Tag Für Tag. Corona-Epidemie in Polen. 29. Juli bis 31. Juli 2020

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Auf vielseitig geäußerten Wunsch unserer Zuhörer und Leser, setzen wir die laufende Chronik des Corona-Geschehens in Polen fort. Wir wollen turnusmäßig das Wichtigste zusammenfassen und Ihnen so ein Bild der medizinischen, gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Lage im Land vermitteln, ohne dabei den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Ihr RdP.

Den ersten Teil der Corona-Chronik in Polen, vom 20. März bis 20. April 2020, finden Sie hier (bitte klicken)

Den zweiten Teil der Corona-Chronik in Polen, vom 21. April bis 17. Juli 2020, finden Sie hier (bitte klicken) 

Die zunächst tägliche Berichterstattung haben wir, beginnend mit dem 23. Juni 2020, in Anbetracht einer fortschreitenden Normalisierung der Lage, auf zweimal wöchentlich, jeweils am Dienstag sowie am Freitag, umgestellt.

Mittwoch, 29. Juli bis Freitag, 31. Juli 2020

Infizierte: 45.689     Gestorben: 1.716

Am Morgen des 31.07. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.778 Personen in Krankenhäusern behandelt. 97.189 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 33.987. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 35.100. Neuinfizierte: 657.

Am Mittwoch, dem 29.07. starben zwölf Personen.

In Wrocław/Breslau: drei Männer: 75, 69, 63 Jahre. In Radom – Mittelpolen: zwei Männer – 90, 71 Jahre. In Poznań: zwei Männer – 73, 56 Jahre. In Radomsko – Mittelpolen: ein Mann – 72 Jahre. In Łódź/Lodsch: ein Mann – 33 Jahre. In Białystok: ein Mann – 76 Jahre. In Płock – Mittelpolen: ein Mann – 76 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: ein Mann – 67 Jahre. R.I.P.

Am Donnerstag, dem 30.07. wurden fünfzehn Corona-Tote gemeldet.

In Kraków/Krakau: fünf Männer – 91, 88, 87, 68, 62 Jahre und eine Frau – 80 Jahre. In Nowy Sącz/Neu Sandez – Südostpolen: eine Frau – 59 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: eine Frau – 82 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 83 Jahre. In Radom – Mittelpolen: eine Frau – 81 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 90 Jahre. In Grajewo – Nordostpolen: ein Mann – 79 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: ein Mann – 64 Jahre. In Zielona Góra/Grünberg: eine Frau – 81 Jahre. In Poznań: eine Frau – 72 Jahre. R.I.P.

Am Freitag, dem 31.07. starben sieben Menschen.

In Kraków/Krakau: eine Frau – 79 Jahre und zwei Männer – 59, 59 Jahre. In Radom – Mittelpolen: eine Frau – 83 Jahre und ein Mann – 70 Jahre. In Wschowa/Fraustadt Westpolen: eine Frau – 91 Jahre. In Siedlce Ostpolen: ein Mann – 80 Jahre. R.I.P.

Die Zahl der Neuansteckungen ist weiterhin im Anstieg begriffen. Während des in der heutigen „Corona-Chronik in Polen“ besprochenen Zeitraums waren es: am 29.07. – 512 Fälle, am 30.07. – 615 und am 31.07. – 657 Fälle. Nachfolgend die wichtigsten Kommentare, Stellungnahmen und Ankündigungen, die in den letzten drei Tagen angesichts der Lage gemacht wurden.

Im Polnischen Rundfunk sagte am 30.07. der Sprecher des Gesundheitsministeriums Wojciech Andrusiewicz, dass es die größten Corona-Herde weiterhin in Großbetrieben gibt. Darunter sind Steinkohlebergwerke, Möbelfabriken, Schlachthöfe. Um die Herde zu isolieren, werden an solchen Orten in großem Umfang Vorsorgetests (Screenings) durchgeführt, auch bei Familienmitgliedern und Nachbarn am Wohnort.

Wojciech Andrusiewicz.

Generell ist in der nächsten Zeit mit einem Anstieg der Neuansteckungen zu rechnen, weil mittlerweile in Polen pro Tag bis zu 30.000 Corona-Tests durchgeführt werden. Je mehr Tests, umso mehr Treffer.

