Tag für Tag. Corona-Epidemie in Polen. 21. April bis 17. Juli 2020

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Auf vielseitig geäußerten Wunsch unserer Zuhörer und Leser, setzen wir die laufende Chronik des Corona-Geschehens in Polen fort. Wir wollen jeweils am Abend das Wichtigste vom Tage zusammenfassen und Ihnen so ein Bild der medizinischen, gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Lage im Land vermitteln, ohne dabei den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Ihr RdP.

Den ersten Teil der Corona-Chronik in Polen, vom 20. März bis 20. April 2020, finden Sie hier (bitte klicken).

Die Fortsetzung der Corona=Chronik in Polen ab dem 18.Juli 2020, finden Sie hier (bille klicken).

Die zunächst tägliche Berichterstattung haben wir, beginnend mit dem 23. Juni 2020, in Anbetracht einer fortschreitenden Normalisierung der Lage, auf zweimal wöchentlich, jeweils am Dienstag sowie am Freitag, umgestellt.

Mittwoch, 15. Juli bis Freitag, 17. Juli 2020

Infizierte: 39.407 Gestorben: 1.612

Am Morgen des 17.07. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.604 Personen in Krankenhäusern behandelt. 86.073 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 29.505. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 26.200. Neuinfizierte: 353.

Am Mittwoch, dem 15.07. starben sechs Personen.

In Wrocław/Breslau: zwei Männer – 95, 69 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 79 Jahre. In Kraków/Krakau: ein Mann – 80 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 78 Jahre. In Wschowa/Fraustadt – Westpolen: eine Frau – 91 Jahre. R.I.P.

Am Donnerstag, dem 16.07. wurden elf Corona-Tote gemeldet.

In Radom – Mittelpolen: eine Frau – 81 Jahre und vier Männer – 91, 84, 83, 71 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 63 Jahre und ein Mann – 70 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 75 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: ein Mann – 80 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 76 Jahre. In Chorzów/Königshütte – Oberschlesien: ein Mann – 71 Jahre. R.I.P.

Am Freitag, dem 17.07. starben acht Menschen.

In Poznań: eine Frau – 89 Jahre und zwei Männer – 82, 54 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien:eine Frau – 75 Jahre. In Siedlce – Ostpolen: eine Frau – 89 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: ein Mann – 66 Jahre. In Radomsko – Mittelpolen: ein Mann – 89 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: ein Mann – 79 Jahre. R.I.P.

Das Gesundheitsminsterium hat die neueste, vergleichende Statistik über die Corona-Sterblichkeit je 1 Million Einwohner in Europa bis 15.07.2020 veröffentlicht.

Belgien – 844, Großbritannien – 660, Spanien – 608, Italien – 578, Schweden – 548, Frankreich – 460, Deutschland – 109, Rumänien – 99, Österreich – 79, Ungarn – 62, POLEN – 42, Tschechien – 33, Litauen – 29, Kroatien – 29, Griechenland – 19.

Erste Beratungsstelle für Corona-Genesene in Polen wurde in Rzeszów, in Südostpolen eröffnet. Sie ist an das örtliche Klinische Krankenhaus angegliedert.

30 Personen sind dort bereits zu Untersuchungen angemeldet. In der ganzen Karpaten-Woiwodschaft gibt es inzwischen knapp 500 geheilte Corona-Patienten, die, wenn sie einwilligen, alle von der Nachsorge in Rzeszów erfasst werden sollen.

Die Beratungsstelle verfügt über alle notwendigen Geräte, vor allem zur Durchführung von Lungenfunktionstests und Röntgenuntersuchungen der Lunge, die durch das Coronavirus besonders stark angegriffen wird. Die Einrichtung soll medizinische Forschungen über die Corona-Folgen ermöglichen und Medizinstudenten für Praktika offenstehen.

Ähnliche Corona-Nachsorgeeinrichtungen, so das Gesundheitsministerium, soll es bald in jeder der 16 polnischen Woiwodschaften/Provinzen geben.

Der Infektionsherd-Charakter, den die Corona-Epidemie in Polen angenommen hat, zeigt wie gefährlich auch dieser sein kann. Besonders gefährdet sind unverändert Alters- und Pflegeheime.

Das erlebt gerade das Priester-Altersheim in Radom. Zwischen dem 05.07 und dem 15.07. sind dort drei emeritierte Priester im Alter von 92, 84 und 75 Jahren an Corona gestorben. Weitere sieben befinden sich im Krankenhaus. Ihr Zustand ist sehr ernst und ihre Überlebenschancen sind gering.

Der Sprecher der Bischofskurie bat alle Gemeindepfarrer in der Diözese Radom am kommenden Sonntag, dem 19.07., eine der Sonntagsmessen der Rettung der kranken Priester-Senioren zu widmen.

Samstag, 11. Juli bis Dienstag, 14. Juli 2020

Infizierte: 38.457 Gestorben: 1.588

Am Morgen des 14.07. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.581 Personen in Krankenhäusern behandelt. 86.747 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 27.756. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 21.900. Neuinfizierte: 267.

Am Samstag, dem 11.07. starben sechs Personen.

In Biała Podlaska – Ostpolen: ein Mann – 86 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: ein Mann – 64 Jahre. In Siedlce – Ostpolen: eine Frau – 86 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 77 Jahre. In Turek – Mittelpolen: ein Mann – 83 Jahre. In Mońki – Ostpolen: eine Frau – 75 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 12.07. wurden drei Corona-Tote gemeldet.

In Poznań: eine Frau – 69 Jahre und ein Mann – 81 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: eine Frau – 79 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 13.07. starben fünf Menschen.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Männer – 77, 71 Jahre. In Strarachowice – Mittelpolen: ein Mann – 70 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 62 Jahre. In Grójec bei Warschau: eine Frau – 70 Jahre. R.I.P.

Am Dienstag, dem 14.07. starben zwölf Personen.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 84 Jahre und drei Männer – 84, 81, 78 Jahre. In Tomaszów Mazowiecki – Mittelpolen: eine Frau – 83 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: ein Mann – 80 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: eine Frau – 87 Jahre. In Poznań: eine Frau – 70 Jahre. In Bytom/Beuthen – Oberschlesien: eine Frau – 94 Jahre. In Wrocław/Breslau: ein Mann – 60 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 69 Jahre. In Kraków/Krakau: ein Mann – 76 Jahre. R.I.P.

Die Angst vor Corona hat die Polen nicht vom Wählen abgehalten. Am Sonntag, dem 12.07. sind 20,6 Millionen Menschen zu den Urnen gegangen, um in der zweiten Runde den Staatspräsidenten zu wählen. Wahlberechtigt waren 30,3 Millionen.

Die Wahlbeteiligung betrug 68,1 Prozent und lag nur sehr knapp unter dem Rekord von 1995, als 68,2 Prozent der Wahlberechtigten an der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen teilnahmen. Damals verlor Staatspräsident Lech Wałęsa gegen seinen postkommunistischen Herausforderer Aleksander Kwaśniewski.

Andrzej Duda.

Mit einem Vorsprung von 422.000 Stimmen (51,03 Prozent) gewann der bisherige Amtsinhaber Andrzej Duda die Wahl. Sein Herausforderer Rafał Trzaskowski bekam 48,97 Prozent der Stimmen.

Rafał Trzaskowski.

Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen am 28.06. wurde kein sprunghafter Zuwachs von Corona-Erkrankungen registriert. Genauso dürfte es nach der zweiten Runde sein, weil auch dieses Mal sehr strikte Hygienevorgaben galten.

Plexiglasscheiben trennten in den Wahllokalen die Mitglieder der Wahlausschüsse vom Wahlpublikum. Zusätzlich waren die Wahlhelfer verpflichtet, Schutzhandschuhe, Schutzmasken oder Visiere zu tragen. Die Wahllokale mussten jede Stunde mindestens 10 Minuten lang gelüftet, alle von den Wählern berührten Gegenstände (Wahlurnen, Tischplatten, Türgriffe usw.) jede Stunde desinfiziert werden. Im Wahllokal durfte sich pro 4 Quadratmeter Fläche nur ein Wähler aufhalten. Es galt die Schutzmaskenpflicht.

Das Gesundheitsministerium hatte für die beiden Wahlrunden Schutzausrüstung an die 27.230 Wahllokale verteilt. Es handelte sich dabei um insgesamt 1,5 Millionen Schutzmasken, 260.000 Visiere und 5 Millionen Paar Einmal-Schutzhandschuhe.

Gesundheitsminister Łukasz Szumowski schilderte am 13.07. vor den Medien die augenblickliche Epidemie-Lage.

Szumowskis Thesen:

Łukasz Szumowski.

Die Zahl der Corona-Kranken geht zurück. Mitte Juni lag sie bei knapp 15.000. Im Augenblick beträgt sie etwa 9.500.

Die tägliche Zahl der Neuinfizierten ist seit Mitte Juni kleiner als die Zahl der Genesenen.

Alle Reha-Patienten werden auf Corona getestet, bevor sie ihre Kuren antreten. Von den mehr als 20.000 Getesteten waren 0,1 Prozent (34 Personen) infiziert. Es ist ein Beispiel mehr dafür, dass das Virus in Polen nicht sehr verbreitet ist.

Wir müssen davon ausgehen, dass, bis auf Weiteres, die Zahl der Neuansteckungen pro Tag, wie bisher, zwischen 200 und 300 liegen wird.

Die Epidemie hat in Polen inzwischen eindeutig einen Infektionsherd-Charakter angenommen. Wenn es gelingt die Herde schnell auszumachen und zu isolieren, dann wird sich die Epidemie in Polen weiterhin auf dem Rückzug befinden.

Am Sonntag, dem 12.07. gab es zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Epidemie keine einzige Neuerkrankung im obeschlesischen Steinkohlebergbau.

Insgesamt sind in allen 6 Staats-Holdings, in denen die 28 polnischen Steinkohlegruben zusammengefasst sind, 6.520 Bergleute an Corona erkrankt.

Epidemiologisch gesehen war die Lage ernst. Medizinisch gesehen war sie, zum Glück, weniger schlimm, weil 97 Prozent der Infizierten keine Krankheitssymptome aufweisen. Es sind überwiegend junge Männer in körperlich guter Verfassung und mit einem starken Immunsystem. Das hatte wiederum den Nachteil, dass, wer krank war, sich jedoch gesund fühlte, leichter andere ungewollt anstecken konnte.

Mittlerweile sind gut 90 Prozent der erkrankten Bergleute gesund. Die 12 am 09.06. geschlossenen Bergwerke haben die Arbeit am 06.07. wieder aufgenommen.

Mittwoch, 08. Juli bis Freitag, 10. Juli 2020

Infizierte: 37.216 Gestorben: 1.562

Am Morgen des 10.07. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.597 Personen in Krankenhäusern behandelt. 86.712 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 26.048. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 24.200. Neuinfizierte: 265.

Am Mittwoch, dem 08.07. starben fünfzehn Personen.

In Zawiercie – Oberschlesien: zwei Frauen – 90, 60 Jahre und drei Männer – 81, 59, 42 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: drei Frauen – 83, 78, 74 Jahre und ein Mann – 57 Jahre. In Poznań: ein Mann – 74 Jahre. In Szczecin/Stettin: eine Frau – 81 Jahre. In Warschau: ein Mann – 70 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 75 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: ein Mann – 69 Jahre. In Wrocław/Breslau: ein Mann – 67 Jahre. R.I.P.

Am Donnerstag, dem 09.07. wurden neun Corona-Tote gemeldet.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 92 Jahre und ein Mann – 80 Jahre. In Warschau: zwei Männer – 91, 72 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: eine Frau – 78 Jahre und ein Mann – 84 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 76 Jahre. In Kraków: ein Mann – 87 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: eine Frau – 72 Jahre. R.I.P.

Am Freitag, dem 10.07 starben elf Menschen.

In Poznań: eine Frau – 70 Jahre und zwei Männer – 85, 81 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 79 Jahre und ein Mann – 61 Jahre. In Białystok: zwei Männer – 93, 88 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 83 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: eine Frau – 93 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 77 Jahre. In Warschau: ein Mann – 81 Jahre. R.I.P.

Die Zahlen der aktuell an Corona Erkrankten gehen deutlich zurück. Das kann man an einer Infografik ablesen, die das Gesundheitsministerium veröffentlicht hat.

Am 17.06. waren es 14.494. Am 19.06. -14.284. Am 23.06 – 13.579. Am 27.06. – 12.307. Am 30.06. – 11.649. Am 03.07. – 11.247. Am 06.07. – 10.668. Am 09.07. – 9.923. Am 10.07. sank die Zahl auf 9.606 Kranke.

Die Grafik bitte ggf. vergrößern.

Bei der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen am 12.07. sollen dieselben Hygienevorschriften gelten wie bei der ersten Runde.

Das Gesundheitsministerium hat für die beiden Wahlrunden Schutzausrüstung an die 27.230 Wahllokale verteilt. Es handelt sich dabei um insgesamt 1,5 Millionen Schutzmasken, 260.000 Visiere und 5 Millionen Paar Einmal-Schutzhandschuhe.

Laut den Bestimmungen sollen in den Wahllokalen Plexiglasscheiben die Mitglieder der Wahlausschüsse vom Wahlpublikum trennen. Zusätzlich sind die Wahlhelfer verpflichtet, Schutzhandschuhe, Schutzmasken oder Visiere zu tragen. Die Wahllokale müssen jede Stunde mindestens 10 Minuten lang gelüftet, alle von den Wählern berührten Gegenstände (Wahlurnen, Tischplatten, Türgriffe usw.) jede Stunde desinfiziert werden. Im Wahllokal darf sich nur ein Wähler pro 4 Quadratmeter Fläche aufhalten. Es gilt die Schutzmaskenpflicht.

Wegen der Corona-Epidemie wurde bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl zum ersten Mal in Polen auch die Briefwahl eingeführt. Sie gewinnt an Popularität.

Bei der ersten Runde haben von den insgesamt knapp 30,2 Millionen Wahlberechtigten in Polen ca. 118.000 die Briefwahl beantragt. Bei der zweiten Runde sind es ca. 194.000.

Hinzu kommen die Auslandspolen, die auf diese Weise ihre Stimme abgeben wollen. In der ersten Runde haben 225.000 von ihnen die Briefwahl beantragt. In der zweiten Runde waren es schon 480.000. Im Ausland kann man auch, nach vorheriger Registrierung, in polnischen Botschaften und Konsulaten zur Wahl gehen.

Auf Antrag des Gesundheitsministers hat der Zentrale Wahlausschuss auch in der zweiten Runde in 2 von insgesamt 2.477 Gemeinden die ausschließliche Briefwahl angeordnet. Wie bei der ersten Runde handelt es sich um die Gemeinden Baranów in der Woiwodschaft Großpolen und Marklowice in der Woiwodschaft (Ober)Schlesien. Dort beträgt die Zahl der Infizierten jeweils mehr als 100 Personen pro 10.000 Einwohner.

Die Hygiene in den Wahllokalen bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen sei zufriedenstellend gewesen. So die Meinung von 85 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage der Firma United Surveys, deren Ergebnisse am 09.07. veröffentlicht wurden.

Gefragt wurde auch, ob die Befragten die Gefahr, sich bei der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen mit Corona anstecken zu können, in Betracht ziehen. Knapp 52 Prozent antworteten mit nein, gut 47 Prozent mit ja. Nur nicht ganz 1 Prozent hatte dazu keine Meinung.

Adam Małysz ist wieder gesund.

„Seid gegrüßt nach einer längeren Pause. Mit Freude kann ich Euch mitteilen, dass meine Quarantäne zu Ende geht. Die Tests haben ergeben, dass ich gesund bin! Ich kann zum normalen Leben zurückkehren. Das freut mich sehr. Vergesst bitte nicht, die Epidemie ist ganz und gar nicht zu Ende, und man muss ständig aufpassen“, schrieb Małysz heute, am 10.07. auf Facebook.

Die Befürchtung, er hätte die Mitglieder der polnischen Skispringer-Mannschaft, für die er im Polnischen Skisportverband zuständig ist, möglicherweise angesteckt, hat sich nicht bewahrheitet.

Adam Małysz.

Der heute 42-jährige ehemalige Skispringer gab am 21.06. seine Corona-Erkrankung bekannt.

Adam Małysz errang vier Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und ist somit der erfolgreichste Skispringer aller Zeiten, gemessen an der Anzahl der Einzelkonkurrenz-Goldmedaillen bei einer WM. Zudem gewann er vier Medaillen bei Olympischen Spielen und siegte viermal in der Gesamtwertung des Gesamtweltcups, davon als einziger Skispringer dreimal in Folge. Małysz gewann einmal die Vierschanzentournee, dreimal den Sommer-Grand-Prix, dreimal das Nordic Tournament und zweimal den Skiflug KOP-Gesamtcup. In den Jahren 2001 und 2002 stellte er des Weiteren zahlreiche Schanzenrekorde auf und stellte 2003 mit 225 Metern den Skiflugweltrekord von Andreas Goldberger ein. Gemessen an der Anzahl seiner Weltcupsiege ist er mit 39 Erfolgen hinter Gregor Schlierenzauner und Matti Nykänen der dritterfolgreichste Skispringer aller Zeiten.

Samstag, 04. Juli bis Dienstag, 07. Juli 2020

Infizierte: 36.155 Gestorben: 1.527

Am Morgen des 07.07. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.658 Personen in Krankenhäusern behandelt. 85.327 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 24.238.Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 20.700. Neuinfizierte: 257.

Am Samstag, dem 04.07. starben vier Personen.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 70 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 56 Jahre. In Łódź/Lodsch: eine Frau – 88 Jahre. In Warschau: ein Mann – 79 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 05.07. wurden fünf Corona-Tote gemeldet.

In Łańcut – Südostpolen: ein Mann – 75 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: eine Frau – 78 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 80 Jahre. In Warschau: ein Mann – 64 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: ein Mann – 73 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 06.07 starben vier Menschen.

In Łańcut – Südostpolen: zwei Frauen – 82, 73 Jahre und ein Mann – 91 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 79 Jahre. R.I.P.

Am Dienstag, dem 07.07. waren sieben Tote zu beklagen.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Frauen – 72, 71 Jahre. In Poznań: eine Frau – 65 Jahre und ein Mann – 72 Jahre. In Biała Podlaska – Ostpolen: ein Mann – 83 Jahre. In Radomsko – Mittelpolen: eine Frau – 80 Jahre. In Białystok: ein Mann – 79 Jahre. R.I.P.

Wollen sich die Polen gegen Corona impfen lassen? Die Antwort auf diese Frage brachte das Ergebnis einer Umfrage der Warschauer Medizinischen Universität, die zwischen dem 02.06. und 09.06. an 1.066 repräsentativ ausgewählten und befragten Personen durchgeführt wurde. Einen Impfstoff gibt es zwar noch nicht, aber:

37 Prozent wollen die Impfung nutzen.

28 Prozent lehnen sie ab.

34 Prozent haben keine Meinung.

Diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, würden dem Impfstoff nicht trauen, wenn er schon bald zur Anwendung käme, weil er ihrer Meinung nach zu unausgereift sein könnte (43 Prozent). Sie trauen den Firmen und Labors nicht, die an diesem Impfstoff arbeiten (39 Prozent). Die Impfung würde sie vor der Erkrankung nicht schützen (glauben 35 Prozent).

Soll die Impfung gegen Corona in Polen Pflicht sein? Diese Frage wurde Staatspräsident Andrzej Duda am 06.07., während einer Bürgerbefragung in der Veranstaltungshalle von Końskie, einer Zwanzigtausend-Einwohner-Stadt unweit von Łódź/Lodsch, gestellt. Das Staatsfernsehen hat die Befragung live übertragen. Gut 4 Millionen Zuschauer haben sie an den TV-Geräten verfolgt.

Andrzej Duda.

„Ich bin überhaupt kein Anhänger von irgendwelchen Pflichtimpfungen. Ich sage Ihnen ganz offen, ich habe mich nie gegen Grippe impfen lassen. Die Corona-Impfung sollte auf keinen Fall gesetzlich vorgeschrieben sein“, lautete Dudas Antwort.

Später bekräftigte er auf Twitter, dass er gegen die Corona-Pflichtimpfung sei, ergänzte jedoch, dass es „im Falle von Polio, Tuberkulose, Masern usw. etwas ganz anderes“ sei.

Piotr Müller.

Heute früh, am 07.07. wurde Regierungssprecher Piotr Müller im privaten Rundfunksender Radio Plus darauf angesprochen. „War das nicht ein Zwinkern des Staatspräsidenten in Richtung der Impfgegner?“, lautete die Frage.

Sie zielte darauf ab, dass diese Gegner vor allem in der nationalradikalen Partei Konfederacja zu finden sind. Ihr Kandidat Krzysztof Bosak konnte 6,8 Prozent, das sind 1,3 Millionen Stimmen, auf sich vereinigen. Auch um diese Stimmen ringen, vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl, Staatspräsident Andrzej Duda und sein Herausforderer Rafał Trzaskowski.

Müller wies darauf hin, dass es in Polen Pflichtimpfungen gibt, die Säuglingen und Kleinkindern verabreicht werden. Diese Impfungen sollten unbedingt Pflicht bleiben. Ob die Corona-Impfung es auch sein soll, darüber wird gerade diskutiert. Wenn es sie gibt, sollte sie vom Staat bezahlt und für die Bürger kostenlos sein, so Müller.

