeit zwischen dem 24.03. und dem 04.04. 2021 nun dort an. Siehe nachfolgende Statistiken.

Im Einzelnen betrugen die Neuinfizierungen am 10.04. – 24.856, am 11.04. – 21.703, am 12.04. – 12.013 und am 13.04. – 13.227.

Grün: durchgeführte Corona-Tests (linke vertikale Koordinatenachse). Rot: Neuinfizierte (rechte vertikale Koordinatenachse) zwischen dem 04.03. und dem 13.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Langzeit-Wochenstatistik der Neuansteckungen, angefangen mit der Woche 31.08.-06.09.2020 (3.954 Fälle) bis zur Woche 04.04.-10.04.2021 (135.490 Fälle). Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl der belegten Corona-Krankenhausbetten und Beatmungsgeräte klettert seit dem 17.02. von Tag zu Tag um einige Dutzend (Beatmungsgeräte) bzw. einige Hundert (Corona-Krankenhausbetten) in noch nie dagewesene Höhen, was man den beiden nachfolgenden Grafiken entnehmen kann.

Belegte Corona-Krankenhausbetten: am 10.04. – 34.167, am 11.04. – 33.460, am 12.04. – 33.990 und am 13.04. – 34.619. Dennoch gab es am 13.04.2021 im ganzen Land 11.107 freie Corona-Krankenhausbetten.

Flächendeckend werden ständig neue Corona-Betten eingerichtet. Statistisch gesehen, halten sich die Behörden an ihre eigene Vorgabe: Stets übersteigt die Gesamtzahl der Corona-Krankenhausbetten die Zahl der Corona-Krankenhauspatienten um einige Tausend. Stationäre und provisorische (30 an der Zahl mit gut 8.000 Betten) Krankenhäuser stoßen jedoch schon seit etwa einer Woche an ihre Kapazitätsgrenzen. Knapp ist das medizinische Personal. Es gibt Engpässe, mancherorts Wartezeiten bei der Aufnahme, Patienten müssen an einigen Orten und Tagen in weit entfernte Krankenhäuser gebracht werden.

Generell jedoch funktioniert das System, auch wenn es hier und da einmal ächzt. Alle Patienten werden versorgt, nirgendwo muss entschieden werden, ob jemand behandelt wird oder, mangels Kapazitäten, dem Tod überlassen werden muss. Von einem Zusammenbruch des Gesundheitswesens oder gar einem unkontrollierten Massensterben (von dem bereits in deutschen Medien berichtet wurde) kann im Augenblick keine Rede sein.

Belegte Corona-Krankenhausbetten vom 01.10.2020 bis 13.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Belegte Beatmungsgeräte: Am 10.04. – 3.373, am 11.04. – 3.459, am 12.04. – 3.483 und am 13.04. – 3.513. Am 13.04.2021 gab es im ganzen Land in Corona-Krankenhäusern 937 freie Beatmungsgeräte.

Belegte Beatmungsgeräte vom 01.10.2020 bis 13.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl der Toten steigt um etwa zehn bis vierzehn Tage zeitverstetzt, infolge der Rekordwerte bei den Neuinfektionen. Am 08.04. fiel mit 954 Toten der bisherige Rekord der Epidemie. Am 09.04.2021 waren es 768, am 10.04. – 749. Damit wurde der bisherige Epidemie-Tageshöchststand vom 25.11.2020 mit 674 Verstorbenen gleich drei Mal nacheinander überboten.

Die aggressive britische Virus-Mutante, die mittlerweile knapp 90 Prozent aller Neuinfektionen verursacht, führt im Augenblick bei 10 bis 12 Prozent aller Corona-Krankenhauspatienten zum Tode. Immer noch werden viele Corona-Kranke zu spät eingeliefert, weil sie zu lange versuchen sich selbst zu kurieren. Eine weitverbreitete Erscheinung ist inzwischen, dass ganze Familien auf den Intensivstationen landen.

Fazit: Ein Abwärtstrend bei den Neuinfektionen zeichnet sich zwar ab, aber die volle Wucht der Seuche schlägt sich jetzt, zeitversetzt, in den Krankenhaus-Patientenzahlen und den Todesstatistiken nieder.

Langzeit-Wochenstatistik der Corona-Todesfälle, angefangen mit der Woche 31.08.-06.09.2020 (81 Fälle) bis zur Woche 04.04.-10.04.2021 (3.478 Fälle). Bitte ggf. vergrößern.

Seit Beginn der Corona-Vakzination am 27.12.2020 sind bis zum Abend des 13.04.2021 ca. 7,8 Millionen Impfungen durchgeführt worden.

Die erste Dosis bekamen gut 5,6 Millionen Menschen, die zweite knapp 2,2 Millionen.

Ausgeliefert wurden bis jetzt insgesamt etwa 8,8 Millionen Dosen Impfstoff.

Entsorgt wurden (vor allem wegen unsachgemäßer Handhabung) ca. 8.700 Dosen.

Nach Polen geliefert wurden knapp 10 Millionen Dosen.

Bei mehr ca. 6.000 Personen traten Nebenwirkungen auf, die sich in 50 Fällen möglicherweise als tödlich erwiesen haben, was jedoch in keinem der Fälle einwandfrei festgestellt werden konnte. Wir haben in der Corona-Chronik vom 23.01. bis 26.01.2021, vom 30.01. bis 02.02.2021 und vom 03.02. bis 05.02.2021 über einige von ihnen berichtet.

„Wir haben zu wenige gesicherte Angaben, um den russischen Impfstoff Sputnik V zuzulassen“, sagte Grzegorz Cessak, der Chef der polnischen Arzeneimittelbehörde im Gespräch mit dem privaten TV-Nachrichtensender TVN24.

Cessak verwies auf die Slowakei, die Sputnik V bestellt hat. Die slowakische Arzneimittelbehörde stellte fest, dass die Qualität der gelieferten Impfstoff-Charge deutlich von der im Februar 2021 in der renommierten britischen Wissenschafts-Zeitschrift „The Lancet“ beschriebenen abwich.