Die größeren Corona-Herde beschränken sich auf die Woiwodschaften/Provinzen (Ober)Schlesien, Kleinpolen (mit Kraków/Krakau) und Masowien (mit Warschau). Zum Glück kann man in der Hälfte der 16 polnischen Woiwodschaften die täglichen Neuinfizierungen an den Fingern einer Hand abzählen.

Um die Gefahr der Corona-Einschleppung aus dem Ausland zu vermindern, wurden am 29.07. die Flugverbindungen nach Montenegro und Luxemburg vorläufig eingestellt, so Andrusiewicz.

Am 30.07. trat Regierungssprecher Piotr Müller vor die Medien.

Der Krisenstab der Regierung sei am Morgen zusammengetreten. Gesprächsthema waren verschiedene Varianten der Verschärfung von Anti-Corona-Maßnahmen, sollte die Zahl der Neuinfizierungen weiterhin steigen.

Piotr Müller.

Einen generellen Lockdown, wie im März und April, soll es nicht geben. Gedacht sei vielmehr, an regionale Einschränkungen auf der Ebene der Landkreise. In Frage kämen heute etwa 20 der insgesamt 314 Landkreisen, dort gibt es im Augenblick erhöhte Erkrankungszahlen.

Man erwägt auch die 14-tägige Quarantäne für Heimkehrer aus dem Ausland wieder einzuführen, aber nur aus Ländern, in denen die Zahl der Neuerkrankungen drastisch zugenommen hat.

Man habe ebenfalls über Anti-Corona-Vorkehrungen im Schul- und Hochschulwesen gesprochen. Richtlinien werden bis Mitte August veröffentlicht. Man sei entschlossen, die seit Mitte März geschlossenen Schulen (am 01.09.) und Hochschulen (am 01.10.) zu öffnen.

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki zeigte sich am 31.07. vor den Medien besorgt über den Leichtsinn eines Teils, vor allem junger Menschen, die die Anti-Corona-Maßnahmen ignorieren.

Mateusz Morawiecki.

„Distanz halten, Mundschutz in geschlossenen öffentlichen Räumen tragen, so oft es geht Hände waschen. Wer diese drei Gebote missachtet lebt gefährlich und gefährdet andere. Noch bitten wir darum, aber wenn das nicht bald hilft, werden wir strenge Kontrollen einführen und die vorgesehenen Geldstrafen rigoros einfordern.“

Sanitätsämter in ganz Polen haben Geldstrafen in Höhe von 21,5 Millionen Zloty (aktuell ca. 4,9 Millionen Euro) verhängt, seitdem am 23.03. der Epidemie-Zustand ausgerufen wurde.

Bestraft wurden bisher 4.478 Personen. Davon haben bislang 1.156 Widerspruch eingelegt. In 917 Fällen habe die übergeordnete Behörde die Strafen aufgehoben. Zwei Personen gingen gegen negative Bescheide dieser Behörde vor Gericht. Eine von ihnen bekam Recht. Das gab heute das Büro der Staatlichen Sanitäts-Generalinspektion in Warschau bekannt.

Die Staatliche Sanitätsinspektion (Państwowa Inspekcja Sanitarna), allgemein Sanepid genannt, ist für die Hygiene- und Epidemieüberwachung zuständig. Staatliche Inspektoren leiten Sanitätsämter auf Landkreis-, Woiwodschafts (Provinz)- und gesamtstaatlicher Ebene (der Generalinspektor). Sie haben im Epidemie-Zustand sehr weitreichende Vollmachten erhalten. So dürfen sie u. a. Zuwiderhandlungen gegen Epidemiemaßnahmen mit Geldbußen zwischen 5.000 (aktuell gut 1.100 Euro) und 30.000 Zloty (aktuell etwa 6.800 Euro) bestrafen.

Staatliche Sanitätsinspektion. Emblem.

Bis jetzt sind bei den Sanitätsämtern weitere knapp 15.000 Anträge der Polizei aufgrund von Verstößen eingegangen. Meistens handelt es sich dabei um die Nichteinhaltung der Quarantänevorschriften. Die Gesundheitsämter der Landkreise haben bisher knapp 3.000 von ihnen stattgegeben und Geldbußen verhängt. Der Rest der Anträge wartet noch auf Bearbeitung.