Pflicht sind in Polen Impfungen gegen Tuberkulose, Hepatitis B (kurz nach der Geburt), Pneumokokken-Infektionen, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b (werden zwischen 6 und 8 Wochen nach der Geburt verabreicht).

Neue Quarantäne-Bestimmungen gelten in Polen seit dem 06.07. Polen und alle übrigen EU-Bürger sowie Schweizer, Norweger und Isländer, die aus Nicht-EU-Staaten einreisen, müssen keine 14-tägige Quarantäne mehr absolvieren. Für Bürger anderer Staaten bleibt diese Pflicht bestehen. Sie trifft vor allem Reisende, die aus Staaten kommen, die an Polen grenzen: Russen, Ukrainer und Weißrussen.

Die polnische Fluggesellschaft LOT nimmt in diesen Tagen Flüge nach Asien und Übersee auf.

Es gibt wieder 3 Verbindungen pro Woche nach Toronto. Außerdem 2 Flüge pro Woche nach Tokio und nach Seoul. Die lukrativsten Verbindungen in die USA bleiben allerdings weiterhin gesperrt. Außerdem gibt es bereits wieder, bzw. sollen bis Ende Juli erneut regelmäßige LOT-Flüge in 15 europäische Städte aufgenommen werden.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Schatz, ich habe nichts zum Anziehen.“

Mittwoch,  01. Juli bis Freitag, 03. Juli 2020

Infizierte: 35.405 Gestorben: 1.507

Am Morgen des 03.07. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.743 Personen in Krankenhäusern behandelt. 84.790 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 22.651. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 27.800. Neuinfizierte: 259.

Am Mittwoch, dem 01.07. starben vierzehn Personen.

In Radom – Mittelpolen: zwei Frauen – 81, 79 Jahre und vier Männer – 90, 87, 82, 73 Jahre. In Warschau: zwei Männer – 66, 66 Jahre. Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 79 Jahre. In Zalesie Górne bei Warschau – eine Frau – 89 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: eine Frau – 88 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 97 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: ein Mann – 84 Jahre. In Łódź/Lodsch: ein Mann – 87 Jahre. R.I.P.

Am Donnerstag, dem 02.07. wurden fünfzehn Corona-Tote gemeldet.

In Wrocław/Breslau: sechs Männer – 78, 75, 63, 60, 59, 50 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: drei Frauen – 75, 72, 65 Jahre und ein Mann – 67 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 53 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: ein Mann – 87 Jahre. In Poznań: ein Mann – 76 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: eine Frau – 75 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 84 Jahre. R.I.P.

Am Freitag, dem 03.07 starben fünfzehn Menschen.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: vier Frauen – 95, 78, 68, 67 Jahre. In Warschau: zwei Frauen – 86, 78 Jahre und ein Mann – 66 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Frauen – 82, 67 Jahre. In Białystok: eine Frau – 80 Jahre und ein Mann – 66 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: zwei Männer – 80, 58 Jahre. In Puszczykowo bei Poznań: eine Frau – 99 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: ein Mann – 60 Jahre. R.I.P.

Das Gesundheitsministerium hat heute einige interessante vergleichende Graphiken veröffentlicht, die wir zum Inhalt dieses Corona-Berichtes gemacht haben. 

Die Zahl der Corona-Genesenen in Polen betrug im Mai 7.958 und im Juni 10.342.

Von den 35.146 Corona-Infizierten sind inzwischen mehr als 63 Prozent geheilt. 

Die Corona-Sterblichkeit pro 1 Million Einwohner in Europa bis 01.07.

Belgien – 840, Großbritannien – 642, Spanien – 606, Italien – 575, Schweden – 526, Frankreich – 457, Deutschland – 108, Rumänien – 85, Österreich – 78, Ungarn – 61, POLEN – 38, Tschechien – 32, Litauen – 29, Kroatien – 26, Griechenland – 18.

Corona-Krankenhauspatienten je 100.000 Einwohner bis 01.07.

Schweden – 120,5, Deutschland – 34,55, Italien – 32,99, Tschechien – 10,52, POLEN – 9,78, Slowakei – 4,27.

Corona-Patienten auf Intensivstationen je 100.000 Einwohner bis 01.07.

Schweden – 23,96, Italien – 6,42, Tschechien – 1,8, Slowakei – 0,49, POLEN – 0,25.

Durchgeführte Corona-Tests bis 01.07.

Großbritannien – 9,4 Millionen, Deutschland – 5,4 Millionen, Spanien – 5,4 Millionen, Italien – 5,3 Millionen, POLEN – 1,5 MILLIONEN, Frankreich – 1,3 Millionen, Belgien – 1,2 Millionen, Österreich – 612.000, Tschechien – 551.000, Schweden – 444.000, Slowakei – 209.000, Kroatien – 79.000.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

Samstag, 27. Juni bis Dienstag, 30. Juni 2020

Infizierte: 34.393 Gestorben: 1.464

Am Morgen des 30.06. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.811 Personen in Krankenhäusern behandelt. 83.499 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 21.281 Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 21.800. Neuinfizierte: 239.

♦Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 01.05. und dem 28.06. Bitte ggf. vergrößern. 

Am Samstag, dem 27.06. starben sechs Personen.

In Warschau: eine Frau – 58 Jahre und ein Mann – 54 Jahre. In Poznań: eine Frau – 66 Jahre und ein Mann – 82 Jahre. In Opole/Oppeln: eine Frau – 86 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: ein Mann – 87 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 28.06. wurden vier Corona-Tote gemeldet.

In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 80 Jahre. In Poznań: eine Frau – 72 Jahre. In Orzesze/Orzesche – Oberschlesien: ein Mann – 45 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 83 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 29.06. starben sechs Menschen.

In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 69 Jahre und zwei Männer – 90, 63 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Frauen – 86, 37 Jahre. In Lipsko – Mittelpolen: ein Mann – 86 Jahre. R.I.P.

Am Dienstag, dem 30.06 starben neunzehn Personen

In Wrocław/Breslau: vier Frauen – 84, 68, 63, 42 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 71 Jahre und zwei Männer – 77, 74 Jahre. In Szczecin/Stettin: zwei Männer – 63, 55 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 75 Jahre und ein Mann – 50 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 91 Jahre und ein Mann – 88 Jahre. In Turek – Mittelpolen: ein Mann – 82 Jahre. In Biłgoraj – Südostpolen: eine Frau – 79 Jahre. In Płock – Mittelpolen: eine Frau – 87 Jahre. In Warschau: eine Frau – 69 Jahre. In Siedlce – Ostpolen: eine Frau – 85 Jahre. In Starachowice  – Mittelpolen: eine Frau – 77 Jahre. R.I.P.

Die Corona-Epidemie hat die erste Runde der polnischen Präsidentschaftswahlen am Sonntag, dem 28.06. in keiner Weise beeinträchtigt. So das Fazit aller offiziellen und medialen Kommentare.

Wahlberechtigt waren 30,2 Millionen Bürger. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 64,5 Prozent die seit 1989 zweithöchste Marke. Der bisher ungeschlagene Rekord von 66,4 Prozent wurde bei den Präsidentschaftswahlen von 1995 aufgestellt. Damals verlor der amtierende Staatspräsident Lech Wałęsa die Wahl gegen seinen postkommunistischen Herausforderer Aleksander Kwaśniewski.

Die höchste Wahlbeteiligung von 65,5 Prozent verzeichnete dieses Mal die Woiwodschaft Masowien (mit Warschau). Die geringste, mit 56,8 Prozent, wurde aus der Woiwodschaft Oppeln gemeldet. In beiden gewann Staatspräsident Andrzej Duda die meisten Stimmen.

Andrzej Duda.

Insgesamt gelang es Staatspräsident Andrzej Duda (43,5 Prozent der Stimmen) die Wahl in 13 Woiwodschaften für sich zu entscheiden. Duda bekam gut 8,4 Millionen Stimmen. Das sind 3,2 Millionen Stimmen mehr, als in der ersten Runde der Präsidentschfatswahlen von 2015, an der er als Herausforderer des damals amtierenden Staatspräsidenten Bronisław Komorowski teilnahm.

Rafał Trzaskowski.

Dudas wichtigster Konkurrent Rafał Trzaskowski (30,5 Prozent und somit 5,8 Millionen Stimmen) konnte die verbliebenen drei Woiwodschaften: Lebus (mit Gorzów Wielkopolski/Landsberg a. d. Warthe), Westpommern (mit Szczecin/Stettin) und Pommern (mit Gdańsk/Danzig) „erobern“.

Ursprünglich sollte die Wahl am 10.05. stattfinden, musste aber wegen der Corona-Epidemie verlegt werden. Die Epidemie hatte der Wahlordnung ihren Stempel aufgedrückt.

Zum ersten Mal war auch eine Briefwahl möglich. Das Interesse auf diese Weise abzustimmen, hielt sich jedoch sehr in Grenzen. Von den insgesamt rund 30,1 Millionen Wahlberechtigten in Polen, haben nur ca. 118.000 die Briefwahl beantragt. Hinzu kamen 225.000 Auslandspolen, die so ihre Stimme abgeben wollten. Im Ausland konnte man auch, nach vorheriger Registrierung, in polnischen Botschaften und Konsulaten zur Wahl gehen.

Auf Antrag des Gesundheitsministers hatte der Zentrale Wahlausschuss in 2 von insgesamt 2.477 Gemeinden die ausschließliche Briefwahl angeordnet. Es handelte sich um die Gemeinden Baranów in der Woiwodschaft Großpolen und Marklowice in der Woiwodschaft (Ober)Schlesien (siehe die Karten im Corona-Bericht vom 19. – 22.06.). In beiden betrug die Zahl der Infizierten mehr als 100 Personen pro 10.000 Einwohner.

Das Gesundheitsministerium hatte Schutzausrüstung an die 27.230 Wahllokale verteilt. Es handelte sich dabei insgesamt um 1,5 Millionen Schutzmasken, 260.000 Visiere und 5 Millionen Paar Einmal-Schutzhandschuhe.

Laut den Bestimmungen trennten in den Wahllokalen Plexiglasscheiben die Mitglieder der Wahlausschüsse vom Wahlpublikum. Zusätzlich waren die Wahlhelfer verpflichtet, Schutzhandschuhe, Schutzmasken oder Visiere zu tragen. Die Wahllokale mussten jede Stunde mindestens 10 Minuten lang gelüftet, alle von den Wählern berührten Gegenstände (Wahlurnen, Tischplatten, Türgriffe usw.) im selben Turnus desinfiziert werden. Im Wahllokal durfte sich nur ein Wähler pro 4 Quadratmeter Fläche aufhalten. Es galt die Schutzmaskenpflicht.

Wojciech Andrusiewicz.

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums Wojciech Andrusiewicz lobte die Arbeit der Wahlausschüsse. „Aus keinem von ihnen wurden Verstöße gegen die Hygiene-Vorschriften gemeldet. Im Endeffekt war der Gang zum Wahllokal sicherer, als manch anderes Erscheinen in der Öffentlichkeit.“

Da keiner der insgesamt 11 Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erlangte, wird es am 12.07. eine Stichwahl Duda gegen Trzaskowski geben.

Tschechien hat die letzten Einreisebeschränkungen für Polen aufgehoben. Sie galten für die gut 4,5 Millionen Einwohner der an Tschechien grenzenden Woiwodschaft (Ober)Schlesien.

Wegen der erhöhten Zahl der Corona-Ansteckungen, vor allem im oberschlesischen Steinkohlebergbau, verlangten tschechische Behörden bei der Einreise aus Polen von Personen aus dieser Region eine negative Coronatest-Bescheinigung und schickten sie in eine 14-tägige Quarantäne.

Polen verbindet mit Tschechien eine Grenze von 796 Kilometren Länge. Davon entfallen auf die Woiwodschaft (Ober)Schlesien 143 Kilometer.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Seid gegrüßt ihr Masken! Adieu das stundenlange Schminken!“

Mittwoch, 24. Juni bis Freitag, 26. Juni 2020

Infizierte: 33.395 Gestorben: 1.429

Am Morgen des 26.06. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.933 Personen in Krankenhäusern behandelt. 91.461 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 19.218. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 22.200. Neuinfizierte: 285.

Am Mittwoch, dem 24.06. starben einundzwanzig Personen.

In Radom – Mittelpolen: zwei Frauen – 84, 83 Jahre und zwei Männer – 93, 85 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: drei Frauen – 74, 69, 51 Jahre und ein Mann – 72 Jahre. In Warschau: zwei Frauen – 90, 58 Jahre. in Łańcut – Südostpolen: zwei Männer – 88, 88 Jahre. In Łódź/Lodsch: eine Frau – 88 Jahre und ein Mann – 68 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: zwei Männer – 81, 79 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 73 Jahre und ein Mann – 98 Jahre. In Kalisz/Kalisch: ein Mann – 80 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: ein Mann – 76 Jahre. In Żywiec – Südpolen: eine Frau – 72 Jahre. R.I.P.

Am Donnerstag, dem 25.06. wurden sechzehn Corona-Tote gemeldet.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 41 Jahre und drei Männer – 85, 72, 67 Jahre. In Łódź/Lodsch: zwei Frauen – 83, 82 Jahre und ein Mann – 75 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Männer – 62, 58 Jahre. In Wrocław/Breslau: eine Frau – 61 Jahre. In Sosonowiec/Sosnowitz – Oberschlesien: eine Frau – 76 Jahre. In Poznań: eine Frau – 95 Jahre. In Dąbrowa Górnicza/Dombrowa – Oberschlesien: eine Frau – 73 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: eine Frau – 79 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: eine Frau – 79 Jahre. In Katowice/Kattowitz: eine Frau – 89 Jahre. R.I.P.

Am Freitag, dem 26.06. starben siebzehn Menschen.

In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 81 Jahre und vier Männer – 77, 65, 59, 52 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: zwei Frauen – 73, 67 Jahre und drei Männer – 86, 72, 68 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 78 Jahre und ein Mann – 59 Jahre. In Wałbrzych/Waldenburg – Niederschlesien: ein Mann – 84 Jahre. In Ruda Śląska/Ruda – Oberschlesien: eine Frau – 63 Jahre. In Warschau: ein Mann – 77 Jahre. In Bytom/Beuthen – Oberschlesien: ein Mann – 79 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 75 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 28.06., finden in Polen Präsidentschaftswahlen statt. Ursprünglich sollte die Wahl am 10.05. abgehalten werden, musste aber wegen der Corona-Epidemie verlegt werden. Die Epidemie hat der Wahlordnung ihren Stempel aufgedrückt.

Zum ersten Mal wird auch eine Briefwahl möglich sein. Das Interesse, auf diese Weise abzustimmen, hielt sich jedoch sehr in Grenzen. Von den insgesamt rund 30,2 Millionen Wahlberechtigten in Polen haben nur ca. 118.000 die Briefwahl beantragt. Hinzu kommen 225.000 Auslandspolen, die auf diese Weise ihre Stimme abgeben wollen. Im Ausland kann man auch, nach vorheriger Registrierung, in polnischen Botschaften und Konsulaten zur Wahl gehen.

Auf Antrag des Gesundheitsministers hat der Zentrale Wahlausschuss in 2 von insgesamt 2.477 Gemeinden die ausschließliche Briefwahl angeordnet. Es handelt sich um die Gemeinden Baranów in der Woiwodschaft Großpolen und Marklowice in der Woiwodschaft (Ober)Schlesien (siehe die Karten im Corona-Bericht vom 19. – 23.06.). Dort beträgt die Zahl der Infizierten jeweils mehr als 100 Personen pro 10.000 Einwohner.

Das Gesundheitsministerium hat Schutzausrüstung an die 27.230 Wahllokale verteilt. Es handelt sich dabei um insgesamt 1,5 Millionen Schutzmasken, 260.000 Visiere und 5 Millionen Paar Einmal-Schutzhandschuhe.

Laut den Bestimmungen sollen in den Wahllokalen Plexiglasscheiben die Mitglieder der Wahlausschüsse vom Wahlpublikum trennen. Zusätzlich sind die Wahlhelfer verpflichtet, Schutzhandschuhe, Schutzmasken oder Visiere zu tragen. Die Wahllokale müssen jede Stunde mindestens 10 Minuten lang gelüftet, alle von den Wählern berührten Gegenstände (Wahlurnen, Tischplatten, Türgriffe usw.) jede Stunde desinfiziert werden. Im Wahllokal darf sich nur ein Wähler pro 4 Quadratmeter Fläche aufhalten. Es gilt die Schutzmaskenpflicht.

Die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen, die Stichwahl, sollte sie notwendig sein, wird am 12.07. stattfinden.

Polen beteiligt sich an den amerikanischen Corona-Forschungen und wird im Gegenzug bevorzugt Zugang zu amerikanischen Anti-Corona-Medikamenten und Impfungen bekommen, sobald sie entwickelt sein werden. Diese Zusage machte US-Präsident Donald Trump während des Besuches von Polens Staatspräsident Andrzej Duda in Washington am 24.06.

Die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet hatten die beiden Politiker am 18.04. in einem Telefongespräch vereinbart. Jetzt sagte Trump beim Pressebriefing nach seinem Gespräch mit Duda, man arbeite an zwei Projekten. „Ich gehe davon aus, dass wir allen eine schöne Überraschung bescheren werden, und zwar viel schneller, als viele denken“, so Trump.

Polnische Schüler sollen am 01.09. in die Schulen und die Studenten am 01.10. in die Hochschulen zurückkehren. „Das ist sicher“, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki.

Mateusz Morawiecki.

„Auch wenn das Virus im Herbst seine Aktivität erhöhen sollte, wollen wir daran festhalten. Wir haben inzwischen viele Erfahrungen gesammelt und wollen sie nutzen.

Eine Stilllegung des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft in dem Ausmaß wie in diesem Frühjahr, wird es ein zweites Mal nicht geben“, so der Regierungschef. „Das Bildungs- und das Gesundheitsministerium arbeiten an Hygiene-Vorgaben und Prozeduren, damit der Unterricht in einem sicheren Rahmen stattfinden kann“, fügte Morawiecki hinzu.

Ein weiterer Corona-Hilfskonvoi hat Warschau am 25.06. in Richtung Ukraine und Moldawien verlassen. Die Verabschiedung fand in Warschau auf dem Gelände der 8. Feuerwache, unter Beteiligung des stellvertretenden Außenministers Paweł Jabłoński und der Botschafter beider Länder, statt.

8 Lkws brachten Hilfsgüter in die Ukraine. 4 Lkws fuhren nach Moldawien. Insgesamt nahmen sie Schutzausrüstung im Wert von 3 Millionen Zloty (knapp 700.000 Euro) mit: Schutzmasken, Handschuhe, Overalls und Desinfektionsmittel. Der Überbringer war die Warschauer Feuerwehr.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

Zeit sich auf den Frühling vorzubereiten. Schatz! Welche ist besser?

Freitag, 19. Juni bis Dienstag, 23. Juni 2020

Infizierte: 32.527 Gestorben: 1.375

Am Morgen des 23.06. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.936 Personen in Krankenhäusern behandelt. 93.890 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 17.573. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 21.100. Neuinfizierte: 300.

♦Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 01.05. und dem 22.06. Bitte ggf. vergrößern. 

Am Freitag, dem 19.06. starben achtzehn Personen.

In Tychy/Tichau – Oberschlesien: drei Frauen – 89, 68, 62 Jahre und zwei Männer – 91, 71 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: eine Frau – 87 Jahre und ein Mann – 73 Jahre. In Białystok: eine Frau – 91 Jahre. In Jarosław – Südostopolen: ein Mann – 87 Jahre. In Poznań: eine Frau – 80 Jahre. In Łódź/Lodsch: eine Frau – 92 Jahre. In Radomsko – Mittelpolen: ein Mann – 70 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 91 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: eine Frau – 89 Jahre. In Racibórz/Ratibor Oberschlesien: ein Mann – 65 Jahre. In Lublin: ein Mann – 59 Jahre. In Wrocław/Breslau: ein Mann – 66 Jahre. In Wałbrzych/Waldenburg – Niederschlesien: eine Frau – 87 Jahre. R.I.P.

Am Samstag, dem 20.06. wurden zwölf Corona-Tote gemeldet.

In Warschau: eine Frau – 78 Jahre, ein Mann – 80 Jahre. In Radom – Mittelpolen: zwei Frauen – 83, 82 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 89 Jahre und ein Mann – 62 Jahre. In Kraków: zwei Männer – 75, 74 Jahre. In Kępno bei Kalisz/Kalisch: ein Mann – 66 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: ein Mann – 70 Jahre. In Wolica bei Kalisz/Kalisch: eine Frau – 90 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: eine Frau – 85 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 21.06. starben zehn Menschen.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: vier Frauen – 89, 84, 79, 72 Jahre. In Radomsko – Mittelpolen: eine Frau – 78 Jahre und ein Mann – 90 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: ein Mann – 61 Jahre. In Poznań: ein Mann – 77 Jahre. In Kraków: eine Frau – 90 Jahre. In Sieradz – Mittelpolen: eine Frau – 80 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 22.06. wurden drei Corona-Tote gemeldet.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Frauen – 79, 50 Jahre. In Tychy/Tichau: – Oberschlesien: ein Mann – 85 Jahre. R.I.P.