Grzegorz Cessak.

„Die Russen haben erste Untersuchungsergebnisse ihres Impfstoffs der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) übergeben. Wir müssen abwarten, was am Ende der Überprüfung bei der EMA herauskommt“, sagte Cessak.

In Polen sind die ersten 120.000 Dosen des Einmalimpfstoffs Johnson & Johnson eingetroffen. Die Behörden wollen ihn in erster Linie den mobilen Teams zu Verfügung stellen, die ältere und behinderte Menschen in ihren Wohnungen impfen. Die Teams sollen zu diesen Patienten nicht zweimal fahren müssen.

„Diese Angaben belegen, wie gut die Impfstoffe wirken“, sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski, als er die neueste Statistik vorstellte.

Adam Niedzielski.

Von den 5,6 Millionen Menschen, die in Polen mit der ersten Dosis geimpft wurden, sind nur 51.000 an Corona erkrankt. Die Infizierung erfolgte bis zu 14 Tage nach der Vakzination. „Das heißt, dass schon die erste Dosis zu 99 Prozent einen wirksamen Schutz vor Corona bietet“, so Niedzielski.

Łukasz Szumowski (links auf dem Bild).

Prof. Łukasz Szumowski, der im August 2020 zurückgetretene Gesundheitsminisiter, der selbst eine Corona-Erkrankung hinter sich hat, steht seit einiger Zeit mehrere Male in der Woche an der ersten Front der Corona-Bekämpfung. Wie erst jetzt bekannt wurde leistet Szumowski freiwillige Schichten im provisorischen Nationalen Krankenhaus im Warschauer Nationalstadion. Im Augenblick werden dort knapp 300 Patienten behandelt.

Szumowski ist Herzspezialist und arbeitet am Kardiologischen Institut im Warschauer Stadtteil Anin.

„Haben Sie sich bereits oder wollen Sie sich für die Corona-Impfung regsitrieren?“ Auf diese Frage antworteten 55 Prozent der Befragten mit „Ja“ und 45 Prozent mit „Nein“. „Skepsis und Zurückhaltung sind immer noch weit verbreitet‘, so der Kommentar zu diesem Untersuchungsergebnis im Internetportal wPolityce.pl (inderPolitik.pl), das die Befragung bestellt hat.

Für diese Untersuchung wurden 1.074 Personen repräsentativ ausgewählt und zwischen dem 02.04. und dem 05.04.2021 befragt.

Mittwoch, 7. April bis Freitag, 9. April 2021

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 01.02. und dem 09.04.2021. Schwarze Linie – Mittelwert. Rote Linie unten – Mittelwert der Todesfälle. Bitte ggf. vergrößern.

Gesamtzahlen per 09.04.2021 seit Beginn der Epidemie: Infizierte: 2.528.006       Gestorben: 57.427

Am Morgen des 09.04.2021 gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 34.550 Personen in Krankenhäusern behandelt. 439.436 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 2.107.776. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 107.300. Neuinfizierte: 28.487.

Am Mittwoch, dem 07.04.2021 starben 638 Personen, davon 158 an Corona und 480 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Donnerstag, dem 08.04.2021 wurden 954 Corona-Tote gemeldet, davon 241 mit Corona und 713 mit Corona und Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Freitag, dem 09.04.2021 starben 768 Personen, davon 212 an Corona und 556 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Aktuelle Lage

Der Abwärtstrend zeichnet sich deutlich ab, auch im Verlauf der momentanen Sieben-Tage-Welle, die am 05.04. begonnen hat. Die Neuinfiziertenzahlen gehen zurück, bewegen sich jedoch weiterhin auf sehr hohem Niveau von bis zu 29.000 Erkrankungen pro Tag.

Es bleibt bis spätestens 20.04. abzuwarten, wie sich die Osterfeiertage in der Statistik niederschlagen werden. Leider hat ein Teil der Bevölkerung die offiziellen Appelle und Warnungen, nur im Kreis der Personen des eigenen Haushaltes gemeinsam das Osterfest zu feiern, in den Wind geschlagen

Im Einzelnen betrugen die Neuinfektionen am 07.04. – 14.910, am 08.04. – 27.887 und am 09.04. – 28.487.

Grün: durchgeführte Corona-Tests (linke vertikale Koordinatenachse). Rot: Neuinfizierte (rechte vertikale Koordinatenachse) zwischen dem 04.03. und dem 09.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Zahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner in den Woiwodschaften/Provinzen seit Beginn der Corona-Epidemie bis zum 09.04.2021. Ganz oben auf der Liste: (Ober)Schlesien (1.233), Niederschlesien (1.093) und Großpolen (1.079). Die wenigsten Infektionen gab es in: Ermland-Masuren (658), Lublin (564) und Podlachien (464). Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl der belegten Corona-Krankenhausbetten und Beatmungsgeräte steigt seit dem 17.02. weiterhin von Tag zu Tag um einige Dutzend (Beatmungsgeräte) bzw. einige Hundert (Corona-Krankenhausbetten) an. Mittlerweile, was man den beiden nachfolgenden Grafiken entnehmen kann, haben sie die Rekordwerte vom November 2020 weit hinter sich gelassen.

Belegte Corona-Krankenhausbetten: am 07.04. – 34.691, am 08.04. – 34.864 und am 09.04. – 34.550. Obwohl das neue Rekordwerte sind, gab es am 09.04.2021 im ganzen Land 10.580 freie Corona-Krankenhausbetten.

Flächendeckend werden ständig neue Corona-Betten eingerichtet. Statistisch gesehen, halten sich die Behörden an ihre eigene Vorgabe: Stets übersteigt die Gesamtzahl der Corona-Krankenhausbetten die Zahl der Corona-Krankenhauspatienten um einige Tausend. Stationäre und provisorische (30 an der Zahl mit gut 8.000 Betten) Krankenhäuser stoßen jedoch schon seit etwa einer Woche an ihre Kapazitätsgrenzen. Knapp ist das medizinische Personal. Es gibt Engpässe, mancherorts Wartezeiten bei der Aufnahme, Patienten müssen an einigen Orten und Tagen in weitentfernte Krankenhäuser gebracht werden.