Die Bestraften haben die Möglichkeit, Einspruch bei den Gesundheitsämtern der zuständigen Woiwodschaft und beim Generalinspektor in Warschau einzulegen. Wird die Geldbuße beibehalten, kann der Betroffene dagegen Klage beim Verwaltungsgericht einreichen. Bezahlen muss er erst, wenn die Entscheidung einer der Instanzen rechtskräftig geworden ist, da die Epidemievorschriften eine sofortige Vollstreckbarkeit nicht vorsehen.

Donnerstag, 23. Juli bis Dienstag, 28. Juli 2020

Infizierte: 43.904   Gestorben: 1.682

Am Morgen des 28.07. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.655 Personen in Krankenhäusern behandelt. 94.200 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 33.043. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 22.600. Neuinfizierte: 502.

Am Donnerstag, dem 23.07. starben neun Personen.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Männer – 65, 37 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 77 Jahre und ein Mann – 63 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 76 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: ein Mann – 75 Jahre. In Zawiercie – Oberschlesien: eine Frau – 78 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: ein Mann – 83 Jahre. In Wschowa/Fraustadt – Westpolen: ein Mann – 80 Jahre. R.I.P.

Am Freitag, dem 24.07. wurden vier Corona-Tote gemeldet.

In Wschowa/Fraustadt – Westpolen: zwei Frauen – 81, 53 Jahre. In Zielona Góra/Grünberg: ein Mann – 83 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 67 Jahre. R.I.P.

Am Samstag, dem 25.07. starben neun Menschen. 

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: zwei Männer – 71, 62 Jahre. In Kraków/Krakau: eine Frau – 78 Jahre und ein Mann – 70 Jahre. In Zielona Góra/Grünberg: ein Mann – 69 Jahre. In Grajewo – Nordostpolen: ein Mann – 90 Jahre. In Białystok: eine Frau – 89 Jahre. In Poznań: ein Mann – 71 Jahre. In Częstochowa/Tschenstochau: eine Frau – 94 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 26. 07. starben sieben Personen.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 80 Jahre und ein Mann – 61 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: ein Mann – 86 Jahre. In Konin – Mittelpolen: ein Mann – 75 Jahre. In Kraków/Krakau: ein Mann – 84 Jahre. In Grobla – Südostpolen: eine Frau – 76 Jahre. In Radom – Mittelpolen: eine Frau – 93 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 27.07. wurden fünf Corona-Tote gemeldet.

In Konin – Mittelpolen: eine Frau – 77 Jahre. In Poznań: ein Mann – 86 Jahre. In Kraków/Krakau: ein Mann – 90 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: ein Mann – 57 Jahre. In Gorzów Wielkopolski/Landsberg a. d. Warthe: ein Mann – 90 Jahre. R.I.P.

Am Dienstag, dem 28.07. starben sechs Personen.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 38 Jahre und ein Mann – 85 Jahre. In Kraków/Krakau: ein Mann – 83 Jahre. In Knurów/Knurow – Oberschlesien: eine Frau – 80 Jahre. In Grajewo – Nordostpolen: ein Mann – 66 Jahre. In Poznań: ein Mann – 67 Jahre. R.I.P.

Die Zahl der Neuansteckungen steigt wieder. In dem in der heutigen „Corona-Chronik in Polen“ besprochenen Zeitraum war der Anstieg erheblich. 23.07. 418 Fälle. 24.07. – 458. 25.07. – 584. 26.07 – 433. 28.07. – 502 Fälle.

Neuinfizierungen in Polen zwischen dem 01.06. und dem 28.07.2020 (bitte ggf. vergrößern).

Für Polens bekanntesten Virologen, Prof. Włodzimierz Gut, stehen die Ursachen eindeutig fest. Es ist die um sich greifende Sorglosigkeit. Zu viele Hochzeits- und andere Feiern, bei denen die Corona-Vorsichtsmaßnahmen nicht eingehalten werden. Zu viele Menschen, die den Mundschutz falsch oder überhaupt nicht tragen. Nichteinhaltung des Mindestabstandes in der Öffentlichkeit, Verzicht auf regelmäßiges Händewaschen.