Am Dienstag, dem 23.06. starben sechzehn Personen.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: vier Frauen – 90, 86, 73, 71 Jahre. in Warschau: drei Männer – 74, 73, 68 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: zwei Männer – 90, 89 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 54 Jahre und ein Mann – 88 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: eine Frau – 93 Jahre. In Legnica/Liegnitz – Niederschlesien: eine Frau – 85 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 64 Jahre. In Łódź/Lodsch: eine Frau – 91 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: eine Frau – 72 Jahre. R.I.P.

Die Epidemie-Lage schilderte heute der Sprecher des Gesundheitsministeriums Wojciech Andrusiewicz bei seinem täglichen Medien-Briefing.

Wojciech Andrusiewicz.

Andrusiewiczs Thesen:

Die Situation im oberschlesischen Steinkohlebergbau ist weiterhin ernst, aber es gelang inzwischen, die Epidemie-Herde einzugrenzen und einzudämmen. Von den insgesamt gut 6.000 infizierten Bergleuten sind inzwischen 40 Prozent genesen. Kein einziger von ihnen ist an Corona gestorben. Bei etwa 98,5 Prozent verläuft die Erkrankung ohne oder mit nur ganz geringen Symptomen. Neuinfizierte gibt es nur noch unter den Familienmitgliedern.

Sehr erfreulich ist, dass zwischen Freitag, dem 19.06. und Montag, dem 22.06. zum ersten Mal die Zahl der Geheilten mit gut 1.400 deutlich über der Zahl von 920 Neuinfizierten lag.

Am Charakter der Epidemie, gekennzeichnet durch einzelne Ausbruchsherde, mit dem wir es seit etwa einem Monat zu tun haben, hat sich nichts geändert. Die neuesten Beispiele: das Sekretariat der Polnischen Bischofskonferenz in Warschau, ein Seniorenheim bei Łódż, das Kloster der Schwestern der heiligen Elisabeth in Katowice, eine Textilnäherei in Toruń u. e. m.

Der Reproduktionsindex in Polen ist am Montag, dem 22.06. auf 1,11 gefallen. Vorher betrug er 1,14. Am höchsten liegt er in der Woiwodschaft Łódź mit 2,0 und in der Woiwodschaft (Ober)Schlesien mit 1,5.

In nur 2 von den insgesamt 2.477 Gemeinden wird es bei der Wahl des Staatspräsidenten am 28.06., wegen der Corona-Epidemie, ausschließlich eine Briefwahl geben. Das hat der Staatliche Zentrale Wahlausschuss bekannt gegeben.

Łukasz Szumowski.

Die Entscheidung geht auf die Empfehlung von Gesundheitsminister Łukasz Szumowski zurück.

Es handelt sich um die Gemeinde Barnów in der Woiwodschaft Großpolen (mit knapp 8.000 Einwohnern) und die Gemeinde Marklowice in der Woiwodschaft (Ober)Schlesien (mit knapp 5.500 Einwohnern). In diesen Gemeinden beträgt die Zahl der Infizierten mehr als 100 Personen pro 10.000 Einwohner.

Adam Malysz, Polens berühmtester Skispringer, hat sich mit dem Corona-Virus infiziert.

Der 42-Jährige gab das am 21.06. auf Facebook bekannt: „Die Woche beginnt mit einer nicht so guten Nachricht. Nachdem eine Person, mit der ich in den letzten Tagen Kontakt hatte, einen positiven Corona-Test-Bescheid bekam, habe ich mich entschieden, mich auch einem solchen Test zu unterziehen. Es hat sich herausgestellt, dass ich krank bin. Zum Glück verläuft die Krankheit bis jetzt ohne Symptome. Ich hoffe, dass es bis zur Genesung so bleibt.

Ich schreibe darüber, um andere zu schützen. Diese Situation soll für euch eine Warnung sein. Passt auf euch auf und seid vorsichtig“, so Małysz.

Adan Małysz

Małysz, der die polnische Skispringer-Nationalmannschaft berät, hat das Team zum letzten Mal am 12.06. gesehen, zu einer Zeit, als eine Ansteckungsgefahr eher noch  nicht bestanden hat. Dennoch werden die Mannschaft und das gesamte Trainingspersonal Corona-Tests unterzogen. Die Ergebnisse werden bis Ende der Woche bekannt sein.

Adam Małysz errang vier Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und ist somit der erfolgreichste Skispringer aller Zeiten, gemessen an der Anzahl der Einzelkonkurrenz-Goldmedaillen bei einer WM. Zudem gewann er vier Medaillen bei Olympischen Spielen und siegte viermal in der Gesamtwertung des Gesamtweltcups, davon als einziger Skispringer dreimal in Folge. Małysz gewann einmal die Vierschanzentournee, dreimal den Sommer-Grand-Prix, dreimal das Nordic Tournament und zweimal den Skiflug KOP-Gesamtcup. In den Jahren 2001 und 2002 stellte er des Weiteren zahlreiche Schanzenrekorde auf und stellte 2003 mit 225 Metern den Skiflugweltrekord von Andreas Goldberger ein. Gemessen an der Anzahl seiner Weltcupsiege ist er mit 39 Erfolgen hinter Gregor Schlierenzauner und Matti Nykänen der dritterfolgreichste Skispringer aller Zeiten.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Achtung! Glaubt nicht alles, was das Gesundheitsministerium verbreitet! Sie sagten, es reiche aus, sich die Schutzmaske um Mund und Nase zu binden, Schutzhandschuhe anzuziehen, um spazieren zu gehen. Ich habe mich daran gehalten, habe aber draußen gemerkt, dass die anderen auch Blusen und Hosen angezogen hatten.“

Dienstag, 16. Juni bis Donnerstag, 18. Juni 2020

Infizierte: 31.015 Gestorben: 1.316

Am Morgen des 18.06. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.849 Personen in Krankenhäusern behandelt. 93.722 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 15.317. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 23.800. Neuinfizierte: 314.

Am Dienstag, dem 16.06. starben sechzehn Personen.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: vier Frauen – 84, 83, 83, 57 Jahre und zwei Männer – 79, 69 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: zwei Männer – 74, 68 Jahre. In Warschau: eine Frau – 84 Jahre und ein Mann – 67 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: ein Mann – 78 Jahre. In Wrocław/Breslau: eine Frau – 83 Jahre. In Domaszków/Ebersdorf – Niederschlesien: ein Mann – 65 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 82 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 62 Jahre. In Poznań: ein Mann – 76 Jahre. R.I.P.

Am Mittwoch, dem 17.06. wurden vierzehn Corona-Tote gemeldet.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: zwei Frauen – 87, 87 Jahre und zwei Männer – 87, 78 Jahre. In Radom – Mittelpolen: zwei Frauen – 95, 81 Jahre und ein Mann – 73 Jahre. In Warschau: zwei Männer – 71, 69 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: zwei Männer – 68, 57 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 73 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 84 Jahre. In Zawiercie – Oberschlesien: ein Mann – 85 Jahre. R.I.P.

Am Donnerstag, dem 18.06. starben dreißig Menschen.

In Łódź/Lodsch: zwei Frauen – 97, 86 Jahre und drei Männer – 89, 87, 67 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: vier Männer – 77, 72, 70, 69 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: zwei Frauen – 84, 68 Jahre und ein Mann – 75 Jahre. In Tomaszów Mazowiecki – Mittelpolen: zwei Frauen – 86, 82 Jahre und ein Mann – 74 Jahre. In Wałbrzych/Waldenburg – Niederschlesien: zwei Männer – 82, 70 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: eine Frau – 54 Jahre und ein Mann – 70 Jahre. In Warschau: eine Frau – 78 Jahre und ein Mann – 75 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 39 Jahre und ein Mann – 84 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: ein Mann – 84 Jahre. In Wrocław/Breslau: eine Frau – 71 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: ein Mann – 82 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 81 Jahre. In Jarosław – Südostpolen: ein Mann – 86 Jahre. In Radomsko – Mittelpolen: ein Mann – 91 Jahre. In Kraków: eine Frau – 91 Jahre. R.I.P.

Das Anti-Epidemie-Vorgehen der Regierung beurteilen 70 Prozent der Polen mit „eindeutig“- oder „eher positiv“. „Eindeutig“- oder „eher negativ“ sehen es 25 Prozent. 5 Prozent haben keine Meinung.

Die Beurteilungen sind, wie immer, sehr stark parteipolitisch gefärbt. Von denjenigen, die sich als Wähler von Recht und Gerechtigkeit ausgeben, beurteilen 95 Prozent die Epidemie-Maßnahmen der Regierung als positiv, 5 Prozent als negativ.

Unter den Wählern der oppositionellen Bürgerplattform betragen die „Negativ“-Urteile 50 Prozent, „Positiv“-Urteile machen 43 Prozent aus. 7 Prozent sind unentschieden.

Die Regierung lockert die Corona-Einschränkungen im richtigen Tempo, sagen 48 Prozent. Für 31 Prozent geht das zu schnell.

Die Nach-Corona-Wirtschaftsfõrderung der Regierung werde die ökonomische Lage verbessern, sagen 46 Prozent der Befragten. 41 Prozent behaupten das Gegenteil. 13 Prozent haben keine Meinung.

Die staatlichen Corona-Hilfen für die Wirtschaft seien ausreichend, so 39 Prozent der Befragten. 43 Prozent halten sie für nicht ausreichend. 18 Prozent haben keine Meinung dazu.

Repräsentativ ausgewählt und befragt wurden für diese Untersuchung zwischen dem 22.05. und dem 04.06. 1.308 Personen.

Warum gibt es wieder so viele Corona-Tote? Mit dieser Frage wurde der Sprecher des Gesundheitsministeriums Wojciech Andrusiewicz bei seinem täglichen Medien-Briefing konfrontiert. Sie bezog sich auf die 30 Corona-Toten von heute.

Wojciech Andrusiewicz.

„Das hat immer mit der Zahl der Infizierten von vor 10 bis 14 Tagen zu tun. Damals gab es einen deutlichen Ausreißer nach oben. Am 06.06. gab es 576 neue Fälle. Am 07.06. waren es 599. Heute hatten wir die traurige Nachlese“, so Andrusiewicz.

Bis jetzt gab es nur zweimal mehr als 30 Corona-Tote in Polen. Am 24.04. starben 40 Personen. Am 28.04. waren es 34.

„Die Corona-Epidemie habe in Polen inzwischen einen Ausbruchsherd-Charakter angenommen. So ist es mittlerweile in ganz Europa. Wir haben solche Herde im oberschlesischen Kohlebergbau und immer wieder in größeren Produktionsfirmen im ganzen Land“, so der Sprecher.

Den vier bisher an Corona gestorbenen Krankenschwestern wurde die Ehrenauszeichnung der Polnischen Kammer der Krankenschwestern und Hebammen verliehen. Es ist dies die Plakette „Den Leidenden die Hoffnung zurückgeben“.

Plakette „Den Leidenden die Hoffnung zurückgeben“.

Posthum geehrt wurden:

Grażyna Krawczyk arbeitete am Krankenhaus in Kozienice. Sie starb am 21.04. mit 65 Jahren.

Dorota Gołuchowska arbeitete auf der Palliativ-Station des Krankenhauses im oberschlesischen Zawiercie. Sie starb am 06.05. mit 52 Jahren.

Katarzyna Zawada arbeitete auf der Seuchen-Station des Krankenhauses in Toruń. Sie starb am 11.05. mit 52 Jahren.

Janina Maj arbeitete auf der Dialyse-Station des Krankenhauses in Ostrowiec Świętokrzyski. Sie starb am 09.06. mit 65 Jahren. Ein Foto ist nicht verfügbar.

Insgesamt haben sich bisher 1.122 Krankenschwestern mit dem Coronavirus angesteckt. 6.346 waren in Quarantäne. Aktuell sind es 572.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Wir sehnen uns nach den Menschenmassen auf den Straßen. Gezeichnet: Die Taschendiebe.“

Samstag, 13. Juni bis Montag, 15. Juni 2020

Infizierte: 29.788 Gestorben: 1.256

Am Morgen des 15.06. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.736 Personen in Krankenhäusern behandelt. 94.518 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 14.383. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 13.200. Neuinfizierte: 396.

Am Samstag, dem 13.06. starben fünfzehn Personen.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: zwei Frauen – 87, 86 Jahre und vier Männer – 92, 68, 67, 61 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: drei Männer – 76, 71, 68 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: eine Frau – 77 Jahre und ein Mann – 72 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 77 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: eine Frau – 75 Jahre. In Zawiercie – Oberschlesien: eine Frau – 81 Jahre. In Kępno bei Kalisz/Kalisch: eine Frau – 81 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 14.06. wurden zehn Corona-Tote gemeldet.

In Cieszyn/Teschen – Südpolen: zwei Frauen – 84, 40 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: zwei Männer – 80, 73 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 82 Jahre und ein Mann – 44 Jahre. In Radom – Mittelpolen: eine Frau – 85 Jahre. In Jarosław – Südostpolen: ein Mann – 66 Jahre. In Poznań: eine Frau – 92 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: ein Mann – 70 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 15.06. starben neun Menschen.

In Warschau: zwei Männer – 71, 65 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: zwei Männer – 83, 66 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: eine Frau – 57 Jahre. In Opole/Oppeln: eine Frau – 92 Jahre. In Szczecin/Stettin: eine Frau – 69 Jahre. In Rydułtowy/Rydultau – Oberschlesien: ein Mann – 70 Jahre. In Gdańsk/Danzig: eine Frau – 84 Jahre. R.I.P.

2,5 Millionen Personen sind während der Grenzschließung nach Polen eingereist. Das geht aus einer Bilanz hervor, die die Grenzpolizei heute veröffentlicht hat.

Polens Grenzen zu seinen EU-Nachbarstaaten waren zwischen dem 15.03. und dem 13.06. geschlossen. Dennoch sind in dieser Zeit 1,96 Millionen Personen aus Deutschland eingereist. Aus Tschechien: 385.000. Aus der Slowakei: 14.200. Aus Litauen: 34.600. Über die Seehäfen kamen 55.000 und über die Flughäfen magere 22.700 Personen. Mit den Passkontrollen an Polens Schengen-Grenzen waren im Schichtdienst ständig 670 Beamte beschäftigt.

Weiterhin geschlossen bleiben die Grenzen zu Russland (Kaliningrader Gebiet), Weißrussland und der Ukraine. Personen von dort, denen die Einreise gewährt wird, müssen anschließend eine 14-tägige Quarantäne absolvieren.

Es gibt erste Medienberichte über die polnische Corona-Hilfsmission in Tadschikistan. Sie startete am 07.06. mit einer Transportmaschine der polnischen Luftwaffe von Warschau in die Hauptstadt Duschanbe. An der Mission, die 3 Wochen dauern soll, nehmen 23 Ärzte, Krankenschwestern und Rettungssanitäter teil.

Die Berichte ergeben folgendes Bild:

 Die Mission hat sich nach der Ankunft geteilt. Eine Gruppe blieb vorerst in Duschanbe, wo Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius im Schatten herrschen, später aber wird eine Verlegung in die Provinz erfolgen.

Die zweite Gruppe ist ins Pamir-Gebirge im Osten des Landes aufgebrochen, in die Region Berg-Badachschan. Die Jeep-Fahrt dorthin über enge Bergstraßen dauerte zwei Tage.

Die Krankenhäuser in Berg-Badachschan befinden sich in Höhen von bis zu 3.600 Meter ü. d. M. In manchen von ihnen melden sich jeden Tag bis zu 20 Corona-Patienten. In einer Region mit gut 200.000 Einwohnern ist das sehr viel. Die Corona-Tests sind knapp. Wenn sie gemacht wurden, werden sie zur Auswertung in Labore gebracht, die einige Jeep-Tagesfahrten entfernt sind. Die Ausstattung der Krankenhäuser dort oben ist sehr einfach. In manchen von ihnen hat sich die Mehrheit des Personals mit Corona infiziert. Das wenige Personal, das noch arbeiten kann, ist extrem erschöpft.

Die polnische Mission will, zum einen, die tadschikischen Ärzte entlasten. Zum anderen soll sie Wissen vermitteln. Als vorläufig wichtigstes Thema hat sich vor Ort die Vermeidung von Infektionen in Krankenhäusern erwiesen.

Die Zahl der Erkrankten und an Corona Verstorbenen lässt sich, wegen der Größe des Landes, seiner dünnen Besiedlung und der Unzugänglichkeit vieler Gegenden, kaum abschätzen.

Tadschikistan, eine frühere Sowjetrepublik, hat die ersten Erkrankungen erst am 30.04. gemeldet und die UN-Weltgesundheitsorganisation (WHO) um Hilfe gebeten. Die polnische Corona-Hilfsmission folgte dem Ruf der WHO und ist die erste ausländische Unterstützung, die das Land bekommen hat.

Die polnischen Ärzte erhoffen sich neue Erkenntnisse über den Verlauf der Erkrankung bei einem niedrigen Luftdruck, wie er im Pamir-Gebirge herrscht. „Je mehr wir wissen, umso besser“, so einer der Missions-Teilnehmer. 

Die Mission kehrt am 28.06. nach Polen zurück.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

Trockentraining

Donnerstag, 11. Juni bis Freitag, 12. Juni 2020

Infizierte: 28.577 Gestorben: 1.222

Am Morgen des 12.06. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.669 Personen in Krankenhäusern behandelt. 89.609 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 13.305. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 21.900. Neuinfizierte: 376.

Am Donnerstag, dem 11.06. starben neun Personen.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: zwei Frauen – 82, 32 Jahre und vier Männer – 84, 83, 81, 81 Jahre. In Radomsko – Mittelpolen: ein Mann – 60 Jahre. In Łódź/Lodsch: eine Frau – 84 Jahre. In Poznań: ein Mann – 65 Jahre. R.I.P.

Am Freitag, dem 12.06. wurden fünf Corona-Tote gemeldet.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 78 Jahre. In Poznań: ein Mann – 93 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 80 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 90 Jahre. In Warschau: ein Mann – 78 Jahre. R.I.P.

Die internationalen Zugverbindungen werden am 22.06. wiederhergestellt. Das gab heute die Polnische Staatsbahn bekannt. Als erster wird der EIC von Warszawa Centralna am 22.06. um 06:22 Uhr nach Berlin Hauptbahnhof abfahren, wo er um 12:16 Uhr ankommen soll. Der erste EIC wird Berlin Hauptbahnhof am selben Tag um 15:43 Uhr verlassen und Warszawa Centralna um 21:21 Uhr erreichen.

Die Züge von Warschau nach Prag, Wien und Budapest werden kurz darauf eingesetzt. Alle Einzelheiten kann man auf der Internetseite intercity.pl erfahren.

Jeder, der die Corona-Warn-App ProteGO Safe benutzt, trägt zur Erhöhung der eigenen und unser aller Sicherheit bei.“ So warb heute auf Facebook Ministerpräsident Mateusz Morawiecki für das Herunterladen einer Anwendungssoftware, die helfen soll, der Corona-Ansteckung zu entgehen.

Mateusz Morawiecki.

„Die besten polnischen Programmierer haben sie entwickelt. Sie ist einfach in der Handhabung, intuitiv, ermöglicht es sich und die Nächsten zu schützen, und, was wichtig ist: Sie gewährleistet Ihnen Ihre Anonymität, schützt Ihre Privatsphäre und Ihre Personaldaten (auch vor mir)“, so der Regierungschef.

Mit der App kann der Benutzer das Risiko einer Corona-Ansteckung testen, ein „Gesundheitstagebuch“ führen. Außerdem ist ProteGO Safe in der Lage, über Bluetooth, mit den Handys anderer Nutzer zu kommunizieren. „Erkrankt der Nutzer eines Handys. mit dem sich unser Handy irgendwann getroffen hat, werden wir darüber benachrichtigt.“ Diese Informationen werden jedoch nirgendwo gespeichert.

Ein erkrankter Nutzer kann, sobald ihm ein positives Corona-Testergebnis vorliegt, einen Code anfordern und damit in der ProteGO Safe App die Funktion der Benachrichtigung anderer Nutzer, die sich in der Umgebung seines Handys aufgehalten haben, freigeben.

Apps wie die polnische ProteGO Safe wurden bereits in vielen Ländern eingeführt. In Singapur haben 25 Prozent der Bevölkerung sie heruntergeladen. In Norwegen 20 Prozent. Den größten Zuspruch erfuhr die App in Island, wo 40 Prozent der Einwohner sie auf ihren Handys nutzen. In Deutschland soll eine Corona-Warn-App nächste Woche in Betrieb genommen werden. Nach der Epidemie, so die Anweisung der EU-Kommission, sollen Apps wie ProteGO Safe deaktiviert werden.

Verstöße gegen die Schutzmaskenpflicht. Die Polizei hat gestern ihre Statistik veröffentlicht.

Die Schutzmasken-Pflicht im Freien und in öffentlichen Innenräumen wurde am 16.04. eingeführt und am 30.05. im Freien aufgehoben. In dieser Zeit hat die Polizei, wegen Verstößen, 13.128 Strafmandate ausgestellt und 4.898 Strafanzeigen erstattet. Es wurden etwa 40.000 Belehrungen erteilt.