Generell jedoch funktioniert das System, auch wenn es hier und da einmal ächzt. Alle Patienten werden versorgt, nirgendwo muss entschieden werden, ob jemand behandelt wird oder, mangels Kapazitäten, dem Tod überlassen werden muss. Von einem Zusammenbruch des Gesundheitswesens oder gar einem unkontrollierten Massensterben (von dem bereits in deutschen Medien berichtet wurde) kann im Augenblick keine Rede sein.

Belegte Corona-Krankenhausbetten vom 01.10.2020 bis 09.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Belegte Beatmungsgeräte: Am 07.04. – 3.342, am 08.04. – 3.362 und am 09.04. – 3.376. Am 09.04.2021 gab es im ganzen Land in Corona-Krankenhäusern 950 freie Beatmungsgeräte.

Belegte Beatmungsgeräte vom 01.10.2020 bis 09.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl der Toten steigt um etwa zehn bis vierzehn Tage zeitverstetzt, infolge der Rekordwerte bei den Neuinfektionen. Am 08.04. fiel mit 954 Toten der bisherige Rekord der Epidemie. Am 09.04.2021 waren es 768. Damit wurde der bisherige Epidemie-Tageshöchststand vom 25.11.2020 mit 674 Verstorbenen gleich zwei Mal nacheinander überboten.

Die Behörden weisen jedoch darauf hin, dass die Rekordzahl von 954 Verstorbenen vom 08.04. auf etwa 100 Todesfälle von Karfreitag, dem 02.04., und jeweils 130 Todesfälle vom Karsamstag, dem 03.04. und Ostersonntag, dem 04.04.2021 zurückzuführen sind. Genauso wie an den normalen Wochenenden, wurden in der Osterzeit erheblich weniger Corona-Tests durchgeführt. Viele Daten, so auch die Zahl der Verstorbenen, wurden zwar erfasst, aber erst am ersten Arbeistag nach Ostern weitergegeben.

Fazit: Die dritte Epidemiewelle hat inzwischen Rekordhöhen erreicht. Ein Abwärtstrend bei den Neuinfektionen zeichnet sich zwar ab, aber die volle Wucht der Seuche schlägt sich jetzt, zeitversetzt, in den Krankenhaus-Patientenzahlen und den Todesstatistiken nieder.

Zahl der Verstorbenen pro 100.000 Einwohner in den Woiwodschaften/Provinzen seit Beginn der Corona-Epidemie bis zum 09.04.2021. Ganz oben auf der Liste: Kujawien-Pommern (19,26), Vorkarpaten (18,01) und Heiligenkreuz (17,99). Die weingsten Toten zu beklagen hatten: Masowien (12,17), Podlachien (11,29) und Westpommern (8,73). Bitte ggf. vergrößern.

Die vom 27.03. bis ursprünglich zum 09.04.2021 geltenden zusätzlichen Corona-Beschränkungen sollen bis zum 18.04. aufrechterhalten bleiben, so die Verlautbarung der Regierung vom 07.04. Zwar gehen die Zahlen der Neuinfektionen zurück, aber sie sind weiterhin sehr hoch. Vor allem jedoch, müsse man auf die Krankenhäuser Rücksicht nehmen, die an der Grenze der Belastbarkeit arbeiten. Folgende Bestimmungen bleiben also vorerst in Kraft:

Kirchen: Zugelassen ist 1 Person pro 20 Quadratmeter

Handel: Geschlossen bleiben Einkaufsgalerien (in denen jedoch Apotheken, Drogerien, Buchhandlungen und Lebensmittelläden geöffnet bleiben dürfen) sowie großflächige (über 2.000 Quadratmeter) Möbelhäuser und Baumärkte.

Dienstleistungen: Geschlossen bleiben Schönheitssalons und Friseure. Gaststätten, Cafés und Hotels ruhen schon seit Längerem.

Erziehung: Geschlossen bleiben Kindergärten und Kinderkrippen. Für Schüler der Grundschulklassen 1 bis 3, endete bereits am 20.03. erneut der ein Paar Wochen zuvor für diese Altersklasse wieder eingeführte Präsenzunterricht. Das bleibt auch so.  Die Klassen 4 bis 8 (Grundschulen) und 9 bis 12 (Mittelschulen) haben seit Oktober ausschließlich Online-Unterricht. Die Hochschulen bleiben bereits seit März 2020 geschlossen.

Sport: Geschlossen bleiben Tennisplätze und Kletterhallen, Stadien, Hallenbäder, Skipisten und Fitnessstudios.

Am 09.04. hat sich in Warschau der Kabinettsrat versammelt, um die Epidemielage zu besprechen.

Der Kabinettsrat ist eine Sitzung der Regierung, die der Staatspräsident einberuft und leitet. Die Verfassung (Art. 141) gibt ihm dieses Recht, von dem er uneingeschränkt Gebrauch machen kann. In der Praxis finden solche Sitzungen selten statt, und zwar meistens dann, wenn es der Öffentlichkeit zu signalisieren gilt, dass das Staatsoberhaupt sich des Ernstes einer Lage bewusst ist, den Überblick behält und hinter der Regierung steht. Anders als der Ministerrat, hat der Kabinettsrat keinerlei Kompetenzen irgendwelche Maßnahmen in die Wege zu leiten.

Nach der Sitzung trat Staatspräsident Andrzej Duda vor die Medien.

Dudas Thesen:

Auf meine Frage nach der Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitswesens in Anbetracht schnell steigender Corona-Patientenzahlen wurde mir mitgeteilt, dass im Augenblick ca. 10.000 freie Corona-Krankenhausbetten und knapp 1.000 freie Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen. Weitere 7.000 Corona-Betten können bei Bedarf eingerichtet werden. Ihre Gesamtzahl würde dann 52.000 betragen. Zudem befinden sich weitere 1.000 Beatmungsgeräte in Reserve, sodass wir im Augenblick auf eine Gesamtzahl von ca. 5.500 Beatmungsgeräten kommen.