Prof. Włodzimierz Gut.

Noch sei die Situation nicht alarmierend. Man müsse abwarten, ob es sich um einzelne „Ausreißer“ oder um einen anhaltenden Wachstumstrend bei den Neuerkrankungen handelt. Bleibt es aber auf längere Zeit bei 500 bis 600 oder mehr Erkrankungen pro Tag, müssen manche Lockerungen zurückgenommen werden, so Prof. Gut.

Ein nicht geringer Teil der gestiegenen Zahl von Neuerkrankungen entfällt wieder auf den oberschlesischen Steinkohlebergbau, wo seit etwa zwei bis drei Wochen die Neuerkrankungen eingedämmt zu sein schienen. Inzwischen sind jedoch abermals knapp 780 Bergleute mit dem Coronavirus infiziert. Bei 98 Prozent von ihnen verläuft die Krankheit ohne Symptome. Alle oberschlesischen Bergwerke arbeiten normal.

Woiwodschaft (Ober)Schlesien

Die Woiwodschaft (Ober)Schlesien verzeichnet seit dem Beginn der Epidemie die meisten Corona-Fälle. In der gut 4,5 Millionen Einwohner zählenden Provinz mit einer Bevölkerungsdichte von ca. 370 Menschen pro Quadratkilometer (Polen insgesamt: 123 Personen pro Quadratkilometer) sind bis jetzt knapp 15.500 Personen an Corona erkrankt, von denen 387 verstarben.

Die Quarantänebilanz der Polizei seit Beginn der Epidemie zog der Sprecher der Hauptkommandantur der Polizei Mariusz Ciarka vor den Medien.

Mariusz Ciarka .

Bei gut 2,5 Millionen Streifengängen haben die Beamten bis jetzt rund 11 Millionen Menschen während der in Polen vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne in ihren Wohnungen kontrolliert. Mit 854 fiel die Zahl der gravierenden Verstöße, die eine Anzeige nach sich zogen, überraschend gering aus.

Jeden Tag nehmen zwischen 17.000 und 20.000 Polizisten Quarantänekontrollen vor. Seit Beginn der Epidemie sind 270 Polizisten an Corona erkrankt, von denen 233 inzwischen wieder gesund sind. In Quarantäne befinden sich zurzeit 240 Beamte.

Ultras von Cracovia Kraków ehrten Gesundheitsminister Łukasz Szumowski. Zu der ungewöhnlichen Würdigung kam es am 24.07. in Lublin, wo das Endspiel um den polnischen Fußballpokal zwischen Cracovia Kraków und Lech Poznań ausgetragen wurde.

Ultras und ihre Darstellung in Lublin.

Die Cracovia-Ultras entrollten ein riesiges Banner mit dem Konterfei des Ministers und darunter ein Band mit dem Spruch: „Der Gesundheitsminister erinnert an die Pflicht, Mund und Nase bedeckt zu halten“. Anschließend entzündeten sie bengalische Feuer.

Das Spiel vor nur 3.500 Zuschauern, die entsprechend den Corona-Bestimmungen ins Stadion durften, endete mit einem 3 : 2 für Cracovia, die zum ersten Mal seit 1926 polnischer Pokalsieger wurde.

Samstag, 18. Juli bis Mittwoch, 22. Juli 2020

Infizierte: 41.162   Gestorben: 1.642

Am Morgen des 22.07. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.644 Personen in Krankenhäusern behandelt. 90.961 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 31.139. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 25.500. Neuinfizierte: 380.

Am Samstag, dem 18.07. starben sechs Personen.

In Radom – Mittelpolen: drei Männer – 86, 85, 65 Jahre. In Gdańsk/Danzig: eine Frau – 74 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: ein Mann – 67 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: eine Frau – 86 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 19.07. wurden sechs Corona-Tote gemeldet.

In Tychy/Tichau – Oberschlesien: vier Männer – 87, 83, 82, 59 Jahre. In Warschau: ein Mann – 55 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 91 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 20.07. starben vier Menschen.

In Kraków/Krakau: zwei Frauen – 86, 83 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: ein Mann – 80 Jahre. In Spytajny/Spitteynen – Nordostpolen: eine Frau – 85 Jahre. R.I.P.