Die Pflicht, eine Schutzmaske zu tragen, gilt weiterhin in öffentlichen Innenräumen, wie Bussen und Straßenbahnen, Kirchen, Kinos, Theatern, Ämtern usw.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Wie fühlt sich eine Familie, in der die Ehefrau seit zwei Wochen nicht beim Friseur und nicht zur Maniküre war? Wo die Kinder alleine lernen und keine Nachhilfe bekommen? Außerdem essen wir zu Hause und nicht im Gasthaus, und machen uns den Kaffee selbst.“

Dienstag, 09. Juni bis Mittwoch, 10. Juni 2020

Infizierte: 27.842 Gestorben: 1.208

Am Morgen des 10.06. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.993 Personen in Krankenhäusern behandelt. 86.002 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 13.411. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 22.000. Neuinfizierte: 282.

Am Dienstag, dem 09.06. starben neunzehn Personen.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Frauen – 94, 69 Jahre und zwei Männer – 80, 64 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: zwei Frauen – 64, 56 Jahre und ein Mann – 81 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 73 Jahre und zwei Männer – 76, 73 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 83 Jahre und ein Mann – 67 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: eine Frau – 97 Jahre und ein Mann – 83 Jahre. In Rybnik – Oberschlesien: eine Frau – 81 Jahre und ein Mann – 69 Jahre. In Poznań: eine Frau – 73 Jahre. In Łódź/Lodsch: eine Frau – 60 Jahre. In Warschau: ein Mann – 54 Jahre. R.I.P.

Am Mittwoch, dem 10.06. wurden dreiundzwanzig Corona-Tote gemeldet.

In Warschau: fünf Frauen – 89, 88, 88, 85, 73 Jahre und vier Männer – 91, 89, 86, 65 Jahre. In Zgierz bei Łódż/Lodsch: zwei Frauen – 85, 59 Jahre und fünf Männer – 92, 71, 69, 67, 65 Jahre. In Poznań: zwei Frauen – 79, 78 Jahre und ein Mann – 69 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: zwei Frauen – 93, 75 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 81 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: ein Mann – 81 Jahre. R.I.P.

Polen öffnet die Grenzen, auf diesen Augenblick haben wir alle gewartet“, schrieb heute auf Facebook Ministerpräsident Mateusz Morawiecki.

Mateusz Morawiecki.

Die Öffnung soll um Mitternacht vom 12.06. auf den 13.06. erfolgen und beschränkt sich vorerst auf die Schengen-Staaten. Unter Polens Nachbarländern sind das Litauen, die Slowakei, Tschechien und Deutschland. Die Grenzen zur Ukraine, zu Weißrussland und Russland (Kaliningrader Gebiet) bleiben weiterhin weitgehend geschlossen.

Alle EU-Bürger aus dem Schengen-Raum, sowie Schweizer und Norweger können somit ab dem 13.06. wieder frei nach Polen einreisen.

Die Epidemie-Lage schilderte heute im Verlauf des Tages Gesundheitsminister Łukasz Szumowski in mehreren Medien-Gesprächen.

Łukasz Szumowski.

Szumowskis Thesen:

Nachdem die Screening-Untersuchungen in Oberschlesien beendet sein werden, wird sich die Zahl der Neuerkrankungen deutlich verkleinern. Das dürfte in etwa 10 Tagen passieren.

Zwischen dem 06.06 und 09.06. gab es in Polen 2.150 Corona-Neuerkrankungen, davon 1.139 in Oberschlesien, wo derzeit bei Bergleuten und ihren Familien Abstriche genommen werden. Bis jetzt sind es gut 60.000 gewesen. Allein am heutigen Mittwoch sollen es weitere 17.500 sein. Der Steinkohlebergbau bleibt der mit Abstand größte Epidemie-Herd.

Schauen wir auf ganz Polen, dann sehen wir, dass in 9 von 16 Woiwodschaften/Provinzen in den letzten 3 Tagen die Zahl der Neuerkrankungen unter 30 lag. Das ist in Oberschlesien, außerhalb des Bergbaus, genauso. Wer dort wohnt, ist auf der Straße nicht mehr gefährdet, als jemand in Wielkopolska/ Großpolen (Region um Poznań – Anm. RdP) oder in Mazowsze/ Masowien (Region um Warschau – Anm. RdP).

Die Corona-Epidemie ist weder bei uns noch in den allermeisten Staaten der Welt zu Ende. Die Zahl der Neuerkrankungen geht zurück, schlägt aber ab und zu nach oben aus, wenn ein neuer Herd ausgemacht wurde. Das ist die neue, „bessere“ Gestalt der Epidemie. Die Gefahr jedoch, dass es wieder zu massenweisen horizontalen Virusübertragungen kommt, ist nicht gebannt. Deswegen muss man alle bestehenden Sicherheitsgebote sehr ernst nehmen.

Wenn sich die Epidemie explosionsartig ausbreitet, wie in Italien, Spanien oder Großbritannien, dann dauert sie in der Regel weniger lange, aber es sterben sehr viele Menschen, weil man die Erkrankten nicht alle auf einmal behandeln kann. Dort wo, wie bei uns, die Gegenmaßnahmen eine Explosion verhindern, dauert die Epidemie länger, aber es sterben viel weniger Menschen. In den erwähnten Ländern ist diese Zahl bis zu 30 Mal höher als in Polen.

Die Zahl der Corona-Krankenhauspatienten zwischen dem 08.03. und 08.06. kann man anhand einer Grafik ablesen, die das Gesundheitsministerium gestern veröffentlicht hat. Die Höchstzahl von 3.505 wurde am 22.04. registriert. Die Zahl vom 08.06., und zwar 1.881, entspricht in etwa der vom 08.03.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

Auch die Taube reiht sich ein.

Samstag, 06. Juni bis Montag, 08. Juni 2020

Infizierte: 27.160 Gestorben: 1.166

Am Morgen des 08.06. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 1.881 Personen in Krankenhäusern behandelt. 82.921 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 12.983. Am Vortag durchgeführte Tests: ca.14.400. Neuinfizierte: 599.

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 01.05. und dem 08.06. Bitte ggf. vergrößern.

Am Samstag, dem 06.06. starben sechzehn Personen.

In Warschau: zwei Frauen – 90, 83 Jahre und zwei Männer – 99, 84 Jahre. In Poznań: eine Frau – 73 Jahre und ein Mann – 75 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: zwei Männer – 87, 80 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: eine Frau – 82 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 80 Jahre. In Bielsko-Biała/Bielitz-Biala – Südpolen: eine Frau – 93 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: ein Mann – 74 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 80 Jahre. In Puławy – bei Warschau: eine Frau – 66 Jahre. In Kozienice – Mittelpolen: ein Mann – 74 Jahre. In Wolica bei Kalisz/Kalisch: ein Mann – 77 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 07.06. wurden vier Corona-Tote gemeldet.

In Cieszyn/Teschen – Südpolen: ein Mann – 75 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 59 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 75 Jahre. In Racobórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 91 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 08.06. gab es neun Corona-Tote.

In Wrocław/Breslau: eine Frau – 82 Jahre und zwei Männer – 80, 62 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 82 Jahre und zwei Männer – 87, 80 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: eine Frau – 92 Jahre. In Warschau: ein Mann – 76 Jahre. In Gdańsk/Danzig: ein Mann – 71 Jahre. R.I.P.

Ab Dienstag, dem 09.06. werden 12 Steinkohlegruben in Oberschlesien für 3 Wochen die Arbeit einstellen. Das teilten heute früh bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Warschau der stellv. Ministerpräsident und Minister für die Staatsunternehmen Jacek Sasin und Gesundheitsminister Lukasz Szumowski mit.

Jacek Sasin.

Sasins Thesen:

Vorläufig geschlossen werden, 10 Gruben der Polska Grupa Górnicza (PGG – Polnische Bergbaugruppe) und 2 Gruben der Jastrzębie/Jastrzemb Kohlegesellschaft (JSW). Es ist eine drastische Maßnahme, aber nur so lassen sich die Epidemie-Herde auslöschen. In der PGG-Holding sind nicht ganz 1.700 Bergleute infiziert, in der JSW knapp 2.800.

(Die PGG ist die größte der 6 Staats-Holdings, in denen die 28 polnischen Steinkohlegruben zusammengefasst sind. Sie vereinigt 16 Bergwerke im Raum Katowice, beschäftigt gut 41.000 Bergleute und Angestellte.

Die JSW ist die zweitgrößte Holding. Sie betreibt 7 Bergwerke mit knapp 29.000 Bergleuten und Angestellten. Die JSW ist im südlichsten Teil Oberschlesiens, direkt an der tschechischen Grenze, tätig und fördert hochwertige Kokskohle – Anm. RdP.)

Sasin erinnerte daran, dass seit Mitte März im gesamten polnischen Steinkohlebergbau besondere Schutzmaßnahmen gelten. An den Toren wird bei allen Ankommenden die Körpertemperatur gemessen. Die Arbeitszeiten wurden verkürzt, damit sich die Schichten nicht begegnen. Die Zahl der ein- und ausfahrenden Kumpel pro Förderkorb wurde stark eingeschränkt. Schutzmasken und Brillen sind über und unter Tage Pflicht. Alle Gemeinschaftsräume (Kaue, Lampenstuben, Waschräume, Hängebänke) werden nach jeder Schicht desinfiziert. Unter Tage sind es die Schienenzüge, mit denen die Kumpel zu den Abbaustellen gefahren werden.

Leider haben sich diese Maßnahmen als nicht wirksam genug erwiesen.

Es soll während der 3 Wochen eine Lohnfortzahlung von 100 Prozent geben.

In allen Gruben werden fortlaufend Instandhaltungsarbeiten durchgeführt, ohne die durch Natureinwirkung schwere Schäden entstehen könnten.

Łukasz Szumowski.

Szumowskis Thesen:

Es muss ganz deutlich gesagt werden: Wir haben es mit Epidemie-Herden in den Steinkohlegruben, nicht aber in Oberschlesien zu tun. Zieht man die Zahl der infizierten Bergleute von der Zahl aller Neuinfizierten in Oberschlesien ab, dann bleibt nur eine Handvoll Neuansteckungen pro Tag übrig.

Wir haben inzwischen 50.000 Mitarbeiter im oberschlesischen Steinkohlebergbau auf Corona getestet. Die Angesteckten wurden isoliert.

Dennoch erweist sich der Bergbau als besonders Corona-anfällig. In jeder Fabrik und in jedem Büro kann man auf Distanz bleiben, Schutzmasken tragen, Hände, Flächen, Klinken und Griffe fortlaufend desinfizieren. In den Streben und Füllorten, wo es oft sehr heiß und feucht ist, geht das alles nicht. Deswegen der hohe Ansteckungsgrad.

Epidemiologisch gesehen ist die Lage ernst. Medizinisch gesehen ist sie, zum Glück, weniger schlimm, weil 97 Prozent der Infizierten keine Krankheitssymptome aufweisen. Es sind überwiegend junge Männer in körperlich guter Verfassung und mit einem starken Immunsystem. Das hat wiederum den Nachteil, dass, wer krank ist, sich jedoch gesund fühlt, leichter andere ungewollt anstecken kann.

In Oberschlesien haben wir im Augenblick in den Corona-Krankenhäusern und Stationen 60 Prozent freie Betten und 85 freie stationäre Beatmungsgeräte. Das ist ein ausreichender Vorrat. Im Bedarfsfall können wir diese Kapazität von heute auf morgen verdoppeln.

Bergbau-Solidarność ist gegen die vorläufigen Corona-Grubenschließungen. Das haben kurz nach der Warschauer Sasin-Szumowski-Pressekonferenz Bogusław Hutek, Chef der Bergbau-Solidarność in Oberschlesien, und Dominik Kolorz (fonetisch Kolosch), Chef der Bergbau-Solidarność des benachbarten Dąbrowskie/Dombrauer Kohlebeckens um Sosnowiec/Sosnowitz, bekundet. Beide sind im polnischen Steinkohlebergbau und in der Region sehr einflussreiche Gewerkschaftsführer.

Bogusław Hutek.

Huteks und Kolorzs Thesen:

Dominik Kolorz.

Die vorläufige Schließung sei falsch und sollte sofort rückgängig gemacht werden.

Die Feststellung des stellv. Ministerpräsidenten Jacek Sasin, die Gewerkschaften hätten ihr Ja zu der Maßnahme gegeben, entspricht nicht den Tatsachen.

Die Lohnfortzahlung von 100 Prozent soll aus den Mitteln der beiden Holdings finanziert werden, bei gleichzeitig fehlenden Einnahmen. Das wird die ohnehin schwierige finanzielle Situation der beiden Firmen deutlich verschlechtern.

Die bisherigen Anti-Corona-Maßnahmen im Steinkohlebergbau waren richtig und ausreichend. Die Arbeit Untertage muss weitergehen.

Wenn nicht, steht zu befürchten, dass die vorläufige Stilllegung zu defizitbedingten Zechenschließungen führen werde.

1.122 Krankenschwestern haben sich bisher mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte heute die Polnische Kammer der Krankenschwestern und Hebammen in Warschau mit. 6.346 waren in Quarantäne. Aktuell sind es 572. Vier Krankenschwestern sind an Corona gestorben.

Eine polnische Corona-Hilfsmission ist gestern von Warschau nach Tadschikistan abgeflogen.

Sie ist auf Bitten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zustande gekommen. An der Mission, die 3 Wochen dauern soll, nehmen 23 Ärzte, Krankenschwestern und Rettungssanitäter teil. Ein Transportflugzeug der polnischen Luftwaffe, das auch 600 Kilogramm Hilfsgüter mitnahm, brachte sie in die Hauptstadt Duschanbe. Die Helfer wollen in mehreren, zum Teil sehr entlegenen, Krankenhäusern hospitieren.

Kurz vor dem Abflug nach Tadschikistan.

Das Ziel ist, die tadschikischen Ärzte vor Ort zu unterstützen, ihnen vor allem die eigenen Erfahrungen bei der Corona-Bekämpfung zu vermitteln, aber auch von ihnen zu lernen. Oft werden unter schwierigen Bedingungen Vorgehensweisen und Behandlungsmethoden entwickelt, die es wert sind, übernommen zu werden.

Diese Erfahrung machten die polnischen Corona-Hilfsmissionen in der Lombardei in Italien, in den USA und in Kirgistan im April und Mai dieses Jahres. Außerdem gingen in dieser Zeit große Hilfstransporte mit Schutz- und Desinfektionsmitteln nach Spanien, in die Ukraine, nach Weißrussland und in den Vatikan. Für all diese Maßnahmen wurden 500 Millionen Zloty (aktuell ca. 113 Millionen Euro) ausgegeben, so die Mitteilung des polnischen Außenministeriums.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Chef, wann kommen die Visiere? Da müsst ihr noch warten.“

Donnerstag, 04 Juni bis Freitag, 05. Juni 2020

Infizierte: 25.410 Gestorben: 1.137

Am Morgen des 05.06. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.085 Personen in Krankenhäusern behandelt. 81.244 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 12.410. Am Vortag durchgeführte Tests: ca.18.300. Neuinfizierte: 362.

Am Donnerstag, dem 04.06. starben zwei Personen.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 83 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 67 Jahre. R.I.P.

Am Freitag, dem 05.06. wurden zwanzig Corona-Tote gemeldet.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 84 Jahre und drei Männer – 73, 67, 64 Jahre. In Wrocław/Breslau: zwei Frauen – 90, 88 Jahre und ein Mann – 93 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: eine Frau – 45 Jahre und zwei Männer – 76, 70 Jahre. In Lódź/Lodsch: zwei Frauen – 91, 89 Jahre. In Kozienice – Mittelpolen: ein Mann – 74 Jahre. In Warschau: eine Frau – 83 Jahre. In Gdańsk/Danzig: ein Mann – 94 Jahre. In Wałbrzych/Waldenburg – Niederschlesien: ein Mann – 72 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 76 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: eine Frau – 69 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: ein Mann – 70 Jahre. In Zawiercie – Oberschlesien: ein Mann – 60 Jahre. R.I.P.

Der Sejm hat heute, kurz nach Mitternacht, den Misstrauensantrag gegen Gesundheitsminister Łukasz Szumowski abgelehnt. Für den Antrag stimmten 213 Abgeordnete, dagegen waren 237.

Der Abstimmung ging eine heftige Debatte voraus. Die Antragsbegründung trug die Abgeordnete der Bürgerplattform Barbara Nowacka vor, die den Minister direkt ansprach.

Barbara Nowacka.

Nowackas Thesen:   

Sie sind die größte politische Enttäuschung der letzten Monate.

Als Ihre Maske eines fähigen Krisenmanagers fiel, kam die Fratze der Interessenkonflikte, der Korruption, des Versagens zum Vorschein.

Sie haben das Land auf die Corona-Epidemie nicht vorbereitet. Es fehlte an Schutzausrüstung für das medizinische Personal und für die Patienten.

Sie sind schuld daran, dass für 5 Millionen Zloty (aktuell ca. 1,1 Millionen Euro) unbrauchbare Schutzmasken gekauft wurden.

Als Mediziner haben Sie Verrat an Ihrer Berufsgruppe begangen.

Dass die Zahl der Corona-Toten niedrig ist und es gelang, die Erkrankungskurve abzuflachen, ist nicht Ihr Verdienst, sondern der aufopferungsvollen Arbeit des medizinischen Personals zu verdanken. Schreiben Sie sich gefälligst keine fremden Verdienste zu.

Einen Teil ihrer Ausführungen widmete Nowacka der angeblichen Begünstigung im Amt, deren sich der Minister schuldig gemacht haben soll. Sie wiederholte die Anschuldigungen der „Gazeta Wyborcza“, der Minister habe bei der Erteilung von staatlichen Forschungsgeldern die Firma OncoArendi seines Bruders Marcin bevorzugt behandelt.

Auf den Antrag antwortete Ministerpräsident Mateusz Morawiecki.

Morawieckis Thesen:   

Mateusz Morawiecki.

Das, was wir hier gehört haben, ist ein Gemisch aus Beleidigungen, Untestellungen, Verdrehungen und Verzerrungen.

In der dramatischen Situation im März und April, als die ganze Welt händeringend Schutzausrüstung zu erwerben versuchte, kam es leider auch zu Betrügereien. Anbieter haben falsche Sicherheitszertifikate vorgelegt. Etliche Staaten sind Opfer solcher Praktiken geworden, auch die EU, der 1,5 Millionen unbrauchbare Schutzmasken untergeschoben wurden.

Als wir den Schwindel entdeckten und die Rückgabe der 5 Millionen Zloty forderten, hängte der Lieferant die Sache an die große Medienglocke, unter dem Motto, Szumowski habe den Deal arrangiert und womöglich daran verdient. Dabei ist beim Erwerb der Masken der offizielle Weg eingehalten worden, was man eindeutig belegen kann. Außerdem sprechen wir von einigen Hundert Einkäufen, die das Ministerium damals getätigt hat. Alle anderen waren einwandfrei, wie wir heute wissen.

Die Firma OncoArendi ist eines von drei führenden polnischen Unternehmen auf dem Gebiet der Krebsforschung. Die Zuteilung von Forschungsgeldern obliegt nicht dem Gesundheitsminister, sondern einer unabhängigen staatlichen Agentur (NCBR), an der viele Dutzend führender Wissenschaftler die Anträge in einem vielstufigen Verfahren begutachten. Man müsste etliche von ihnen korrumpieren, um sich einen Vorteil zu verschaffen. 

Außerdem bekam OncoArendi sieben Mal, während ihr, die Opposition, in den Jahren 2007 bis 2015 regiert habt, Forschungsgelder zuerkannt. Seitdem Recht und Gerechtigkeit regiert, wurden 4 Anträge von OncoArendi abgelehnt. Wovon reden wir hier also?

Wieder einmal werft ihr mit Schmutz um Euch, in der Hoffnung, dass irgendetwas an der weißen Weste eines unbescholtenen Politikers haften bleibt. Ich bin mir sicher, dass Professor Łukasz Szumowski als einer der besten, wenn nicht der beste Gesundheitsminister in die Geschichte Polens eingehen wird.

Über die Hintergründe der Anti-Szumowski-Kampagne lesen Sie bitte unsere Berichte vom 13.05., 23-25.05. und 02.-03.06.

Wegen der Corona-Epidemie ist die Zahl der ständig in Polen lebenden Ausländer um 10 Prozent zurückgegangen. Das gab heute das Statistische Hauptamt (GUS) bekannt.

Zwischen dem 15.03. und dem 30.04. haben 223.000 Ausländer Polen verlassen. Am meisten hat sich die Zahl der Weißrussen (um 32 Prozent) verringert, es folgt die der Russen: um 26 Prozent  sowie der Ukrainer: um 11 Prozent. Die meisten von ihnen werden nach der für den 13.06. geplanten Grenzöffnung zurückkehren, so GUS.

Bei der Gelegenheit gab GUS die neueste Ausländerstatistik zum Stichtag 01.01.2020 bekannt. Demnach leben in Polen 2.106.000 Ausländer. Davon sind 1,3 Millionen Ukrainer, 105.000 Weißrussen, 77.000 Deutsche, jeweils 37.000 Moldauer und Russen, 33.000 Inder, jeweils 27.000 Georgier und Vietnamesen, 25.000 Türken und 20.000 Chinesen.

Ein Konvoi aus 47 Lkws und Kleintransportern mit medizinischer Corona-Hilfe hat heute Warschau in Richtung Weißrussland verlassen.