Der Bedarf an Sauerstoff betrug auf dem Gipfel der zweiten Epidemie-Welle im November 2021 ca. 300 Tonnen pro Tag. Jetzt werden am Tag 600 Tonnen verbraucht. Ein regelmäßiger Nachschub ist, zum Teil mit Hilfe von Armeefahrzeugen, landesweit gewährleistet.

Ein riesiger Dank gilt dem medizinischen Personal. Es arbeitet unermüdlich. Dank ihnen gibt es keine nicht versorgten Corona-Patienten.

In Anbetracht der hohen Corona-Sterberate kann ich nur noch einmal an alle appellieren, die ersten Symptome der Krankheit ernst zu nehmen. Eine zu späte Einlieferung ins Krankenhaus, weil man glaubt mit, Corona selbst fertig zu werden, ist die Hauptursache für die vielen Todesfälle der letzten Zeit.

Auf Bitten der Regierung habe ich mich an den Verhandlungen mit China über den Kauf des Corona-Impfstoffs beteiligt. Als vor einiger Zeit die mit der EU ausgehandelten Impstoff-Lieferungen ins Stocken gerieten, hat die Regierung Kontakt mit den Chinesen aufgenommen. Es stellte sich heraus, dass, wie es in China oftmals der Fall ist, zum Abschluss eines Vertrages ein Gespräch auf höchster politischer Ebene erforderlich ist. Ich habe daraufhin um ein Telefongespräch mit Staatspräsident Xi Jinping nachgesucht. Das hat die Verhandlungen beschleunigt.

Die chinesischen Partner haben uns ein Angebot unterbreitet. Die Erhöhung der Lieferungen im Rahmen des EU-Impfstoff-Arrangements hat die Regierung dann aber doch dazu veranlasst das chinsesische Angebot dankend abzulehnen.

Ich habe mich vor einigen Tagen mit Vertretern des Apothekerwesens getroffen, um mir ein Bild von den Vorbereitungen zu machen, bevor ab Mitte Mai Corona-Impfungen auch in Apotheken vorgenommen werden können. Bei der heutigen Sitzung hat man mir versichert, dass alle juristischen und administrativen Regelungen die dazu erforderlich sind, bereits in die Wege geleitet wurden.

Hochschul- und Bildungsminister Przemysław Czarnek hat während der Sitzung mir gegenüber versichert, dass das gesamte Schulwesen schon bald den Wechselunterricht aufnehmen wird, d.h. der elektronische Fernunterricht wird sich mit dem Präsenzunterricht abwechseln. Die Abiturprüfungen, allerdings nur in schriftlicher Form, und die Abschlussprüfungen der Achtklässler in den Grundschulen werden zu den vorgesehenen Terminen stattfinden.

Die wirtschaftliche Lage gibt Grund zum Optimismus. Unsere Arbeitslosigkeit ist die niedrigste in der ganzen EU. Unser Exportüberschuss ist von 1 Milliarde Euro im Jahr 2019 auf 12 Milliarden Euro in 2020 angestiegen. Man hat mir heute versichert, dass die staatliche Unterstützung für die durch die Corona-Epidemie besonders hart getroffenen Branchen weiterhin aufrechterhalten wird.

Der bisher jüngste polnische Corona-Patient ist am 07.04. im Krankenhaus von Grudziądz/Graundenz gestorben. Der 15-jährige Junge litt an schweren Vorerkrankungen und wurde knapp zwei Wochen lang künstlich beatmet. 

Seit Beginn der Impfungen am 27.12.2020 sind bis zum Abend des 09.04.2021 knapp 7,3 Millionen Impfungen durchgeführt worden.

Die erste Dosis bekamen gut 5,1 Millionen Menschen, die zweite knapp 2,1 Millionen.

Ausgeliefert wurden bis jetzt insgesamt etwa 7,8 Millionen Dosen Impfstoff.

Entsorgt wurden (vor allem wegen unsachgemäßer Handhabung) knapp 7.800 Dosen.

Nach Polen geliefert wurden knapp 9 Millionen Dosen.

Bei mehr als 5.600 Personen traten Nebenwirkungen auf, die sich in 35 Fällen möglicherweise als tödlich erwiesen haben, was jedoch in keinem der Fälle einwandfrei festgestellt werden konnte. Wir haben in der Corona-Chronik vom 23.01. bis 26.01.2021, vom 30.01. bis 02.02.2021 und vom 03.02. bis 05.02.2021 über einige von ihnen berichtet.

Michał Dworczyk.

„Polen hat einen der niedrigsten Impfstoff-Entsorgungskoeffizienten in ganz Europa“, sagte Michał Dworczyk, Leiter der Kanzlei des Ministerpräsidenten und oberster staatlicher Corona-Maßnahmen-Aufseher. „Entsorgt wird in etwa eine Impfdose von Tausend.“

Dworczyk reagierte damit auf die Behauptung des Zeitung „Rzeczpospolita“ („Republik“). Das Blatt berichtete am 09.04. von einem hohen Anteil von Impfdosen, die durch Fehlbehandlung nicht zur Anwendung kommen, ohne jedoch konkrete Zahlen und Fakten zu nennen.

„Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Zahl der bei uns entsorgten Impfdosen sehr gering, und das möchte ich sehr deutlich unterstreichen“, so Dworczyk.

Samstag, 3. April bis Dienstag, 6. April 2021

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 01.02. und dem 06.04.2021. Schwarze Linie – Mittelwert. Rote Linie unten – Mittelwert der Todesfälle. Bitte ggf. vergrößern.

Gesamtzahlen per 06.04.2021 seit Beginn der Epidemie: Infizierte: 2.456.577     Gestorben: 55.065

Am Morgen des 06.04.2021 gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 33.544 Personen in Krankenhäusern behandelt. 394.422 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 2.036.577. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 44.900. Neuinfizierte: 8.254.