Am Dienstag, dem 21. 07. starben neun Personen.

In Tychy/Tichau – Oberschlesien: zwei Frauen – 86, 81 Jahre. In Siedlce – Ostpolen: zwei Frauen – 87, 81 Jahre. In Radom – Mittelpolen: eine Frau – 49 Jahre und ein Mann – 56 Jahre. In Tomaszów Mazowiecki – Mittelpolen: ein Mann – 89 Jahre. In Łódź/Lodsch: eine Frau – 88 Jahre. In Warschau: eine Frau – 86 Jahre. R.I.P.

Am Mittwoch, dem 22.07. wurden sechs Corona-Tote gemeldet.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 69 Jahre und zwei Männer – 80, 75 Jahre. In Poznań: eine Frau – 88 Jahre. In Gorzów Wielkopolski/Landsberg a. d. Warthe: eine Frau – 88 Jahre. In Warschau: ein Mann – 69 Jahre. R.I.P.

Ab dem 21.07. sind weitere Lockerungen der Anti-Corona-Bestimmungen in Kraft getreten

Der Sicherheitsabstand in geschlossenen Räumen wurde von 2 auf 1,5 Meter reduziert. Es gilt weiterhin die Maskenpflicht, auch in öffentlichen Nahverkehrsmitteln und in der Bahn.

Die Teilnehmerdichte bei Messen, Ausstellungen, Konferenzen, offiziellen Treffen wurde von 4 auf 2,5 Quadratmeter pro Person verringert.

In Fußball- und Speedwaystadien dürfen statt 25 jetzt 50 Prozent der Zuschauerplätze belegt werden.

Bei Sportveranstaltungen in geschlossenen Räumen dürfen maximal 300 Zuschauer anwesend sein.

In Kinos, Veranstaltungsräumen, Freilichttheatern, bei Konzerten im Freien muss das Publikum nicht mehr schachbrettartig platziert werden. Es reicht, wenn jeder zweite Platz nicht belegt ist.

Wie viele Polen sind an Corona erkrankt, ohne jegliche Symptome aufzuweisen? Diese Frage wollen die Wissenschaftler vom Institut für Bioorganische Chemie der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Poznań beantworten.

Gut 1.000 Freiwillige aus der Bevölkerung und 300 Mitarbeiter des Instituts, die sich zur Verfügung gestellt haben, sollen dem Corona-Test unterzogen werden. Diese Teilnehmerzahl gilt als ausreichend. Noch mehr Tests, so ein Sprecher des Instituts, verringern nicht den statistischen Fehler, mit dem jede Untersuchung dieser Art behaftet ist. Das Testen soll nicht länger als 3 Wochen in Anspruch nehmen.

Im April haben die Wissenschaftler desselben Instituts den ersten polnischen Corona-Test entwickelt. Bis jetzt wurden davon etwa 500.000 Stück hergestellt. Der Test, der umgerechnet etwa 10 Euro kostet, war damals deutlich billiger als die ausländischen Fabrikate, auf die das polnische Gesundheitswesen bis dahin angewiesen war. Wir haben darüber am 10.04. berichtet.

Das erste Urteil wegen Verstoßes gegen die Quarantäneauflagen wurde gefällt. Das Amtsgericht in Białystok verurteilte einen Mann zu einem Jahre Freiheitsentzug auf Bewährung.

Der 60-Jährige befand sich im April, nach seiner Rückkehr aus Deutschland, in häuslicher Quarantäne. Bis zum 13.06. musste jeder, der aus dem Ausland nach Polen einreiste, eine 14-tägige häusliche Quarantäne absolvieren. Die Einhaltung wurde und wird weiterhin von der Polizei durch Hausbesuche oder eine spezielle App überprüft.

Der Mann ging einkaufen und erzählte im Laden von seiner Situation. Eine herbeigerufene Polizeistreife nahm seine Personalien auf.

In den nächsten Wochen und Monaten dürfte es viele weitere Urteile dieser Art geben. Allein die Polizei hat in ganz Polen etwa 2.000 Strafanträge wegen Nichtbeachtung der Quarantänevorschriften an die Gerichte weitergeleitet.