Es sind insgesamt 300 Tonnen Schutz- und Desinfektionsmittel sowie Medikamente, die direkt nach Minsk, Schtschutschin, Waukawysk und Lida gebracht werden sollen. Ein beachtlicher Teil soll in die kurz hinter der weißrussischen Grenze liegende Stadt Grodno und Umgebung (bis 1939 in Polen) gelangen, wo die meisten Weißrussland-Polen leben.

Den Konvoi, bestehend aus Fahrzeugen der polnischen Feuerwehr, Polizei und des Grenzschutzes, verabschiedeten in Warschau der polnische stellv. Außenminister Paweł Jabłoński und der weißrussische Botschafter in Warschau Uladsimir Tschuschau.

Die Corona-Epidemie hat Weißrussland schwer getroffen, weil Staatspräsident Lukaschenka die Krankheit lange Zeit ignoriert und verharmlost hat. Er empfahl als Mittel zur Vorbeugung Wodka trinken und Zwiebeln essen. Mittlerweile hält er sich mit dieser Empfehlung zurück.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Das beste Mittel gegen das Virus? Antivirus.“

Dienstag, 02. Juni bis Mittwoch, 03. Juni 2020

Infizierte: 24.687 Gestorben: 1.115

Am Morgen des 03.06. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.150 Personen in Krankenhäusern behandelt. 78.691 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 12.014. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 21.200. Neuinfizierte: 292.

Am Dienstag, dem 02.06. starben achtzehn Personen.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: drei Frauen – 70, 62, 59 Jahre und zwei Männer – 77, 54 Jahre. In Warschau: zwei Frauen – 63, 55 Jahre und drei Männer – 89, 71, 48 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 75 Jahre und zwei Männer – 86, 84 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 84 Jahre und ein Mann – 70 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: ein Mann – 71 Jahre. In Zawiercie – Oberschlesien: ein Mann – 56 Jahre. In Radom – Mittelpolen: eine Frau – 84 Jahre. R.I.P.

Am Mittwoch, dem 03.06. wurden dreiundzwanzig Corona-Tote gemeldet.

In Wrocław/Breslau: drei Frauen – 91, 60, 59 Jahre und zwei Männer – 90, 67 Jahre. In Radom – Mittelpolen: eine Frau – 90 Jahre und zwei Männer – 73, 61 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: zwei Frauen – 78, 78 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: zwei Männer – 89, 87 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Männer: 68, 62 Jahre. In Legnica/Liegnitz – Niederschlesien: eine Frau – 86 Jahre und ein Mann – 83 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: eine Frau – 86 Jahre. In Zawiercie – Oberschlesien: ein Mann – 89 Jahre. In Poznań: ein Mann – 68 Jahre. In Tarnowskie Góry/Tarnowitz – Oberschlesien: ein Mann – 78 Jahre. In Przemyśl – Südostpolen: ein Mann – 69 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: ein Mann – 71 Jahre. In Warschau: eine Frau – 84 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 28.06., finden in Polen die Präsidentschaftswahlen statt. Das hat heute die Sejm-Präsidentin Elżbieta Witek bekanntgegeben, nachdem die obere Kammer des Parlaments, der Senat, und die untere Kammer, der Sejm, die neue Wahlordnung verabschiedet haben. Ursprünglich sollte die Wahl am 10.05. stattfinden, musste aber wegen der Corona-Epidemie verlegt werden. Die Epidemie hat der Wahlordnung ihren Stempel aufgedrückt.

Elżbieta Witek.

Zum ersten Mal wird auch eine Briefwahl möglich sein. Im Inland sollte sie spätestens 12 Tage vor dem Wahltermin beantragt werden. Auslandspolen müssen spätestens 15 Tage vorher ihren Antrag stellen.

Zwischen 12 und 2 Tagen vor dem Wahltermin übermitteln die Gesundheitsbehörden den Gemeindeämtern Namen von Wahlberechtigten, die in Quarantäne gehen mussten, um ihnen die Briefwahl zu ermöglichen.

Auf Antrag des Gesundheitsministers kann der Zentrale Wahlausschuss spätestens 7 Tage vor dem Wahltermin in einem oder mehreren Wahlkreisen die ausschließliche Briefwahl anordnen, sollte dort die Zahl der Corona-Infektionen drastisch ansteigen.

In den Wahllokalen sollen Plexiglasscheiben die Mitglieder der Wahlausschüsse vom Wahlpublikum trennen.  Zusätzlich sind die Wahlhelfer verpflichtet, Schutzhandschuhe, Schutzmasken oder Visiere zu tragen. Die Wahllokale müssen jede Stunde mindestens 10 Minuten lang gelüftet, alle von den Wählern berührten Gegenstände (Wahlurnen, Tischplatten, Türgriffe usw.) jede Stunde desinfiziert werden.

Die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen, die Stichwahl, sollte sie notwendig sein, wird am 12.07. stattfinden.

Gesundheitsminister Łukasz Szumowski sieht sich seit einiger Zeit mit einer heftigen Diffamierungs- und Hasskampagne konfrontiert. Der Versuch, einen der populärsten und kompetentesten Regierungspolitiker politisch zu demontieren, wird von den rabiatesten, der oppositionellen Bürgerplattform nahestehenden, Polit-Aktivisten betrieben.

Szumowski-Plakat.

Am 01.06. wurden Bus- und Straßenbahnhaltestellen im Warschauer Stadtzentrum übersät mit Schmäh-Plakaten, auf denen zu lesen war: „Das Lukas Sz.-Evangelium:

Verfälschen von Covid-19-Statistiken

Empfehlungen zum Abhalten der Wahlen (Szumowski hatte empfohlen, die ursprünglich für den 10.05. geplante Präsidentschaftswahl als eine reine Briefwahl durchzuführen, was die oppositionelle Bürgerplattform in Rage brachte. Sie wollte die Wahl verschieben, um ihre katastrophal schlechte Kandidatin Małgorzata Kidawa-Błońska (mit ca. 5 Prozent Unterstützung) gegen den Stadtpräsidenten von Warschau Rafał Trzaskowski auszutauschen, was schlussendlich auch passiert ist – Anm. RdP)

Schutzmasken für den Arsch für 5 Millionen (Zloty)

Über Leichen zum Ziel.

Szumo-winny Art. 165 kk (ist eine Anspielung auf den Nachnamen Szumowski und die polnischen Wörter „szumowiny“ = Abschaum sowie „winny“ = schuldig, und soll sinngemäß heißen: „Dieser Abschaum hat den Art. 165 des Strafgesetzbuches gebrochen“. In diesem Artikel ist die Rede davon, dass demjenigen, der Schaden großen Ausmaßes für Leben, Gesundheit oder Eigentum heraufbeschwört, eine Freiheitsstrafe zwischen 6 Monaten und 8 Jahren droht – Anm. RdP.

Bushaltestelle mit Szumowski-Plakat in Warschau.

Die Werbeflächen auf den Wartehäuschen pachtet seit Jahren die Werbefirma ams von der Stadt. Sie gehört der „Gazeta Wyborcza“, dem Flaggschiff der Antiregierungs-Propaganda. Die Firma behauptet allen Ernstes, jemand sei in die abschließbaren Glasvitrinen „eingebrochen“.

Am Dienstag verweigerte der Sejm-Ausschuss für Gesundheit mit 18 gegen 17 Stimmen die Unterstützung für den Misstrauensantrag gegen Szumowski, den die Bürgerplattform im Sejm eingebracht hat. Über den Antrag wird der Sejm am Donnerstag, dem 04.06. abstimmen.

Über die Hintergründe der Anti-Szumowski-Kampagne lesen Sie bitte unsere Berichte vom 13.05. und 23-25.05.

Das Gesundheitsministerium hat heute eine interessante vergleichende Graphik über die Schnelligkeit der Einführung von Anti-Epidemie-Maßnahmen in verschiedenen Ländern veröffentlicht. Es sollte ein Beitrag in der Debatte über die Kompetenz von Gesundheitsminister Łukasz Szumowski sein, der diese Regelungen angeregt und umgesetzt hat.

„Wie viele Tage sind vergangen seit der Feststellung der ersten Corona-Infizierung bis zur Schließung der Schulen: Italien – 35, Frankreich – 52, Spanien – 44, Deutschland – 50, Polen – 8.

Bis zur Einschränkung von Massenveranstaltungen: Italien – 39, Frankreich – 44, Spanien – 44, Deutschland – 48, Polen – 6.

Bis zur Verhängung der Ausgangssperre: Italien – 39, Frankreich – 53, Spanien – 44, Deutschland – 55, Polen – 21.

Bis zur Schließung der Grenzen: Italien – keine Angabe, Frankreich – 53, Spanien – 46, Deutschland – 48, Polen – 11.

Eine vorläufige Bilanz staatlicher Corona-Unterstützungs-Maßnahmen für die Wirtschaft hat heute Marlena Maląg, Ministerin für Familie, Arbeit und Sozialpolitik gezogen.

Marlena Maląg,

Im ersten Hilfspaket für Klein- und Kleinstfirmen, bestehend aus der Bezuschussung von Arbeitnehmergehältern, nicht rückzahlbaren Darlehen von bis zu 5.000 Zloty (aktuell ca. 1.150 Euro), der Freistellung von Sozialversicherungsbeiträgen  für bis zu 3 Monate und einer für denselben Zeitraum zu gewährenden Monatspauschale von jeweils 2.000 Zloty (aktuell ca. 450 Euro) für entgangene Einkünfte, wurden bisher 15,3 Milliarden Zloty (aktuell gut 3,5 Milliarden Euro) ausgegeben. Bis jetzt haben 5 Millionen Berechtigte Anträge auf Hilfe aus diesem Topf gestellt.

Im zweiten Hilfspaket, bestehend aus der Bezuschussung der Löhne in mittelgroßen Firmen mit 10 bis 249 Mitarbeitern wurden 42 Milliarden Zloty (aktuell knapp 10 Milliarden Euro) ausgegeben.

In diesen Tagen wird das dritte Hilfspaket für Firmen mit 250 und mehr Mitarbeitern im Wert von 50 Milliarden Zloty (aktuell ca. 11,5 Milliarden Euro) aufgeschnürt werden, das vor Kurzem durch die EU-Kommission genehmigt wurde.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Sommermode“

Donnerstag, 28. Mai bis Montag, 01. Juni 2020

Infizierte: 24.165 Gestorben: 1.074

Am Morgen des 01.06. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.181 Personen in Krankenhäusern behandelt. 77.406 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 11.449. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 15.900. Neuinfizierte: 380.

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 01.05. und dem 01.06. Bitte ggf. vergrößern. 

Am Donnerstag, dem 28.05. starben zehn Personen.

In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 85 Jahre und zwei Männer – 73, 57 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Frauen – 93, 82 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: eine Frau – 66 Jahre. In Wolica bei Kalisz – Mittelpolen: eine Frau – 87 Jahre. In Poznań: ein Mann – 58 Jahre. In Siedlce – Ostpolen: ein Mann – 79 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: ein Mann – 71 Jahre. R.I.P.

Am Freitag, dem 29.05. wurden dreizehn Corona-Tote gemeldet.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Frauen – 87, 51 Jahre und ein Mann – 76 Jahre. In Warschau: eine Frau – 63 Jahre und zwei Männer – 83, 71 Jahre. In Poznań: zwei Frauen – 83, 65 Jahre. In Zgierz bei Łodź/Lodsch: eine Frau – 85 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 86 Jahre. in Gdańsk/Danzig: eine Frau – 93 Jahre. In Kozienice – Mittelpolen: ein Mann – 94 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 45 Jahre. R.I.P.

Am Samstag, dem 30.05. starben an Corona zehn Personen.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 62 Jahre und ein Mann – 67 Jahre. In Warschau: eine Frau – 68 Jahre und ein Mann – 75 Jahre. In Zgierz bei Łódź./Lodsch: zwei Frauen – 92, 90 Jahre. In Wolica bei Kalisz – Mittelpolen: eine Frau: 77 Jahre. In Gdańsk/Danzig: eine Frau – 89 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: eine Frau – 80 Jahre. In Jelenia Góra/ Hirschberg: eine Frau – 51 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 31.05. starben drei Personen.

In Bytom/Beuthen – Oberschlesien: ein Mann – 65 Jahre. In Poznań: eine Frau – 84 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 83 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 01.06. wurden zehn Corona-Tote gemeldet.

In Warschau: zwei Frauen – 84, 71 Jahre und zwei Männer – 92, 89 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: eine Frau – 54 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: eine Frau – 57 Jahre. In Wrocław/Breslau: eine Frau – 69 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 64 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 78 Jahre. In Bytom/Beuthen – Oberschlesien: eine Frau – 75 Jahre. R.I.P. 

Die Epidemie-Lage in Polen ist durchwachsen, so die Einschätzung der meisten Fachleute in diesen Tagen.

Einerseits treten immer neue Lockerungen der Corona-Bestimmungen in Kraft.

Andererseits schwankt die Zahl der Neuerkrankungen seit dem 01.05. (siehe Graphik) unverändert zwischen gut 200 und etwa 400 pro Tag.

Die Zahl der Todesfälle hat sich seit dem 15.05. auf dem Niveau von etwa 10 pro Tag eingependelt.

Die Reproduktionszahl liegt unter 1,0. Nur in 3 von 16 Woiwodschaften/Provinzen bewegt sie sich leicht darüber.

Etwa 90 Prozent der Neuerkrankten weisen keine oder nur ganz geringe Krankheitssymptome auf.

Nur etwa 30 Prozent aller Corona-Betten und knapp 10 Prozent der Beatmungsgeräte in den Seuchen-Krankenhäusern sind belegt. Deswegen soll schon bald ein Teil dieser Einrichtungen wieder ihrem ursprünglichen Zweck dienen.

Grund zur Sorge geben alte und neue Infektionsherde, wo etwa 90 Prozent aller Neuerkrankungen ihren Ursprung haben. In Oberschlesien sind immer noch etwa 4.000 Bergleute infiziert. Da es sich um junge, kräftige Männer handelt, verläuft die Krankheit bei 98 Prozent von ihnen symptomlos. Mittlerweile wurden alle gut 70.000 Kumpel und Angestellte des oberschlesischen Steinkohlebergbaus auf das Corona-Virus getestet.

Weitere Corona-Herde gab es seit dem 28.05. in Warschau in einem Obdachlosenasyl. In Starachowice (Mittelpolen) im Fleischbetrieb Animex Foods (60 Infizierte), der etwa 2.000 Leute beschäftigt. In Białystok in der Teppichfabrik Agnella (40 Infizierte) mit insgesamt knapp 500 Beschäftigten. Auch in Białystok im Krebs-Krankenhaus, zum Glück bei 7 Mitarbeitern, die keinen Kontakt mit den Patienten haben. Das gesamte Personal wurde auf Corona getestet. Weiterhin isoliert bleibt der Corona-Herd in der Möbelfabrik Wersal in Kępno bei Poznań, wo sich knapp 200 von gut 1.000 Mitarbeitern angesteckt haben.

Das Gesundheitsministerium hat angekündigt, es werde ein Screening der gesamten Bevölkerung Polens auf Antikörper gegen das Corona-Virus geben.

Nur so kann man feststellen, wie viele Menschen vom Virus infiziert wurden. Die Entscheidung darüber sei gefallen. Der Termin stehe noch nicht fest, es soll aber „in den nächsten Monaten“ durchgeführt werden. Ähnliche Untersuchungen seien in den meisten Staaten der Welt geplant, so der Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Ab dem 19.06. sollen sich die Fußballstadien wenigstens wieder teilweise füllen. Das kündigten Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und Sportministerin Danuta Dmowska-Andrzejuk am Wochenende an.

Danuta Dmowska-Andrzejuk .

Am Anfang sollen nur 25 Prozent der Zuschauersitzplätze belegt sein dürfen. Die Fußballclubs müssen dafür sorgen, dass es genügend Desinfektionsmittel gibt, dass es zu keinen Menschenansammlungen vor und nach dem Spiel kommt, und dass die Fans in sicheren Abständen platziert werden.

Die Erste und Zweite Fußballliga beginnen ihre Spiele am 02.06. Die Ekstraklasa (entspricht der deutschen Bundesliga) spielt bereits seit dem 30.05. Alle Spiele finden bis zum 19.06. unter Ausschluss des Publikums statt.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Nachdem man den ganzen Tag lang Coronavirus-Nachrichten geschaut hat.“

Dienstag, 26. Mai bis Mittwoch, 27. Mai 2020

Infizierte: 22.437 Gestorben: 1.028

Am Morgen des 27.05. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.320 Personen in Krankenhäusern behandelt. 79.007 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 10.330. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 23.000. Neuinfizierte: 399.

rot:  Corona-infizierte       blau: Verstorbene

Am Dienstag, dem 26.05. starben siebzehn Personen.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: zwei Frauen – 95, 72 Jahre und ein Mann – 72 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 81 Jahre und ein Mann – 66 Jahre. In Gdańsk/Danzig: zwei Frauen – 95, 81 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: ein Mann – 76 Jahre. In Nysa/Neisse – Niederschlesien: eine Frau – 94 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: ein Mann – 73 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: eine Frau – 88 Jahre. In Poznań: eine Frau – 88 Jahre. In Wałbrzych/Waldenburg – Niederschlesien: ein Mann – 88 Jahre. In Radom – Mittelpolen: eine Frau – 60 Jahre. In Wrocław/Breslau: eine Frau – 79 Jahre. In Kozienice – Mittelpolen: eine Frau – 92 Jahre. In Warschau: eine Frau – 83 Jahre. R.I.P.

Am Mittwoch, dem 27. Mai wurden vier Corona-Tote gemeldet.

In Zgierz bei Łodź/Lodsch: eine Frau – 77 Jahre und ein Mann – 80 Jahre. In Gdańsk/Danzig: ein Mann – 75 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 75 Jahre. R.I.P.

Weitere Lockerungen der Epidemie-Verbote haben heute Mittag Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und Gesundheitsminister Łukasz Szumowski verkündet. Ihre Einführung dürfte eine weitgehende Normalisierung des Alltagslebens nach sich ziehen.

Ab dem 30.05.

Gilt die Schutzmaskenpflicht nur noch in öffentlichen Innenräumen: Bussen, Straßenbahnen, Geschäften, Kinos, Theatern, Kirchen, Ämtern.

Die Zahl der Kunden, Besucher und Gläubigen in Geschäften, auf Märkten, in Restaurants und Kirchen ist nicht mehr begrenzt.

Hotelrestaurants- und Bars dürfen wieder öffnen und den Gästen Speisen und Getränke servieren.

Ab dem 06.06.

Sind öffentliche Versammlungen bis zu 150 Personen erlaubt.

Geöffnet werden Kinos, Theater, Opern, Ballettbühnen, Philharmonien, Schwimmhallen, Fitness-Center, Saunen, Sonnen-, Massage- und Tätowierungsstudios, Unterhaltungseinrichtungen.

Die Epidemie-Lage schilderte während derselben Pressekonferenz Gesundheitsminister Łukasz Szumowski.

Łukasz Szumowski.

Szumowskis Thesen:

Die Corona-Herde im oberschlesischen Bergbau und in Kępno bei Poznań, wo in einer Möbelfabrik gut 200 Corona-Infizierte ausgemacht wurden, sind unter Kontrolle gebracht. Alle, die mit den dortigen Infizierten in Berührung gekommen sind, befanden oder befinden sich noch in Quarantäne und wurden dem Corona-Test unterzogen. Beide Herde sind eng eingegrenzt.

Die meisten Neuinfizierungen werden immer noch innerhalb dieser beiden Ausbruchsherde festgestellt. Außerhalb davon ist die Zahl der Neuangesteckten minimal. Das heißt auch, minimal ist die Zahl der unmittelbaren Ansteckungen von Mensch zu Mensch im normalen Alltag, die wir am meisten befürchten.

Etwa 80 Prozent der Betten in den Corona-Krankenhäusern und auf Corona-Stationen stehen leer, 90 Prozent der Beatmungsgeräte werden nicht benutzt. Deswegen werden wir ab dem 30.05. einem Großteil der Corona-Spitäler wieder ihre ursprüngliche Funktion zurückgeben.

Das Gesundheitsministerium hat die neuesten vergleichenden Angaben über die Corona-Sterblichkeit pro 1 Million Einwohner in Europa veröffentlicht.

Spanien – 574, Großbritannien – 544, Italien – 544, Frankreich – 436, Schweden – 399, Deutschland – 101, Österreich – 71, Rumänien – 63, Ungarn – 51, Tschechien – 30, POLEN – 27, Kroatien – 24, Litauen – 23, Griechenland – 16.

Die Polizei hat eine Fußwallfahrt aufgelöst. Es war ein in Polen seit dem Ende des Kommunismus nicht dagewesenes Ereignis.

Pfarrer Wiesław Frelek und die Polizei.

Zum 365. Mal sind in der Stadt Łowicz (90 Kilometer westlich von Warschau) Pilger zu der traditionellen Wallfahrt nach Częstochowa/Tschenstochau, zum Gnadenbild der Schwarzen Madonna, dem wichtigsten Heiligtum der polnischen Katholiken, aufgebrochen. Pilger legen die etwa 180 Kilometer lange Strecke regelmäßig seit dem Jahr 1656 zurück.