Am Samstag, dem 03.04.2021 starben 573 Personen, davon 145 an Corona und 428 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Sonntag, dem 04.04.2021 wurden 204 Corona-Tote gemeldet, davon 50 mit Corona und 154 mit Corona und Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Montag, dem 05.04.2021 starben 64 Personen, davon 19 an Corona und 45 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Dienstag, dem 06.04.2021 sind 60 Personen gestorben, davon 28 an Corona und 32 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Aktuelle Lage

Die in der letzten Corona-Chronik in Polen gestellte Frage, was wohl der kleine Knick nach unten am Ende der schwarzen Linie des Mittelwertes der Neuinfizierten vom 01.04. auf den 02.04., auf der am Anfang der Berichtes abgebildeten Graphik verheißt, kann jetzt beantwortet werden. Es handelte sich um einen Vorboten des Abwärtstrends bei der aktuellen Sieben-Tage-Welle.

Doch kann sich die Statistik als trügerisch erweisen. Die drei letzten Säulen weisen die Angaben vom Karsamstag, Ostersonntag und Ostermontag aus, an denen, wie auch an den normalen Wochenenden, erheblich weniger Tests durchgeführt und viele Daten zwar erfasst, aber nicht weitergegeben werden. In der nächsten Corona-Chronik wissen wir mehr.

Im Einzelnen betrugen die Neuinfektionen am 03.04. – 28.073, am 04.04. – 22.947, am 05.04. – 9.902 und am 06.04. – 8.254.

Grün: durchgeführte Corona-Tests (linke vertikale Koordinatenachse). Rot: Neuinfizierte (rechte vertikale Koordinatenachse) zwischen dem 04.03. und dem 06.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Langzeit-Wochenstatistik der Neuansteckungen, angefangen mit der Woche 31.08.-06.09.2020 (3.954 Fälle) bis zur Woche 29.03.-03.04.2021 (187.526 Fälle). Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl der belegten Corona-Krankenhausbetten und Beatmungsgeräte steigt seit dem 17.02. weiterhin von Tag zu Tag um einige Dutzend (Beatmungsgeräte) bzw. einige Hundert (Corona-Krankenhausbetten) an. Mittlerweile, was man den beiden nachfolgenden Grafiken entnehmen kann, haben sie die Rekordwerte vom November 2020 weit hinter sich gelassen.

Belegte Corona-Krankenhausbetten: am 03.04. – 32.260, am 04.04. – 31.927, am 05.04. – 32.656 und am 06.04. – 33.544. Obwohl das neue Rekordwerte sind, gab es am 06.04.2021 im ganzen Land 10.522 freie Corona-Krankenhausbetten.

Flächendeckend werden ständig neue Corona-Betten eingerichtet. Statistisch gesehen, halten sich die Behörden an ihre eigene Vorgabe: Stets übersteigt die Gesamtzahl der Corona-Krankenhausbetten die Zahl der Corona-Krankenhauspatienten um einige Tausend. Stationäre und provisorische (30 an der Zahl mit gut 8.000 Betten) Krankenhäuser stoßen jedoch schon seit etwa einer Woche an ihre Kapazitätsgrenzen. Knapp ist das medizinische Personal. Es gibt Engpässe, mancherorts Wartezeiten bei der Aufnahme, Patienten müssen an einigen Orten und Tagen in weitentfernte Krankenhäuser gebracht werden.

Generell jedoch funktioniert das System, auch wenn es hier und da einmal ächzt. Alle Patienten werden versorgt, nirgendwo muss entschieden werden, ob jemand behandelt wird oder, mangels Kapazitäten, dem Tod überlassen werden muss. Von einem Zusammenbruch des Gesundheitswesens oder gar einem unkontrollierten Massensterben (von dem bereits in deutschen Medien berichtet wurde) kann im Augenblick keine Rede sein.

Belegte Corona-Krankenhausbetten vom 01.10.2020 bis 06.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

●Belegte Beatmungsgeräte: Am 03.04. – 3.209, am 04.04. – 3.143, am 05.04. – 3.269 und am 06.04. – 3.315. Am 06.04.2021 gab es im ganzen Land in Corona-Krankenhäusern 930 freie Beatmungsgeräte.

Belegte Beatmungsgeräte vom 01.10.2020 bis 06.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl der Toten bewegt sich infolge der vermehrten Erkrankungen auf hohem Niveau und hat inzwischen den traurigen diesjährigen Rekord vom 11.02. mit 456 Verstorbenen deutlich überschritten. Der bisherige Epidemie-Tagesrekord fiel am 25.11.2020 mit 674 Verstorbenen und bleibt (noch) ungebrochen, aber die jetzige, dritte Epidemie-Welle nähert sich ihm in großen Schritten. Am 01.04. betrug die Zahl der Toten bereits 621.

Die Ursache der hohen Sterblichkeit bleibt unverändert. Ein Teil der Erkrankten will sich nicht testen lassen, tut die ersten Symptome als Erkältung ab, versucht sich mit Hausmitteln zu kurieren. Immer mehr Kranke behelfen sich zu Hause mit Sauerstoffkonzentratoren, was sich bei Corona als wirkungslos erweist. Erst 3 bis 4 Wochen nach der Ansteckung, wenn akute Symptome auftreten, wird der Notdienst gerufen. Für viele ist es dann schon zu spät.

Eine neue Erscheinung ist, dass sich unter den Toten die Zahl derjenigen, die älter als 70 sind, verringert hat. Das sei auf die Impfungen zurückzuführen. Etwas höher falle die Zahl der Verstorbenen in der Altersgruppe der 40- bis 70-Jährigen aus, ließ das Gesundheitsministerium am 08.03. verlautbaren, ohne konkrete Zahlen vorzulegen.

Fazit: Die dritte Epidemiewelle hat inzwischen Rekordhöhen erreicht. Ein Abwärtstrend zeichnet sich ab. Ob er wirklich eintreten wird, ist jedoch noch nicht sicher.