Nach etwa 30 Kilometern wurde die Wallfahrt, die ca. 150 Gläubige zählte, von der Polizei gestoppt, mit der Begründung, es sei eine illegale Versammlung. Die Anti-Corona-Vorschriften verbieten alle öffentlichen Zusammenkünfte. Etwa 70 Personen wurden belehrt, ihre Personalien wurden aufgenommen. Pfarrer Wiesław Frelek, der die Wallfahrt leitete, bekam ein Bußgeld von 500 Zloty (aktuell ca. 110 Euro), das er, wie es heißt, „akzeptiert habe“.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Der Vorteil von Homeoffice ist, dass man auf der Arbeit saufen kann.“

Samstag, 23. Mai bis Montag, 25. Mai 2020

Infizierte: 21.631 Gestorben: 1.007

Am Morgen des 25.05. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.268 Personen in Krankenhäusern behandelt. 78.259 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 9.267. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 12.100. Neuinfizierte: 341.

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 01.04. und dem 25.05. Bitte ggf. vergrößern. 

Am Samstag, dem 23.05. starben elf Personen.

In Zgierz bei Łódź/Lodsch: zwei Frauen – 82, 78 Jahre und zwei Männer – 64, 63 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 87 Jahre und ein Mann – 74 Jahre. In Bełchatów bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 87 Jahre und ein Mann – 74 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: ein Mann – 84 Jahre. In Gdańsk/Danzig: ein Mann – 78 Jahre. In Łódź/Lodsch: eine Frau – 87 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 24. Mai wurden drei Corona-Tote gemeldet.

In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 82 Jahre. In Cieszyn/Teschen Südpolen: eine Frau – 49 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: ein Mann – 78 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 25. Mai hat Corona elf Menschen das Leben genommen.

In Warschau: vier Frauen – 99, 91, 85, 81 Jahre und ein Mann – 61 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: eine Frau – 92 Jahre und ein Mann – 85 Jahre. In Bydgoszcz/Bromberg: ein Mann – 66 Jahre. In Siedlce – Ostpolen: ein Mann – 87 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: ein Mann – 65 Jahre. In Poznań: eine Frau – 94 Jahre. R.I.P. 

Die Schutzmaskenpflicht wird bald entfallen, das hat Gesundheitsminister Łukasz Szumowski heute früh den Polen in Aussicht gestellt. Im Gespräch mit dem privaten Fernsehsender Polsat sagte Szumowski, es gäbe drei Woiwodschaften/Provinzen, in denen der Ansteckungskoeffizient bei 1 oder leicht darüber liege. Hier könnte man über eine Verlängerung der Maßnahme nachdenken.

Łukasz Szumowski.

Die Schutzmaskenpflicht gilt an allen öffentlichen Orten in Polen seit dem 16.04. Nase und Mund müssen mit einer Maske, einem Schal oder mit einem Tuch bedeckt sein.

Es hagelte am Wochenende Kritik für Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, weil er sich an die Distanz-Vorschriften nicht gehalten habe.

Am Freitag, dem 22.05. hielt sich der Regierungschef in Oberschlesien auf, wo es im Steinkohlebergbau einen erheblichen Anstieg von Infizierten gibt. In Gliwice/Gleiwitz besuchte Morawiecki zusammen mit dem Woiwoden/Regierungspräsidenten von Oberschlesien Jarosław Wieczorek (rechts i. B.) das Restaurant „Wanilia“, wo sich die beiden an einen Tisch mit dem Inhaberehepaar setzten und gemeinsam zu Mittag aßen. Die Eigentümer waren in den Genuss staatlicher Unterstützung für Corona-geschädigte Unternehmen gekommen.

„Dank dem staatlichen Anti-Corona-Schutzschirm können wir heute hier sitzen und gelassen in die Zukunft schauen, das sagten mir die Inhaber. Die Gastronomie ist ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft und eine soziale Infrastruktur, die zwischenmenschliche Bande stärkt. Nutzt also Eure lokalen Lieblingsrestaurants“, schrieb der Ministerpräsident auf Twitter und fügte Bilder von dem Besuch bei.

Seitdem ab 18.05. Restaurants, Bars und Cafés wieder geöffnet haben, dürfen an einem Tisch nur Personen sitzen, die gemeinsam in einem Haushalt leben. Ansonsten müssen die Abstände an einem Tisch zwischen den Gästen 1,5 Meter betragen und sie dürfen sich nicht gegenüber sitzen, was der Regierungschef und seine Begleitung offensichtlich nicht befolgt haben.

Piotr Müller..

Heute früh sagte Regierungssprecher Piotr Müller dem privaten Fernsehsender TVN24, man habe den Regierungschef, der sich ansonsten streng an alle Corona-Vorschriften hält, falsch informiert, die o. e. Vorgaben seien nur eine Empfehlung, während sie in Wirklichkeit bindend seien. „Wir bedauern das außerordentlich“, so Müller.

Am Samstag, dem 22.05. kam es in Warschau zu Auseinandersetzungen zwischen Gegnern der Anti-Corona-Vorschriften und der Polizei.

Etwa 800 Menschen nahmen Teil an einer nicht genehmigten Demonstration, zu der Paweł Tanajno (im Bild i. d. Mitte) aufgerufen hatte, ein Krawall-Politiker, der für das Amt des Staatspräsidenten kandidiert. Die Unterstützung für ihn liegt, laut allen bisherigen Umfragen, deutlich unter 1 Prozent.

Es sollte ein „Unternehmer-Protest“ sein gegen Epidemie-Vorschriften, die „die Wirtschaft fesseln“, vor allem jedoch, so die einhellige Meinung der Beobachter, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Kandidaten lenken sollte. Der Protest, an dem viele stadtbekannte Rowdys teilnahmen, war nicht angemeldet und verstieß zudem gegen das Versammlungsverbot, das wegen Corona im Land herrscht. Die meisten Teilnehmer trugen keinen Mundschutz, wahrten nicht den vorgeschriebenen Abstand von 2 Metern.

Nachdem die Polizei die Demonstranten wiederholt vergebens zum Auseinandergehen aufgerufen hatte, wurden 7 Personen festgenommen, 7 weitere bekamen Geldstrafen, gegen 80 wurde Strafanzeige erstattet und gegen 180 ein Antrag an die Sanitätsinspektion gerichtet, Geldstrafen wegen Verstoßes gegen die Epidemie-Vorschriften zu verhängen. Es kam zu leichten Zusammenstößen und Rempeleien.

Tanajno selbst verbrachte als einziger die Nacht im Arrest. Die Beschwerde seines Anwaltes gegen die Festnahme hat ein Gericht noch am Abend verworfen. Die Festnahme sei legal, begründet und ordnungsgemäß gewesen, weil Tanajno Beamte tätlich angegriffen habe, was aus dem Filmmaterial der Polizei zweifelsfrei hervorgehe. Tanajno müsse der Polizei zur Verfügung stehen, damit sie ihn eingehend vernehmen kann, um anschließend Anzeige erstatten zu können, so das Gericht.

Das ist inzwischen geschehen. Tanajno befindet sich seit Sonntag, dem 24.05. nachmittags wieder auf freiem Fuß.

Die Staatsanwaltschaft Warschau hat ein Untersuchungsverfahren wegen nicht gebrauchsfähiger Schutzmasken aus China eingeleitet.

Anzeige erstattet hat das Gesundheitsministerium, das im April 120.000 Schutzmasken von einem Unternehmer aus Zakopane kaufte, der, bevor er sich beruflich veränderte, vor einigen Jahren dem heutigen Gesundheitsminister Łukasz Szumowski und seinem Bruder Skiunterricht erteilt hatte.

Der Unternehmer frischte den Kontakt zum Bruder des Ministers, einem Pharmaunternehmer, auf und bat um Vermittlung. Er habe 120.000 chinesische Schutzmasken zu verkaufen. Im Gesundheitsministerium jedoch wurde er auf den ordnungsgemäßen Weg der Angebots-Einreichung verwiesen. Ein Eingreifen des Ministers in das Geschäft konnte nicht nachgewiesen werden. Die Masken haben sich als nutzlos erwiesen, obwohl der Anbieter chinesische Zertifikate vorlegte. Der Kauf erfolgte in einer Zeit, in der Masken Mangelware waren und ein heftiger Kampf um jede auf dem Weltmarkt angebotene Partie tobte.

Das Ministerium forderte den Unternehmer auf, das Geld, etwa 5 Millionen Zloty (aktuell ca. 1,1 Millionen Euro), zurückzuzahlen. Als das nicht geschah, erstattete das Gesundheitsministerium Strafanzeige. Wir haben darüber ausführlich am 13.05. berichtet.

Anzeige erstattet haben auch eine Wohltätigkeits-Organisation und eine staatliche Großfirma, die beim Kauf von einigen Millionen Masken auf dieselbe Art betrogen wurden. Dieselben falschen Zertifikate sind, wie man heute weiß, auch in Spanien aufgetaucht. Als nicht gebrauchsfähig haben sich ebenfalls 1,5 Millionen chinesische Schutzmasken erwiesen, die die EU-Kommission gekauft hat. 615.000 von ihnen gingen nach Polen.

Es geht darum festzustellen, ob und inwieweit die polnischen Anbieter in den Schwindel mit den falschen Zertifikaten eingeweiht waren. Auf Anweisung der Staatsanwaltschaft hin, hat die Polizei inzwischen in Zakopane und an anderen Orten Firmensitze durchsucht und eine erhebliche Zahl an Unterlagen sichergestellt.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

Donnerstag, 21. Mai bis Freitag, 22. Mai 2020

Infizierte: 20.619 Gestorben: 982

Am Morgen des 22.05. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.261 Personen in Krankenhäusern behandelt. 77.768 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 8.731. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 22.300. Neuinfizierte: 476.

rot: Erkrankte     blau: Verstorbene

Am Donnerstag, dem 21.05. starben zehn Personen.

In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 85 Jahre und ein Mann – 63 Jahre. In Radom – Mittelpolen: zwei Männer – 76, 70 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: zwei Männer – 78, 63 Jahre. In Puławy bei Warschau: eine Frau – 60 Jahre. In Wrocław/Breslau: eine Frau – 51 Jahre. In Warschau: eine Frau – 71 Jahre. In Ostrów Wielkopolski – Westpolen: ein Mann – 59 Jahre. R.I.P.

Am Freitag, dem 22. Mai wurden zehn Corona-Tote gemeldet.

In Warschau: zwei Männer – 81, 57 Jahre. In Wolica bei Kalisz – Mittelpolen: zwei Frauen – 92, 89 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 85 Jahre. In Głuchołazy/Ziegenhals bei Opole/Oppeln: eine Frau – 83 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: ein Mann – 78 Jahre. In Bydgoszcz/Bromberg: eine Frau – 50 Jahre. In Wrocław/Breslau: eine Frau – 92 Jahre. In Koszalin/Köslin: ein Mann – 71 Jahre. R.I.P. 

Die Situation im oberschlesischen Steinkohlebergbau hat sich stabilisiert, „auf einem hohen Niveau“ der Ansteckungen, so die Aussagen und Verlautbarungen von offizieller Seite.

Heute trat Artur Dyczko, stellv. Direktor und Chef des Krisenstabes in der Jastrzębie/Jastrzemb Kohlegesellschaft (JSW), vor die Medien. Die JSW ist die zweitgrößte von den 6 Staats-Holdings, in denen die 28 polnischen Steinkohlegruben zusammengefasst sind. Sie betreibt 7 Bergwerke mit knapp 29.000 Bergleuten und Angestellten. Die JSW ist im südlichsten Teil Oberschlesiens, direkt an der tschechischen Grenze, tätig und fördert hochwertige Kokskohle.

Dyczkos Thesen:

Zwischen dem 01.05. und heute früh wurden in der gesamten Belegschaft 1.296 Corona-Fälle festgestellt. Infiziert waren oder sind noch 1.171 Kumpel der Zeche „Pniówek“ in Pawłowice unweit von Jastrzębie. Heute sind knapp 1.500 Bergleute dort in die Grube eingefahren. Bei allen sind zweifache Tests negativ ausgefallen. Die Grube, in der 7.000 Leute arbeiten, hat ihren Betrieb nicht eingestellt.

In Betrieb ist auch die Grube „Zofiówka“ in Jastrzębie, wo es 114 Infizierte gab.

Mittlerweile haben sich alle knapp 29.000 JSW-Mitarbeiter dem Corona-Test unterzogen. Zuerst wurden sie auf Corona-Antikörper untersucht. Fiel dieser Test positiv aus, wurde das Ergebnis durch einen Gen-Test überprüft. Heute früh wartete man noch auf ca. 2.000 Endergebnisse.

Die JSW baut Kokskohle von 28 Flözen ab. Im ersten Quartal 2020 hat sie insgesamt 4,1 Millionen Tonnen Kokskohle gefördert (um 4,4 Prozent mehr als im letzten Quartal 2019) und 800.000 Tonnen Koks hergestellt (21 Prozent mehr als im letzten Quartal 2019). Der Preis pro Tonne Kokskohle war Anfang 2020 um 3,5 Prozent niedriger als im ersten Quartal 2019, der Koks-Preis fiel um 11 Prozent. Der Verlust der JSW im ersten Quartal 2020 belief sich auf 209 Millionen Zloty (aktuell ca. 46 Millionen Euro).

Das zweite Quartal 2020, so Dyczko, dürfte wegen der Corona-Epidemie und der, vor allem im April, zeitweilig zurückgegangenen Nachfrage um einiges schlechter ausfallen.

Seit Mitte März gelten im gesamten polnischen Steinkohlebergbau besondere Schutzmaßnahmen. An den Toren wird bei allen Ankommenden die Körpertemperatur gemessen. Die Arbeitszeiten wurden verkürzt, damit sich die Schichten nicht begegnen. Die Zahl der ein- und ausfahrenden Kumpel pro Förderkorb wurde stark eingeschränkt. Schutzmasken und Brillen sind über und unter Tage Pflicht. Alle Gemeinschaftsräume (Kaue, Lampenstuben, Waschräume, Hängebänke) werden nach jeder Schicht desinfiziert. Unter Tage sind es die Schienenzüge, mit denen die Kumpel zu den Abbaustellen gefahren werden.

Im April 2020, auf ihrem Höhepunkt, hat die Corona-Epidemie der Wirtschaft Polens schwer zugesetzt, so das Fazit der heutigen Verlautbarung des Statistischen Hauptamtes (GUS).

Die Industrieproduktion ist im Vergleich zum April 2019 um 24,6 Prozent zurückgegangen.

Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen hat sich im Vergleich zum April 2019 um 22 Prozent verringert.

● Im Vergleich zum April 2019 stieg die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen um 55.400 auf eine Gesamtzahl von knapp 965.000. Entlassen wurden allerdings 163.500 Menschen (davon gut 40.000 Ausländer, zumeist Ukrainer), die von ihren Arbeitgebern im April 2020 bei der Sozialversicherungsanstalt als Beitragszahler abgemeldet wurden. Die meisten von ihnen werden sich wahrscheinlich erst im Mai und Juni arbeitslos melden. Bis zum Jahresende dürfte die Zahl der Arbeitslosen auf bis zu 1,4 Millionen ansteigen. Das entspräche einer Arbeitslosenquote von ca. 10,5 Prozent.

Um knapp 23 Prozent ist im April 2020, im Vergleich zum April 2019, die Binnennachfrage zurückgegangen. Es wurden 54 Prozent weniger Neuwagen verkauft, 33 Prozent weniger Treibstoffe, 15 Prozent weniger Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren, 64 Prozent weniger Schuhe und Bekleidung, 17 Prozent weniger Möbel, Haushalts- sowie Rundfunk- und Fernsehgeräte, 23 Prozent weniger Bücher und Presseerzeugnisse.

Alle Beobachter, auch die EU-Kommission in ihrer Frühjahrsprognose, gehen davon aus, dass sich Polens Wirtschaft schnell erholen wird. Als sehr hilfreich wird dabei die Abwertung des Zloty um bis zu 7 Prozent seit Anfang März 2020 angesehen, die den Export beflügeln dürfte.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Maske von Mama. Maske von Papa. Maske von Opa.“

Dienstag, 19. Mai bis Mittwoch, 20. Mai 2020

Infizierte: 19.739  Gestorben: 962

Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.414 Personen in Krankenhäusern behandelt. 76.957 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 8.182. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 21.600. Neuinfizierte: 471.

rot: Erkrankte     blau: Verstorbene

Am Dienstag, dem 19.05. starben zwölf Personen.

In Warschau: eine Frau – 83 Jahre und ein Mann – 83 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: eine Frau – 83 Jahre und ein Mann – 71 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: ein Mann – 68 Jahre. In Ozimek/Malapane bei Opole/Oppeln: eine Frau – 90 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 87 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 86 Jahre. In Kobiernice/Kobiernitz – Oberschlesien: eine Frau – 58 Jahre. In Gdańsk/Danzig: eine Frau – 82 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: ein Mann – 68 Jahre. In Siedlce – Ostpolen: eine Frau – 59 Jahre. R.I.P.

Am Mittwoch, dem 20. Mai wurden vierzehn Corona-Tote gemeldet.

In Warschau: eine Frau – 90 Jahre und drei Männer – 87, 75, 72 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 89 Jahre und ein Mann – 88 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: eine Frau – 91 Jahre und ein Mann – 75 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 86 Jahre. In Poznań: eine Frau – 77 Jahre. In Chorzów/Königshütte – Oberschlesien: ein Mann – 91 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 80 Jahre. In Wrocław/Breslau: ein Mann – 69 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: ein Mann – 80 Jahre. R.I.P.

Polens Corona-Mediziner bekommen jetzt einen Ausgleich dafür, dass sie zur Krisenbewältigung ihre Zweit- und Drittstellen aufgegeben haben, so die Verlautbarung des Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ). Der NFZ verwaltet alle Einnahmen (Gesundheitsbeiträge der Bevölkerung, staatliche Zuschüsse) und Ausgaben des polnischen staatlichen Gesundheitswesens.

Den Ausgleich erhalten sollen, 4.135 Ärzte, 9.334 Krankenschwestern, 424 Rettungssanitäter und 1.618 weitere Mitarbeiter, die an 94 Corona-Seuchenkrankenhäusern oder Stationen arbeiten. Sie alle sind vor der Krise, in verschiedenem Umfang, zusätzlichen Tätigkeiten im staatlichen oder privaten Gesundheitswesen nachgegangen, um ihre Einkommen aufzubessern. Mit Ausbruch der Corona-Epidemie wurden sie verpflichtet, sich ausschließlich auf ihre Corona-Arbeitsplätze zu beschränken, um die Patienten an den Orten ihrer zusätzlichen Tätigkeit keiner Ansteckungsgefahr auszusetzen. Dafür wurde ihnen ein Ausgleich versprochen.

Nach den gerade bekannt gewordenen Richtlinien, sollen die im März entgangenen Einnahmen zu 80 Prozent ausgeglichen werden, allerdings beschränkt auf einen Maximalbetrag von 10.000 Zloty (aktuell ca. 2.200 Euro).

Die Corona-Krankenhäuser und -Stationen erhalten eine Sonderfinanzierung. Ein solches Krankenhaus mit etwa 400 Betten bekommt für die Bereitstellung zusätzlich 1,5 Millionen Zloty (aktuell ca. 330.000 Euro) im Monat sowie 450 Zloty (aktuell ca. 100 Euro) pro Tag für jeden Corona-Patienten. Das sind bei Vollauslastung weitere 5,5 Millionen Zloty im Monat, vor allem für die Aufstockung der Gehälter. Das gesamte Personal dieser Krankenhäuser wurde zusätzlich unfallversichert.

Im Durchschnitt bekommen die Corona-Mediziner einen Aufschlag von etwa 30 Prozent auf ihre regulären Gehälter.

Die Zahl von reinen Corona-Krankenhäusern soll kleiner werden, so Gesundheitsminister Łukasz Szumowski heute vor den Medien. Zuerst werden die Häuser mit der geringsten Belegung wieder in normale Krankenhäuser umgewandelt, in denen Corona-Stationen eingerichtet werden sollen.

Łukasz Szumowski.

In den heute tätigen 21 Corona-Krankenhäusern sind 1.155 Betten und 72 Vollbeatamungsgeräte belegt. Die höchste Belegung gab es am 19.05. in Oberschlesien: 239 Kranke auf 592 verfügbare Betten. In der Woiwodschaft Leubus mit Zielona Góra/Grünberg dagegen waren lediglich 2 Betten von 200 belegt. In Ermland-Masuren: 17 Kranke auf 170 Betten. In der Woiwodschaft Białystok: 17 belegte Betten von 540.

„Wir wissen inzwischen, wie man ein Netzwerk von Seuchen-Krankenhäusern während einer Epidemie schafft. Sollte es notwendig sein, dieses Netzwerk zu reaktivieren, dann können wir das in kurzer Zeit tun“, so Szumowski.

Die polnische staatliche Fluggesellschaft LOT will am 01.06. den Inlandsverkehr wieder aufnehmen. Zuerst die Verbindungen von Warschau nach Gdańsk, Kraków, Rzeszów, Szczecin, Wrocław und Zielona Góra, sowie (einmal täglich) zwischen Kraków und Gdańsk.

Mitnehmen darf man vorerst nur ein Stück Handgepäck bis 10 Kilogramm. Die Maschinen sind mit HEPA (High Efficiency Particulate-Air)-Filtern ausgestattet, die 99,9 Prozent aller Bakterien und Viren, die sich in der Luft befinden, beseitigen. Für Passagiere gilt die Mundschutzpflicht. Das Bordpersonal trägt Schutzkleidung. Snacks und Getränke werden in geschlossenen Behältern serviert.

Allen Passagieren wird vor dem Betreten des Flughafens die Temperatur gemessen. Es gibt nur einen automatischen Check-in. Alle Geschäfte, Restaurants und Cafés in den Terminals bleiben geschlossen.

„So trostlos kann Fliegen sein“, lautete die Überschrift zu dieser Meldung auf mehreren Internetportalen.

Aufgeschnappt im polnischen Internet. Überall schlecht, aber zu Hause ist es am schlechtesten.“

Samstag, 16. Mai bis Montag, 18. Mai 2020

Infizierte: 18.885 Gestorben: 936

Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.544 Personen in Krankenhäusern behandelt. 80.947 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 7.628. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 15.700.

Am Sonnabend, dem 16.05. starben acht Personen.

In Kraków: zwei Männer – 68, 67 Jahre. In Wolica bei Kalisz – Mittelpolen: zwei Frauen – 85, 79 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: ein Mann – 92 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 71 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: ein Mann – 81 Jahre. In Warschau: ein Mann – 69 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 17.05. hat Corona zehn Menschenleben ausgelöscht.

In Kraków: eine Frau – 90 Jahre und ein Mann – 66 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Männer – 80, 68 Jahre. In Poznań: eine Frau – 85 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: ein Mann – 78 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 70 Jahre. In Piaseczno bei Warschau: ein Mann – 79 Jahre. In Łomża – Nordostpolen: ein Mann – 91 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: eine Frau 87 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 18. Mai wurden elf Corona-Tote gemeldet.

In Łańcut – Südostpolen: eine Frau – 91 Jahre und ein Mann – 88 Jahre. In Wrocław/Breslau: zwei Männer – 94, 86 Jahre. Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 53 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 69 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: ein Mann – 70 Jahre. In Wolica bei Kalisz – Mittelpolen: eine Frau – 94 Jahre. In Siedlce – Ostpolen: ein Mann – 69 Jahre. In Kozienice – Mittelpolen: eine Frau – 68 Jahre. R.I.P.

Teresa Wójcik.

Und sie hat Corona überlebt. Die 103-jährige Teresa Wójcik wurde heute als geheilt aus dem Krankenhaus in Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln entlassen. Die Rentnerin hat 4 Enkel und 9 Urenkel, aber ihre beiden Söhne sind bereits gestorben. Sie war ihr ganzes Leben lang Hausfrau in Wędrynia/Wendrin, einem Dorf im Landkreis Kluczbork/Kreuzburg unweit von Opole. Seit 2019 lebt sie in einem Altersheim.

Das Anti-Epidemie-Vorgehen der Regierung beurteilen 44 Prozent der Polen mit „eindeutig“- oder „eher positiv“ (vor 2 Wochen waren es 45 Prozent). „Eindeutig“- oder „eher negativ“ sehen es 42 Prozent (unverändert). 13 Prozent haben keine Meinung.

Die Beurteilungen sind, wie immer, sehr stark parteipolitisch gefärbt. Von denjenigen, die sich als Wähler von Recht und Gerechtigkeit ausgeben, beurteilen 78 Prozent die Epidemie-Maßnahmen der Regierung als positiv, 22 Prozent als negativ (vor 2 Wochen waren es 86 und 14 Prozent). Unter den Wählern der oppositionellen Bürgerplattform betragen die „Negativ“-Urteile 82 Prozent, „Positiv“-Urteile machen 18 Prozent aus (vor zwei Wochen waren es 74 und 26 Prozent). Repräsentativ ausgewählt und befragt wurden für die Untersuchung zwischen dem 12. und dem 14. Mai 1.070 Personen.

Ein historischer Tag: Die Friseure haben wieder aufgemacht, nach gut 6 Wochen Corona-Pause. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki ließ es sich nicht nehmen, die erste sich bietende Gelegenheit zum Haareschneiden zu ergreifen. Einen Kurzfilm, der dieses epochale Ereignis auf Facebook veranschaulicht, versah der Regierungschef mit folgendem Kommentar:

„Viele von uns haben auf diesen Tag sehnsüchtig gewartet. Das Klappern der Schere, das Summen des Haartrimmers sind freudige Klänge, die die Rückkehr zur (neuen) Normalität symbolisieren. Noch nie hat der Friseur-Besuch so viel Freude bereitet. Haben Sie den Unterschied bemerkt?“, schloss Morawiecki seine Notiz mit dem Hinweis auf sein Aussehen und versah sie mit einem Nachsatz: „Bitte, lasst uns daran denken, lokale Kleinunternehmen zu unterstützen.“

5,9 Millionen Quarantänekontrollen hat die Polizei seit dem Beginn der Epidemie am 13.03. durchgeführt, dies teilte die Hauptkommandantur der Polizei heute mit. Allein gestern gab es gut 82.000 Kontrollen, bei denen 360 Verstöße festgestellt wurden.

Zur Hälfte erfolgen diese Kontrollen inzwischen mittels einer Handy-App, die den Beamten auf der Wache veranschaulicht, ob der Betroffene zu Hause ist. Ansonsten sind Streifen unterwegs, die über die Gegensprechanlagen an der Haustür oder per Handy die Betroffenen auffordern, sich im Fenster zu zeigen. Um die Aufgabe zu bewältigen, werden Polizisten von Beamten der kommunalen Ordnungsdienste, Feldgendarmen und Soldaten der Territorialverteidigung unterstützt.

Die häusliche Quarantäne dauert 14 Tage. Ihr unterliegen in Polen Personen, die mit Corona-Infizierten in Berührung gekommen sind und auf den Corona-Test warten, der erst am 12. Tag nach Beginn der Quarantäne durchgeführt werden kann.

Das Landesweite Corona-Patienten-Register soll um einige  Angaben erweitert werden: Das Datum des Auftretens der ersten Symptome Der Zustand des Patienten bei der Aufnahme im Krankenhaus Seine Telefonnummer, um nach der Entlassung den Gesundheitszustand weiterhin zu überprüfen und eventuelle Spätfolgen zu untersuchen.

Das Register ist am 08.04. durch eine Verfügung des Gesundheitsministers für 12 Monate entstanden. Es enthielt bisher den Vornamen, Namen, das Geburtsdatum, die Staatsangehörigkeit und die Anschrift des Patienten sowie 20 weitere Angaben zum Verlauf der Erkrankung und den angewandten Therapien, die täglich ergänzt werden mussten. Das Register führt und verwaltet das Nationale Institut für Herzerkrankungen in Warschau, da es über das modernste Computer- und Rechenzentrum im polnischen Gesundheitswesen verfügt.

Die Oberste Ärztekammer, die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung in Polen (entspricht der deutschen Bundesärztekammer), hatte bereits vor einem Monat das Gesundheitsministerium darauf hingewiesen, dass das tägliche Ergänzen des Registers die ohnehin überlasteten Ärzte überfordern werde. „Ohne den Sinn der Schaffung von solchen Registern in Frage zu stellen, weist die Oberste Ärztekammer darauf hin, dass die Ärzte schon jetzt über das Maß des Erträglichen mit bürokratischen Pflichten belastet sind und immer weniger Zeit für die Patienten haben.“

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Homeoffice bedeutet soweit nüchtern zu bleiben, dass man in der Lage ist, eine E-Mail zu beantworten.“

Freitag, 15. Mai 2020

Infizierte: 18.016 Gestorben: 907

Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.579 Personen in Krankenhäusern behandelt. 95.068 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 6.918. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 21.900.

Vierundzwanzig Menschen hat Corona heute das Leben genommen.

In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 74 Jahre und drei Männer – 82, 74, 67 Jahre. In Legnica/Liegnitz – Niederschlesien: zwei Frauen – 88, 80 Jahre und zwei Männer – 88, 60 Jahre. In Strarachowice – Mittelpolen: eine Frau – 69 Jahre und ein Mann – 69 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: eine Frau – 73 Jahre und ein Mann – 87 Jahre. In Zawiercie – Oberschlesien: eine Frau – 67 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: eine Frau – 70 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: eine Frau – 73 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: eine Frau – 80 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 88 Jahre. In Mikołów/Nikolai – Oberschlesien: ein Mann – 63 Jahre. In Koszalin/Köslin: ein Mann – 74 Jahre. In Bydgoszcz/Bromberg: eine Frau – 90 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: eine Frau – 71 Jahre. In Wolica bei Kalisz – Mittelpolen: eine Frau – 94 Jahre. In Wrocław/Breslau: eine Frau – 48 Jahre. In Lublin: ein Mann – 57 Jahre. R.I.P.

Die Situation in Oberschlesien ist weiterhin besorgniserregend, aber wenigstens unter Kontrolle, so das Fazit offizieller Verlautbarungen sowie von Medienberichten bis heute Abend. Anhand von ihnen lässt sich ein folgendes Bild der Lage rekonstruieren:

Von den 29 polnischen Steinkohlegruben sind 28 staatlich und in 6 Holdings zusammengefasst.

Die grõßte von ihnen ist die Polska Grupa Górnicza (PGG – Polnische Bergbaugruppe). Sie vereinigt 16 Bergwerke, beschäftigt gut 41.000 Bergleute und Angestellte.

Mittlerweile ist die Zahl der Infizierten in den Belegschaften der PPG auf knapp 1.200 angestiegen. Fast alle befinden sich in Quarantäne. In Quarantäne sind zudem weitere etwa 1.000 Mitarbeiter (teilweise noch) ohne positiven Befund, die mit den Angesteckten in Berührung gekommen sind. 

In 3 PPG-Bergwerken ruht deswegen vorläufig die Arbeit: „Jankowce“ in Rybnik (574 Infizierte), „Murcki-Staszic“ in Katowice/Kattowitz (205 Infizierte) und „Sośnica“ in Gliwice/Gleiwitz (351 Infizierte).

Dennoch fahren jeden Tag bis zu einhundert Kumpel pro Schicht in jede der drei Gruben ein. Die Förderung muss auf einem Minimalniveau aufrechterhalten werden. Sonst erhitzt und entzündet sich die Kohle im Flöz, es kommt zu Methanexplosionen und der Vernichtung der Streben mit allen sich dort befindenden Maschinen.

Bei der gesamten Belegschaft der drei erwähnten Zechen (knapp 7.500 Kumpel und Angestellte)  sind mittlerweile Corona-Tests durchgeführt worden. Zu diesen Bergwerken hat man, beginnend  am 05.05., sogenannte Abstrich-Busse geschickt, um bei allen Mitarbeitern und den im Haushalt lebenden Familienangehörigen Corona-Tests vorzunehmen. Die Auswertung erfolgte und erfolgt teilweise noch in den Corona-Testlabors der Region sowie in den benachbarten Woiwodschaften.

Als eine vorrangige Aufgabe gilt weiterhin die Einrichtung von Isolierhäusern, damit Corona-Infizierte, die nicht ins Krankenhaus müssen, während der Quarantäne dort, und nicht zu Hause, untergebracht sein können.

In 5 weiteren Bergwerken und 2 Betrieben der PPG wurden vereinzelt Infizierte festgestellt.

Probleme mit Corona hat ebenfalls die zweitgrößte Holding, die Jastrzębie/Jastrzemb Kohlegesellschaft (JSW), die 7 Bergwerke betreibt, mit knapp 29.000 Bergleuten und Angestellten. Sie ist im südlichsten Teil Oberschlesiens, direkt an der tschechischen Grenze tätig, und fördert hochwertige Kokskohle.

Mittlerweile sind knapp 385 Kumpel der Zeche „Pniówek“ in Pawłowice unweit von Jastrzębie durch Corona infiziert. Gut 200 Bergleute befinden sich in Quarantäne. Die Grube, in der 7.000 Leute arbeiten, hat ihren Betrieb nicht eingestellt.

Weitere 14 Infizierte hat man in zwei anderen JSW-Zechen ausgemacht.

Etwa 360 Infizierte gibt es inzwischen unter den Bergleuten und Angestellten der Zeche „Bobrek“ in Piekary Śląskie/Deutsch Piekar, knapp 20 Kilometer nördlich von Katowice. Sie gehört zu der Misch-Holding Węglokoks (Stahlwerke, Kraftwerke und das besagte Bergwerk „Bobrek“) mit insgesamt knapp 6.000 Beschäftigten. Auch diese Zeche setzt die Arbeit fort.

Die Behörden werden nicht müde zu beteuern, dass Oberschlesien nicht zu einer gesperrten Seuchenzone erklärt wird.

Epidemiologisch gesehen ist die Lage ernst. Medizinisch gesehen ist sie, zum Glück, weniger schlimm, weil 97 Prozent der Infizierten keine Krankheitssymptome aufweisen. Es sind überwiegend junge Männer in körperlich guter Verfassung und mit einem starken Immunsystem. Das hat wiederum den Nachteil, dass, wer krank ist, sich jedoch gesund fühlt, leichter andere ungewollt anstecken kann.

Im Bergbau, vor allem unter Tage, fällt es besonders schwer, epidemiebedingte Hygieneauflagen einzuhalten.

Seit Mitte März gelten im gesamten polnischen Steinkohlebergbau besondere Schutzmaßnahmen. An den Toren wird bei allen Ankommenden die Körpertemperatur gemessen. Die Arbeitszeiten wurden verkürzt, damit sich die Schichten nicht begegnen. Die Zahl der ein- und ausfahrenden Kumpel pro Förderkorb wurde stark eingeschränkt. Schutzmasken und Brillen sind über und unter Tage Pflicht. Alle Gemeinschaftsräume (Kaue, Lampenstuben, Waschräume, Hängebänke) werden nach jeder Schicht desinfiziert. Unter Tage sind es die Schienenzüge, mit denen die Kumpel zu den Abbaustellen gefahren werden.

All das erwies sich offensichtlich als nicht ausreichend.

In allen Berichten wird die Sorge der Betroffenen um den Erhalt der Arbeitsplätze hervorgehoben. Nach einigen Höhenflügen im letzten Jahr ist der Kohlepreis wegen der Corona-Epidemie tief gefallen. Das Schicksal von gut 80.000 Familien hängt in Oberschlesien direkt vom Steinkohlebergbau ab. Zudem kommen etwa 240.000 Arbeitsplätze, die es in den unterschiedlichsten Dienstleistungen ohne die Steinkohleförderung nicht gäbe. Hygieneauflagen bei der Durchführung der Abitur- und Achtklässler-Prüfungen hat heute das Bildungsministerium bekanntgegeben.

Mundschutzpflicht besteht bis zur Einnahme der Plätze im Prüfungsraum.

Bänke im Prüfungsraum müssen im Abstand von mindestens 1,5 Metern in jede Richtung aufgestellt sein.

Die Schüler benutzen ausschließlich ihre eigenen Schreib- und Hilfsgeräte.

Gruppenbildung vor der Schule bzw. vor dem Prüfungsraum soll verhindert werden.

Die Prüfungsräume müssen vor jeder Prüfung desinfiziert werden.

Die Achtklässler-Zentralprüfung für Grundschulabgänger soll vom 16.06. bis 18.06. stattfinden. Ursprünglich waren sie vom 21.04. bis 23.04. geplant. Rund 350.000 Achtklässler werden sie in diesem Jahr ablegen. Die Ergebnisse sollen am 31.07. bekannt gegeben werden.

Das Zentralabitur wurde, epidemiebedingt, auf den 08.06. bis 29.06. verlegt. Ursprünglich sollte es vom 04.05. bis 21.05. stattfinden. Es gibt in diesem Jahr 270.000 Abiturienten. Außerdem wollen 100.000 Abiturienten aus vergangenen Jahren einzelne Prüfungen erneut ablegen, um eine bessere Note zu bekommen. Die Ergebnisse werden am 11.08. veröffentlicht.

Der erste Patho-Streamer wurde dingfest gemacht, so der heutige Polizeibericht aus Gdańsk/Danzig.

Der 13-Jährige drang in den laufenden Online-Unterricht ein, beschimpfte Lehrer und Schüler. Er glaubte anonym zu bleiben, wurde aber schnell ausfindig gemacht.

Auf das unerlaubte Eindringen in ein Computersystem stehen in Polen bis zu 2 Jahre Gefängnis. Beleidigung wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe geahndet. Da der Täter jünger als 17 Jahre und damit nicht strafmündig ist, wird sich ein Jugendgericht seiner annehmen.

Seit einigen Wochen häufen sich Beschwerden von Lehrern und Eltern, dass es Hackern aus der sogenannten Patho-Streamingszene gelingt, in den laufenden Online-Unterricht einzudringen. Sie stören ihn, indem sie Lehrer und Schüler aufs Übelste beschimpfen und beleidigen oder Filme und andere Darstellungen von Obszönitäten und brutalster sadistischer Gewalt einspielen. Leider sind es manchmal Schüler, die ihnen solche „E-Learning-Rallyes“, wie sie sie nennen, erleichtern, indem sie Links oder Codes für die Teilnahme am E-Unterricht weitergeben.

Das für das Internet und die Computerisierung zuständige Digitalisierungsministerium (Ministerstwo Cyfryzacji) hat inzwischen zwei Internetplattformen dazu gebracht, zwei Patho-Streaminggruppen mit jeweils etwa 3.000 Nutzern aus dem Netz zu verbannen und die E-Konten von Webmastern, die die „Rallyes“ koordinierten, zu blockieren.

Das Justizministerium hat inzwischen angekündigt, Patho-Streaming solle von nun an mit aller Härte des Gesetzes bekämpft werden. 

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

Untergrundfrisieren in Corona-Zeiten: „So lassen oder den Pony kürzer machen?“

Donnerstag, 14. Mai 2020

Infizierte: 17.615 Gestorben: 883

Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.583 Personen in Krankenhäusern behandelt. 96.708 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 6.696. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 26.200.

Zweiundzwanzig Menschen starben heute an Corona, darunter eine 18-Jährige.

In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 75 Jahre und drei Männer – 93, 78, 66 Jahre. In Poznań: eine Frau – 89 Jahre und ein Mann – 75 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: eine Frau – 83 Jahre. In Cieszyn/Teschen – Südpolen: eine Frau – 62 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: eine Frau – 90 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 69 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: ein Mann – 60 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: eine Frau – 90 Jahre. In Wałbtrzych/Waldenburg – Niederschlesien: ein Mann – 68 Jahre. In Bielsk Podlaski – Ostpolen: ein Mann – 96 Jahre. In Wrocław/Breslau: ein Mann – 42 Jahre. In Strzelce Opolskie/Groß Strehlitz – Südpolen: ein Mann – 66 Jahre. In Oleśnica/Oels – Niederschlesien: ein Mann – 80 Jahre. In Szczecin/Stettin: eine Frau – 79 Jahre. In Zawiercie – Oberschlesien: ein Mann – 87 Jahre. In Warschau: eine Frau – 85 Jahre. In Radom – Mittelpolen: eine Frau – 18 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 65 Jahre. R.I.P.

6 Milliarden Zloty hat der polnische Staat innerhalb von zwei Monaten für die Corona-Bekämpfung ausgegeben, so die heutige Verlautbarung aus dem Finanzministerium. Das sind im Augenblick umgerechnet knapp 1,3 Milliarden Euro für die Zeit vom 01.03. bis zum 30.04.2020. Es handelt sich um Ausgaben für Schutzausrüstung, Corona-Tests und Medikamente, Desinfektionsmaßnahmen, Heilungskosten einschlieβlich zusätzlicher Belohnung des Medizinischen- und des Hilfspersonals.

Der gesamte polnische Haushalt 2020 beläuft sich auf gut 453 Milliarden Zloty. Das entspricht 99,4 Milliarden Euro.

Die Schulen bleiben bis zum 26.06., dem Beginn der Sommerferien, geschlossen. Das hat heute Bildungsminister Dariusz Piontkowski bekanntgegeben. Wenn die Corona-Epidemie es nicht verhindert, werden Polens Schüler mit dem Anfang des neuen Schuljahres am 01.09. ihre Schulen wiedersehen.

Ab dem 25.05. werden die Grundschulen für freiwillige Konsultationen der Schüler der letzten, d. h. achten Klassen geöffnet. Dem Abschlussjahrgang stehen vom 16.06. bis 18.06. die Zentralprüfungen bevor. Ursprünglich waren sie vom 21.04. bis 23.04. geplant.

Am 16.06. ist die Polnisch-Prüfung vorgesehen. Am 17.06. – Mathematik. Am 18.06. – eine Fremdsprache. Es sind schriftliche Prüfungen. Rund 350.000 Achtklässler werden sie in diesem Jahr ablegen. Die Ergebnisse sollen am 31.07. bekannt gegeben werden.

Die Achtklässler-Zentralprüfung ist in Polen die Abschlussprüfung am Ende der Grundschule. Ihr Ergebnis entscheidet wesentlich mit darüber, welchen Bildungsweg der Schüler im Anschluss einschlagen kann. Ob er auf ein renommiertes Lyzeum in seiner Stadt kommt, was den Weg zu einem guten Studium eröffnet, oder auf ein weniger gutes Lyzeum mit schlechteren Studienchancen. Es kann ihn auch auf eine gute oder durchschnittliche technische Mittelschule führen, beziehungsweise auf eine Berufsschule mit sehr guten oder mäßigen Berufsaussichten. Ein gutes Achtklässler-Abschlusszeugnis ist in jedem Fall wichtig.