● Langzeit-Wochenstatistik der Corona-Todesfälle, angefangen mit der Woche 31.08.-06.09.2020 (81 Fälle) bis zur Woche 29.03.-03.04.2021 (3.055 Fälle). Bitte ggf. vergrößern.

„Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen, aber heute würde ich manches anders artikulieren. Dafür möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen, in der Hoffnung, dass diese Geste der Versöhnung uns in den kommenden schwierigen Wochen begleiten wird“, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki in seiner Osteransprache auf Facebook.

Mateusz Morawiecki.

Zum zweiten Mal werden wir das Osterfest im Schatten der Pandemie verbringen. Wir befinden uns am schwierigsten Punkt des Kampfes gegen das Corona-Virus. (…) Die zurückliegenden zwölf Monate lehrten uns Demut. Auch mich. Die Wirklichkeit der Epidemie erwies sich viele Male als komplizierter als meine Erwartungen. Im Kampf gegen die Epidemie gab und gibt es keine einfachen Lösungen“, so der Regierungschef.

„Unsere Regierung übernimmt die Verantwortung für alle ihre Entscheidungen. Für die, die uns vor der ersten Epidemie-Welle gut geschützt haben. Für die Bereitstellung von mehr als 200 Milliarden Zloty (ca. 44 Milliarden Euro – Anm. RdP), die unsere Wirtschaft vor dem Zusammenbruch bewahrten und 6,5 Millionen Arbeitsplätze retteten. Wir entziehen uns aber ebenso wenig der Verantwortung für Maßnahmen, die sich als falsch erwiesen haben“.

Mit den besten Osterwünschen verband der Ministerpräsident die Bitte das Fest im kleinen Rahmen mit den im selben Haushalt lebenden Familienmitgliedern zu verbringen. (…) Nur wenn wir gemeinsam besonnen handeln werden wir das zurückerlangen, was uns die Epidemie genommen hat: Sicherheit, Gelassenheit und Freiheit.“

Die Ostertage verliefen in ganz Polen ohne besondere Vorkommnisse, dennoch hatte die Polizei alle Hände voll zu tun, das ging aus dem Bericht des Sprechers des Hauptkommandanten der Polizei, Inspektor Mariusz Ciarka vor den Medien hervor.

Zwischen Karsamstag und Ostermontag haben Polizisten ca. 12.500 Strafzettel je 500 Zloty (ca. 110 Euro) wegen des Nichttragens einer Schutzmaske ausgestellt. Knapp 8.000 Personen wurden belehrt. Gegen ca. 1.600 Personen wurden Strafanträge bei Gerichten eingereicht.

Die Polizei

Mariusz Ciarka.

kontrollierte knapp 1.000 öffentliche Verkehrsmittel auf Einhaltung der Schutzmaßnahmen, dazu knapp 16.000 Geschäfte und etwa 600 Orte, an denen normalerweise Hochzeitsgesellschaften und Tanzveranstaltungen organisiert werden, die jetzt nicht erlaubt sind. Überprüft wurden an den drei Tagen ebenfalls ca. 1.400 Hotels und Pensionen, knapp 3.000 Restaurants sowie etwa 3.000 Fitnesscenter, Krafträume u. ä., die alle geschlossen bleiben müssen. Gegen ca. 1.600 Personen wurden wegen nicht Einhaltung des Öffnungsverbots Strafanträge bei Gerichten eingereicht.

Seit Beginn der Impfungen am 27.12.2020 sind bis zum Abend des 06.04.2021 knapp 6,7 Millionen Impfungen durchgeführt worden.

Die erste Dosis bekamen ca. 4,6 Millionen Menschen, die zweite gut 2 Millionen.

Ausgeliefert wurden bis jetzt insgesamt etwa 7,8 Millionen Dosen Impfstoff.

Entsorgt wurden (vor allem wegen unsachgemäßer Handhabung) knapp 7.800 Dosen.

Nach Polen geliefert wurden knapp 9 Millionen Dosen.

Bei mehr als 5.600 Personen traten Nebenwirkungen auf, die sich in 35 Fällen möglicherweise als tödlich erwiesen haben, was jedoch in keinem der Fälle einwandfrei festgestellt werden konnte. Wir haben in der Corona-Chronik vom 23.01. bis 26.01.2021, vom 30.01. bis 02.02.2021 und vom 03.02. bis 05.02.2021 über einige von ihnen berichtet.

„Wir bleiben dabei AstraZeneca weiterhin zu verwenden“, sagte Michał Dworczyk, Leiter der Kanzlei des Ministerpräsidenten und oberster staatlicher Corona-Maßnahmen-Aufseher. Das war seine Antwort auf die Frage, ob Polen der jüngsten Empfehlung der deutschen Ständigen Impfkommission folgen werde.

Michał Dworczyk.

Die Stiko rät dazu, das AstraZeneca-Vakzin nicht mehr an Menschen unter 60 Jahren zu verimpfen. Wer jünger ist und bereits die erste Impfung mit AstraZeneca erhalten hat, soll mit der zweiten Impfung ein Vakzin von BioNTech/Pfizer oder Moderna bekommen.

Dworczyk sagte dazu, dass die polnischen Behörden sich auf Empfehlungen und Gutachten von Fachleuten und Institutionen stützen, die dazu berufen sind Medikamente zu überprüfen. Keine von ihnen hat bis jetzt in Polen Bedenken oder Einwände gegen den Impfstoff von AstraZeneca erhoben. Dasselbe gilt für die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA).

„Wir bleiben wachsam, aber angesichts der gerade erwähnten Umstände erachten wir es als nicht notwendig Maßnahmen zu ergreifen“, so Dworczyk.

Mittwoch, 31. März bis Freitag, 2. April 2021

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 01.02. und dem 02.04.2021. Schwarze Linie – Mittelwert. Rote Linie unten – Mittelwert der Todesfälle. Bitte ggf. vergrößern.

Gesamtzahlen per 02.04.2021 seit Beginn der Epidemie: Infizierte: 2.387.511        Gestorben: 54.165

Am Morgen des 02.04.2021 gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 30.546 Personen in Krankenhäusern behandelt. 478.914 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 1.911.249. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 109.400. Neuinfizierte: 30.546.

Am Mittwoch, dem 31.03.2021 starben 461 Personen, davon 100 an Corona und 361 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Donnerstag, dem 01.04.2021 wurden 621 Corona-Tote gemeldet, davon 130 mit Corona und 491 mit Corona und Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Freitag, dem 02.04.2021 starben 497 Personen, davon 145 an Corona und 352 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Aktuelle Lage

Was verheißt der kleine Knick nach unten am Ende der schwarzen Linie des Mittelwertes der Neuinfizierten auf der am Anfang des Berichtes abgebildeten Graphik? Ist es nur eine Eintagsfliege, die den dramatischen Höhenflug nicht weiter beeinflussen wird? Ist es der Vorbote einer Stabilisierung der Sieben-Tage-Wellen auf hohem Niveau? Oder kündigt sich so der Abwärtstrend an? Die Antwort werden die nächsten Tage bringen.

Im Einzelnen betrugen die Neuinfizierungen am 31.03. – 32.874, am 01.04. – 35.521 – das ist der neue Corona-Epidemie-Rekord in Polen und am 02.04. – 30.546.

Grün: durchgeführte Corona-Tests (linke vertikale Koordinatenachse). Rot: Neuinfizierte (rechte vertikale Koordinatenachse) zwischen dem 04.03. und 02.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl der belegten Corona-Krankenhausbetten und Beatmungsgeräte steigt seit dem 17.02. weiterhin von Tag zu Tag um einige Dutzend (Beatmungsgeräte) bzw. einige Hundert (Corona-Krankenhausbetten) an.

Belegte Corona-Krankenhausbetten: am 31.03. – 31.311, am 01.04.. – 31.811 und am 02.04. – 31.955. Obwohl das Rekordwerte sind, gab es am 02.04.2021 im ganzen Land 10.422 freie Corona-Krankenhausbetten.

Flächendeckend werden ständig neue Corona-Betten eingerichtet. Statistisch gesehen, halten sich die Behörden an ihre eigene Vorgabe: Stets übersteigt die Gesamtzahl der Corona-Krankenhausbetten die Zahl der Corona-Krankenhauspatienten um einige Tausend. Stationäre und provisorische (30 an der Zahl mit gut 8.000 Betten) Krankenhäuser stoßen jedoch schon seit etwa einer Woche an ihre Kapazitätsgrenzen. Knapp ist das medizinische Personal. Es gibt Engpässe, mancherorts Wartezeiten bei der Aufnahme, Patienten müssen an einigen Orten und Tagen in weitentfernte Krankenhäuser gebracht werden.

Generell jedoch funktioniert das System, auch wenn es hier und da einmal ächzt. Alle Patienten werden versorgt, nirgendwo muss entschieden werden, ob jemand behandelt wird oder, mangels Kapazitäten, dem Tod überlassen werden muss. Von einem Zusammenbruch des Gesundheitswesens oder gar einem unkontrollierten Massensterben (von dem in deutschen Medien bereits berichtet wurde) kann im Augenblick keine Rede sein.

Belegte Corona-Krankenhausbetten vom 01.10.2020 bis 02.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Belegte Beatmungsgeräte: Am 31.03 – 3.093, am 01.04. – 3.143 und am 02.04. – 3.157. Am 02.04.2021 gab es im ganzen Land in Corona-Krankenhäusern 1.000 freie Beatmungsgeräte.

Belegte Beatmungsgeräte vom 01.10.2020 bis 02.04.2021. Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl der Toten bewegt sich infolge der vermehrten Erkrankungen auf hohem Niveau und hat inzwischen den traurigen diesjährigen Rekord vom 11.02. mit 456 Verstorbenen deutlich überschritten. Der bisherige Epidemie-Tagesrekord fiel am 25.11.2020 mit 674 Verstorbenen und bleibt (noch) ungebrochen, aber die jetzige, dritte Epidemie-Welle nähert sich ihm in großen Schritten. Am 01.04. betrug die Zahl der Toten bereits 621.

Die Ursache der hohen Sterblichkeit bleibt unverändert. Ein Teil der Erkrankten will sich nicht testen lassen, tut die ersten Symptome als Erkältung ab, versucht sich mit Hausmitteln zu kurieren. Immer mehr Kranke behelfen sich zu Hause mit Sauerstoffkonzentratoren, was sich bei Corona als wirkungslos erweist. Erst 3 bis 4 Wochen nach der Ansteckung, wenn akute Symptome auftreten, wird der Notdienst gerufen. Für viele ist es dann schon zu spät.

Eine neue Erscheinung ist, dass sich unter den Toten die Zahl derjenigen, die älter als 70 sind, verringert hat. Das sei auf die Impfungen zurückzuführen. Etwas höher falle die Zahl der Verstorbenen in der Altersgruppe der 40- bis 70-Jährigen aus, ließ das Gesundheitsministerium am 08.03. verlautbaren, ohne konkrete Zahlen vorzulegen.

Fazit: Die dritte Epidemiewelle hat inzwischen Rekordhöhen erreicht. Ein weiterer Anstieg ist zu befürchten.

♦ Zwischen 25 und 33 Prozent der polnischen Bevölkerung haben sich bisher mit dem Corona-Virus angesteckt, so die Schätzungen der Wissenschaftler vom Fachübergreifenden Zentrum für Mathematische Modellerstellung der Universität Warschau (ICM UW).

Polen zählt ca. 38 Millionen Einwohner. Laut den offiziellen Angaben sind bis jetzt ca. 2,4 Millionen (6,3 Prozent) an Corona erkrankt. Glaubt man den mathematischen Modellen der Warschauer Wissenschaftler, haben sich in Wirklichkeit zwischen 9,5 und 12,5 Millionen Polen infiziert, von denen viele es nicht bemerkt haben.

Mediziner, die an Corona gestorben sind. Das Gesundheitsministerium hat am 02.04.2021 die neuesten Zahlen veröffentlicht. In Klammern die Zuwächse seit dem 04.03.2020, als die letzte derartige Statistik bekanntgegeben wurde (siehe unseren Corona-Bericht vom 03. bis 05.03.2021).

Das Coronavirus hat 138 (+32) Allgemeinärzte, 16 (+2) Zahnärzte, 16 (+9) Rettungssanitäter, 4 (+0) Feldschere, 19 (+13) Hebammen, 131 (+53) Krankenschwestern, 12 (+7) Apotheker und 2 (+2) Labormitarbeiter seit Ausbruch der Epidemie das Leben gekostet.

Mit Corona infiziert haben sich insgesamt 23.095 (+602) Ärzte, 1.994 (+115) Labormitarbeiter, 59.012 (+1.952) Krankenschwestern, 5.833 (+345) Hebammen, 4.213 (+896) Rettungssanitäter, 2.403 (+151) Zahnärzte, 36 (+15) Feldschere und 2.903 (+367) Apotheker.

Die Armee wird mit ihren Fahrzeugen helfen, Corona-Krankenhäuser und Corona-Stationen mit Sauerstoff zu beliefern, das kündigte Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak an. Hilfe ist erforderlich, weil die Rekordzahl von ca. 32.000 Corona-Krankenhauspatienten, die in der nächsten Zeit noch ansteigen dürfte, private Sauerstoff-Lieferdienste vor schwer zu bewältigende Aufgaben stellt.

Mariusz Błaszczak.

In Poznań mussten kürzlich 12 Corona-Kranke umgehend in ein anderes Krankenhaus verlegt werden, weil zuständige Mitarbeiter Sauerstoff zu spät bestellt hatten. Zwei von ihnen wurde daraufhin fristlos gekündigt.

Die Armee unterstützt das zivile Gesundheitswesen seit Beginn der Epidemie. Soldaten nehmen pro Tag bis zu 20.000 Corona-Tests vor, helfen in 600 stationären und 19 provisorischen Krankenhäusern sowie 100 Sanitätsinspektoraten aus. 700 Soldaten unterstützen die Polizei bei der Überprüfung der Einhaltung von  häuslicher Quarantäne.

Einen Teil der provisorischen Krankenhäuser wollen wir später in Corona-Reha-Zentren umwandeln, das kündigte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki an. Im Augenblick haben im ganzen Land 30 solche Krankenhäuser mit ca. 8.000 Betten ihre Funktion aufgenommen. Sie sind voll ausgelastet. In einigen werden zudem Impfungen vorgenommen.

Schon heute ist der Bedarf an Corona-Reha-Maßnahmen sehr groß und er wird sich nach der Eindämmung der Epidemie noch jahrelang bemerkbar machen. Nur durch das Umfunktionieren der heutigen provisorischen Krankenhäuser in Reha-Zentren können wir dieser Aufgabe gerecht werden, so Morawiecki.

Seit Beginn der Impfungen am 27.12.2020 sind bis zum Abend des 02.04.2021 knapp 6,5 Millionen Impfungen durchgeführt worden.

Die erste Dosis bekamen ca. 4,4 Millionen Menschen, die zweite gut 2 Millionen.

Ausgeliefert wurden bis jetzt insgesamt etwa 7,1 Millionen Dosen Impfstoff.

Entsorgt wurden (vor allem wegen unsachgemäßer Handhabung) knapp 7.700 Dosen.

Nach Polen geliefert wurden ca. 8 Millionen Dosen.

Bei mehr als 5.500 Personen traten Nebenwirkungen auf, die sich in 35 Fällen möglicherweise als tödlich erwiesen haben, was jedoch in keinem der Fälle einwandfrei festgestellt werden konnte. Wir haben in der Corona-Chronik vom 23.01. bis 26.01.2021, vom 30.01. bis 02.02.2021 und vom 03.02. bis 05.02.2021 über einige von ihnen berichtet.

Am 01.04. haben etwa 60.000 Personen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren, elektronisch übermittelt, Impftermine für denselben oder den folgenden Tag bekommen. Es war kein Aprilscherz, sondern eine Störung der elektronischen Impftermin-Vergabe. Eigentlich sollten diese Personen ab Mitte Mai das erste Mal geimpft werden.

Michał Dworczyk, Leiter der Kanzlei des Ministerpräsidenten und oberster staatlicher Corona-Maßnahmen-Aufseher, stellte klar, dass man sich vertan habe und entschuldigte sich bei den Betroffenen. Sie werden in Kürze die korrekten Termine bekommen. Insgesamt haben seit Januar dieses Jahres 350.000 Personen in der Altersgruppe 40-49 Jahre Internet-Anmeldeformulare ausgefüllt und warten auf einen Impftermin.

Michał Dworczyk.

Die Opposition sprach von einem Desaster und  forderte den sofortigen Rücktritt Dworczyks. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, dem Dworczyk sein Amt zur Verfügung stellte, lehnte diese Forderung unter Hinweis auf Dworczyks „bisherige exzellente Arbeit“ als „völlig überzogen“ ab.

Ein Impfen à la carte wird es nicht geben, so die Antwort Michał Dworczyks auf die Frage eines Journalisten, ob es denn denkbar sei, dass man Patienten ihren Impfstoff auswählen lassen könnte.

Alle drei Impfstoffe: BioNTech-Pfizer, Moderna und AstraZeneca wurden gründlich durch die polnischen Zulasungsbehõrden und die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) geprüft. Alle sind in gleichem Maße sicher und es liegen, abgesehen von nicht offiziellen Bedenken, keinerlei behördlich geäußerte Zweifel oder gar negative Empfehlungen vor.

Es steht jedem frei, das Impfen mit einem von diesen drei Impfstoffen abzulehnen. Sollte er es sich hinterher doch anders überlegt haben, hat er jederzeit die Möglichkeit, sich für die Impfung erneut anzumelden.