Ab dem 25.05. beginnen auch die freiwilligen Konsultationen für die diesjährigen Abiturienten. Das Zentralabitur wurde, epidemiebedingt, auf den 08.06. bis 29.06. verlegt. Ursprünglich sollte es vom 04.05. bis 21.05. stattfinden.

Es gibt in diesem Jahr 270.000 Abiturienten. Außerdem wollen 100.000 Abiturienten aus vergangenen Jahren einzelne Prüfungen erneut ablegen, um eine bessere Note zu bekommen. Die Ergebnisse werden am 11.08. veröffentlicht.

Der polnische Abiturient muss drei schriftliche Grundstufen-Prüfungen ablegen: in Polnisch, Mathematik und einer Fremdsprache. Hinzu kommen zwei mündliche Grundstufen-Pflichtexamen: Polnisch und eine Fremdsprache. Des Weiteren mindestens eine schriftliche und mündliche Leistungskurs-Prüfung in einem Wahlfach (maximal sind bis zu sechs Wahlfach-Prüfungen möglich). In diesem Jahr wird es ausnahmsweise keine mündlichen Prüfungen in den Wahlfächern geben.

Saisonpflücker aus der Ukraine dürfen kommen, das hat heute das Landwirtschaftsministerium zusammen mit den neuen, epidemiebedingten Auflagen bekanntgegeben.

Die Arbeitgeber müssen ihre Erntehelfer an der Grenze abholen, die Weiterfahrt in Pkws, Klein- bzw. Reisebussen epidemiegerecht organisieren und bezahlen.

Die Zeit vom Grenzübertritt bis zur Ankunft am Arbeitsort darf nicht mehr als 24 Stunden betragen.

Der Arbeitgeber muss umgehend eine Namensliste der Pflücker in der zuständigen Sanitätsinspektion des Landkreises hinterlegen. Ihm obliegt auch das Organisieren der Entnahme von Abstrichen für den Corona-Test, spätestens am Tag nach der Ankunft.

Während der ersten 14 Tage befinden sich Erntehelfer in Quarantäne. Sie dürfen in dieser Zeit nur zwischen dem Hof und dem Feld pendeln. Die Polizei überprüft die Einhaltung der Quarantäne. Bei Verstößen drohen Geldstrafen bis zu 30.000 Zloty (aktuell ca. 6.600 Euro).

In Polen arbeiteten in den letzten Jahren in der Landwirtschaft im Frühjahr bis zu 60.000 und im Herbst bis zu 130.000, überwiegend ukrainische, Hilfskräfte.

Polen ist mit der größte Produzent von Weichobst in der EU, teilweise in der Welt. Das betrifft die Apfelbeeren/Aronia (70 Prozent der Weltproduktion), Himbeeren (20 Prozent der Weltproduktion), Blaubeeren, insbesondere die Blaue Heckenkirsche (20 Prozent der Weltproduktion), Erdbeeren (15 Prozent der Weltproduktion).

Hinzu kommt die Verarbeitung von Obst und Gemüse zu Tiefkühlkost, von der letztes Jahr 1,2 Millionen Tonnen hergestellt wurden. Trotz aller Mechanisierung bleiben das Ernten und die Verarbeitung sehr arbeitsintensiv. Ohne die ukrainischen Hilfskräfte wäre all das nicht zu bewältigen.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Quarantäne? Es hätte schlimmer kommen können! Sie könnten das Internet abschalten.“

Mittwoch, 13. Mai 2020

Infizierte: 17.204 Gestorben: 861

Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.648 Personen in Krankenhäusern behandelt. 96.062 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 6.410 Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 20.300.

♦Heute wurden zweiundzwanzig Corona-Tote gemeldet.

In Poznań: zwei Frauen – 93, 75 Jahre und zwei Männer – 82, 77 Jahre. In Wolica bei Kalisz – Mittelpolen: drei Frauen – 94, 90, 84 Jahre und ein Mann – 90 Jahre. In Wrocław/Breslau: zwei Frauen – 73, 62 Jahre und ein Mann – 73 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: zwei Frauen – 94, 83 Jahre. In Warschau: eine Frau – 67 Jahre und ein Mann – 82 Jahre. In Bydgoszcz/Bromberg: zwei Frauen – 69, 58 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 69 Jahre. In Toruń/Thorn: eine Frau – 76 Jahre. In Siedlce – Mittelpolen: ein Mann – 60 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 70 Jahre. In Konin – Mittelpolen: eine Frau – 54 Jahre. R.I.P.

Die aktuelle Epidemie-Lage schilderte Gesundheitsminister Łukasz Szumowski heute kurz, am Rande der Pressekonferenz, die den bevorstehenden Lockerungen gewidmet war.

Łukasz Szumowski.

Szumowskis Thesen:

Der R-Faktor ist in Polen inzwischen kleiner als 1, d. h. ein Infizierter steckt weniger als eine weitere Person an. In der Woiwodschaft/Provinz Masowien mit Warschau, wo es die meisten Corona-Todesfälle und, nach Oberschlesien, die meisten Erkrankungen gibt, beträgt er 0,5.

Die Einhaltung der Hygieneauflagen hat oberste Priorität und soll von Staats wegen mit Nachdruck durchgesetzt werden.

Immer besser gelingt es, Corona-Infizierte auszumachen. Das Ziel, pro Tag 20.000 Tests durchzuführen, ist erreicht und wurde heute erneut überboten. Unter den Getesteten befanden sich 1.200 Personen, deren Quarantäne-Zeit endet.

Nur Oberschlesien bereite noch Sorgen, aber auch dort gelang es inzwischen, die Seuchen-Zentren auszumachen und einzukreisen.

Generell beginnt die Corona-Ansteckungskurve in Polen nach unten zu weisen.

Das Ereignis des Tages war die lange angekündigte Bekanntgabe der Lockerungen von Epidemie-Auflagen, die Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und Gesundheitsminister Łukasz Szumowski am Mittag veröffentlichten.

KIRCHEN. Ab dem 17.05. wird bei Heiligen Messen und anderen religiösen Feierlichkeiten eine Person pro 10 Quadratmeter zugegen sein dürfen. Bis jetzt waren 15 Quadratmeter vorgesehen.

ÖFFENTLICHE VERKEHRSMITTEL. Ab dem 18.05. dürfen nicht mehr 15 Prozent, sondern 30 Prozent der normalerweise maximal genehmigten Passagierzahl in einem Bus, einem Straßenbahn- oder U-Bahn-Waggon erreicht werden, wobei die Hälfte der Sitzplätze frei bleiben muss.

SPORT. Ab dem 18.05. dürfen sich in einer Einrichtung unter freiem Himmel maximal 14 Personen (darunter 2 Trainer) aufhalten.

In Sport- und Turnhallen ● bis 300 Quadratmeter dürfen sich 12 Personen plus 1 Trainer aufhalten. ● 301 bis 800 Quadratmeter: 16 plus 2 Trainer. ● 801 bis 1.000 Quadratmeter: 24 plus 2 Trainer. ● Mehr als 1.000 Quadratmeter: 32 plus 3 Trainer. Duschen dürfen nicht benutzt werden, nur das WC. Nach jedem Training muss eine gründliche Desinfizierung erfolgen.

FRISEURE sollen ab dem 18.05. wieder öffnen. ● Kunden und Mitarbeiter müssen Schutzmasken tragen. ● Vorab muss Kunden die Temperatur gemessen werden. ● Das Servieren von Getränken ist nicht erlaubt.

KUNST UND KULTUR. Ab dem 18.05. ● dürfen Freiluft- und Autokinos nur für Pkw aufmachen. Zuschauer sollen während der Vorführungen ihre Plätze bzw. Autos nicht verlassen. Essen darf nur vom Personal gebracht werden. Schutzmasken außerhalb der Pkws sind vorgeschrieben.

Musikaufnahmen in Studios, ● Individualunterricht an Kunstschulen sind wieder erlaubt. Schutzmasken sind Pflicht. ● Filmaufnahmen am Set dürfen wieder stattfinden. ● Des Weiteren sind wieder Proben an allen Theatern, Opern, Philharmonien zugelassen. Desinfektion sowie Distanzwahrung und Schutzmaskengebrauch, soweit möglich, sind sicherzustellen.

EU-Schutzmasken sind leider unbrauchbar, so Gesundheitsminister Łukasz Szumowski auf der heutigen großen Pressekonferenz.

Am Freitag, dem 08.05. gab die EU-Kommission bekannt, dass 17 EU-Staaten und Großbritannien insgesamt 1,5 Millionen Schutzmasken für Mediziner bekommen haben. Die meisten davon, 616.000 Stück, gingen nach Polen.

Szumowski sagte vor den Medien, die Masken für Mediziner hätten  nicht das notwendige CE-Zertifikat gehabt und wurden deswegen zur Überprüfung an die zuständige Behörde geschickt. Leider erfüllen sie die Anforderungen der FFP1, FFP2 und FFP3 Schutzklassen nicht und können von Medizinern nicht benutzt werden.

Vertreter der EU-Kommission zeigten sich am Abend überrascht. Ähnliche Beanstandungen kamen auch aus den Niederlanden. Die Schutzmasken werden noch getestet. Die Hersteller haben vor dem Kauf entsprechende Zertifikate vorgelegt. Man erwarte Einzelheiten aus Warschau und werde, wenn alle Test-Ergebnisse und Informationen zur Verfügung stehen, Stellung nehmen.

Ist Gesundheitsminister Łukasz Szumowski korrupt? „Gazeta Wyborcza“ deutet das an und bewegt sich auf dünnem Eis.

Der Artikel erschien am Montag, dem 11.05. Gestern und heute haben Szumowski, sein Bruder Marcin und der verantwortliche Beamte im Gesundheitsministerium Janusz Cieszyński dazu ausführlich Stellung genommen.

Der Hergang der Affäre, wenn es denn eine war:

Das Ministerium habe für umgerechnet gut 1,1 Millionen Euro 100.000 Schutzmasken der Schutzklasse FFP2 (umgerechnet 10,50 Euro das Stück) und 20.000 chirurgische Schutzmasken (umgerechnet 1,70 Euro das Stück) gekauft.

Der Verkäufer war Łukasz G., ein Unternehmer aus Zakopane.

Unternehmer Łukasz G. hat den heutigen Gesundheitsminister Łukasz Szumowski und seinen Bruder Marcin Szumowski vor einigen Jahren in Zakopane kennengelernt. Die beiden Brüder haben bei Łukasz G. Ski-Unterricht genommen. Der Kontakt sei danach eingeschlafen.

Łukasz G. hat inzwischen die Branche gewechselt, ist Unternehmer geworden. Er rief Anfang März den Bruder des Gesundheitsministers an mit der Bitte, ihn ans Gesundheitsministerium zu vermitteln. Er möchte dem Staat die bereits erwähnte Schutzausrüstung verkaufen.

Der Bruder des Gesundheitsministers riet Łukasz G. ,Kontakt mit dem stellv. Gesundheitsminister Janusz Cieszyński aufzunehmen. Er sei für Einkäufe zuständig.

Łukasz G. traf den stellv. Gesundheitsminister Janusz Cieszyński in seinem Arbeitszimmer im Ministerium. Cieszyński überhörte die Andeutung des Unternehmers, er habe Kontakt zum Minister persönlich (was nicht stimmte), und verwies ihn nach einem kurzen Gespräch an die zuständige Beamtin Małgorzata Dębska, mit der Łukasz G. jedoch nur E-Mail-Kontakt hatte. Das sei die übliche Verhandlungsform, so Cieszyński heute.

Das Angebot von Łukasz G. war eine von etwa eintausend Offerten für Schutzausrüstung, die das Ministerium im März und April 2020 bekam. Die Verhandlungen verliefen ausschließlich auf elektronischem Wege. Dem Ministerium gelang es, bei Łukasz G. einen Preisnachlass zu erwirken.

● Die „Gazeta Wyborcza“ behauptet, die Preise, zu denen Łukasz G. seine Ware dem Ministerium verkauft habe, seien überhöht gewesen und das habe an der Bekanntschaft mit dem Minister und seinem Bruder gelegen. Von Schmiergeldern oder einem anderen Nutzen, den die beiden dadurch erzielt hätten, schreibt die „Gazeta Wyborcza“ nichts. Weshalb also hätten sie Łukasz G. begünstigen sollen?

Der stellv. Gesundheitsminister Janusz Cieszyński entgegnet: Der Markt war damals leergefegt und das gesamte Gesundheitswesen schrie geradezu nach Schutzausrüstung. Wir haben auf der ganzen Welt gekauft, was wir kriegen konnten. Es galt das Prinzip: „Du kaufst oder ein anderer nimmt es, und zwar mit Handkuss.“

Łukasz G. legte Herstellerzertifikate vor, die als glaubwürdig eingestuft wurden.

Als die Benutzer der von Łukasz G. gelieferten Schutzmasken Beanstandungen an das Ministerium richteten, wurden die Masken amtlich untersucht. Das Ergebnis: Sie seien nicht zu gebrauchen.

Łukasz G. wurde offiziell der kulante Vorschlag unterbreitet, das Geld zurückzuzahlen und die defekte Ware zurückzunehmen. Der Unternehmer lehnte den Vorschlag ab und bot seine Story der „Gazeta Wyborcza“ an.

Das Ministerium hat heute bei der Staatsanwaltschaft gegen Łukasz G. Anzeige wegen Betrugs erstattet.

Es stellt sich die Frage: Hat „Gazeta Wyborcza“ eine schwere Bombe oder nur einen Knallfrosch gezündet?

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

Oben: „Die Promis: »Wir alle sitzen zu Hause. Wenn ich das kann, dann könnt ihr es auch.«“ Unten: „Ihre Häuser.“

Dienstag, 12. Mai 2020

Infizierte: 16.921 Gestorben: 839

Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.571 Personen in Krankenhäusern behandelt. 96.211 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 6.131 Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 16.500.

An Corona starben heute achtundzwanzig Menschen.

In Wrocław/Breslau: eine Frau – 63 Jahre und drei Männer – 80, 78, 61 Jahre. In Zgierz bei Łódż/Lodsch: vier Frauen – 93, 89, 87, 79 Jahre. In Poznań: drei Frauen – 96, 93, 90 Jahre. In Wolica bei Kalisz – Mittelpolen: zwei Frauen – 92, 90 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 82 Jahre und ein Mann – 50 Jahre. In Warschau: eine Frau – 53 Jahre und ein Mann – 83 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 76 Jahre und ein Mann – 71 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: zwei Frauen – 98, 51 Jahre. In Tarnowskie Góry/Tranowitz – Oberschlesien: eine Frau – 67 Jahre und ein Mann – 68 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 83 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 74 Jahre. In Nowogrodziec/Naumburg am Queis – Niederschlesien: eine Frau – 89 Jahre. In Gdańsk/Danzig: eine Frau – 81 Jahre. In Świdnica/Schweidnitz – Niederschlesien: eine Frau – 89 Jahre. R.I.P.

Der Schutzmaskenzwang wird noch lange bleiben, sagte heute früh im Gespräch mit dem privaten Rundfunksender Radio Zet Gesundheitsminister Łukasz Szumowski und enttäuschte so die Hoffnung auf eine baldige Befreiung von dem lästigen, schnell feucht werdenden Atemhemmer.

Łukasz Szumowski.

Je wärmer es wird, umso mehr Menschen sieht man auf den Straßen, die zwar den Mund bedeckt halten, aber die Nase nicht mehr, so die Feststellung der Moderatorin.

Das sei sehr unvernünftig, und jeder, der das tut, setzt sich der Gefahr aus, von der Polizei einen Strafzettel zu bekommen. Durch die Maske schützen wir weniger uns, als vielmehr andere vor der Gefahr der Ansteckung, die von uns ausgeht. Wir haben im Land gut 16.000 Infizierte und wahrscheinlich noch einmal so viele Menschen, die angesteckt sind, keine Erkrankungssymptome aufweisen, aber den Virus weitergeben können. Das kann jeder von uns sein, so der Minister.

Gefragt, wie lange der Schutzmaskenzwang gelten solle, antwortete Szumowski: „So lange die Epidemie andauert. In Tschechien wird er gerade aufgehoben. Dort jedoch beträgt der R-Faktor 0,3. Bei uns liegt er bei 1, das heißt: Ein Infizierter steckt durchschnittlich immer noch eine weitere Person an. Solange das so ist, sind die Schutzmasken notwendig. Es ist im Augenblick müßig zu spekulieren, ob sie es noch einen, zwei oder mehrere Monate lang sein werden.“

Die Remdesivir-Therapie hält langsam Einzug in polnische Corona-Seuchenkrankenhäuser. Gestern ist das Medikament in das Posener Seuchenkrankenhaus geliefert worden. Bereits seit einigen Tagen wird es in Wrocław/Breslau angewandt. Łódź/Lodsch und Warschau sollen folgen.

Die amerikanische Hersteller-Firma Gilead Sciences liefert das Medikament kostenlos zu klinischen Testzwecken an gezielt ausgewählte Krankenhäuser in aller Welt. Es handelt sich um einen noch nicht als Arzneimittel zugelassenen Wirkstoff, der sich jedoch während seiner Erprobung bereits als sehr wirksam u. a. gegen Ebolainfektionen erwiesen hat. Inzwischen soll Remdesivir etlichen Corona-Kranken in letalem Zustand das Leben gerettet haben.

Die Remdesivir-Therapie ist nur für solche Fälle vorgesehen. In Poznań bekommen inzwischen drei Patienten mit schwerster Atemnot den Wirkstoff verabreicht. Die Anwendung dauert 10 Tage. Der Hersteller wird laufend über die Wirkung informiert.

Patho-Streaming beeinträchtigt zunehmend den Online-Unterricht und soll von nun an mit aller Härte des Gesetzes bekämpft werden, so die heutige Verlautbarung des Justizministeriums. Alle Schulen und Hochschulen in Polen sind seit dem 12.03. geschlossen.

Seit einigen Wochen häufen sich Beschwerden von Lehrern und Eltern, dass es Hackern aus der sogenannten Patho-Streamingszene gelingt, in den laufenden Online-Unterricht einzudringen. Sie stören ihn, indem sie Lehrer und Schüler aufs Übelste beschimpfen und beleidigen oder Filme und andere Darstellungen von Obszönitäten und brutalster sadistischer Gewalt einspielen. Leider sind es manchmal Schüler, die ihnen solche „E-Learning-Rallyes“, wie sie sie nennen, erleichtern, indem sie Links oder Codes für die Teilnahme am E-Unterricht weitergeben.

Das für das Internet und die Computerisierung zuständige Digitalisierungsministerium (Ministerstwo Cyfryzacji) hat inzwischen zwei Internetplattformen dazu gebracht, zwei Patho-Streaminggruppen mit jeweils etwa 3.000 Nutzern aus dem Netz zu verbannen und die E-Konten von Webmastern, die die „Rallyes“ koordinierten, zu blockieren.

Bis jetzt kann das, was die Patho-Streamer tun, nur als eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldstrafe von maximal 1.500 Zloty (aktuell ca. 330 Euro) geahndet werden. Das Justizministerium hat inzwischen eine deutliche Verschärfung der Strafen angekündigt. Ein entsprechender Entwurf soll bereits kommende Woche im Parlament eingebracht werden. Konkretes wollte die Behörde vorerst nicht mitteilen.

Die US-Army in Polen unterstützt die polnischen Territorialtruppen bei ihren Einsätzen zur Behebung der Epidemie-Folgen. In der Umgebung ihrer Standorte helfen die Amerikaner mit Mannschaften und Transportmitteln, um  Krankenhäuser, Pflege- und Altersheime mit Lebensmitteln, Schutzartikeln und Medikamenten zu beliefern.

Die Territorialtruppen sind seit dem 06.03. an der Epidemie-Front im Einsatz, zwei Tage, nachdem der erste Corona-Fall in Polen festgestellt wurde. Die Soldaten patrouillieren gemeinsam mit Polizisten, überprüfen, ob sich Menschen in häuslicher Quarantäne an die Auflagen halten, unterstützen die Grenzpolizei bei der Grenzsicherung, transportieren Versorgungsgüter.

In Polen sind im Augenblick 5.500 US-Soldaten stationiert.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Wenn dein Eigentümer ein Friseur in Quarantäne ist.“

Samstag, 9. Mai bis Montag, 11. Mai 2020

 

Infizierte: 16.326 Gestorben: 811

Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.598 Personen in Krankenhäusern behandelt. 97.002 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 5.816. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 14.300.

Am Sonnabend, dem 09.05. starben neun Personen.

In Poznań: zwei Männer – 83, 78 Jahre. In Radom – Mittelpolen: zwei Männer – 82, 78 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: eine Frau – 69 Jahre. In Kraków: ein Mann – 69 Jahre. In Gdańsk/Danzig: eine Frau – 93 Jahre. In Warschau: ein Mann – 65 Jahre. In Wolica bei Kalisz – Mittelpolen: eine Frau – 92 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 10.05. hat Corona fünfzehn Menschenleben ausgelöscht.

In Poznań: zwei Frauen – 92, 86 Jahre und ein Mann – 56 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Frauen – 89, 73 Jahre und ein Mann – 93 Jahre. In Gdańsk/Danzig: zwei Frauen – 92, 87 Jahre. In Wolica bei Kalisz – Mittelpolen: 93, 76 Jahre. In Kraków: ein Mann – 71 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: ein Mann – 65 Jahre. In Strarachowice – Mittelpolen: eine Frau – 58 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 77 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: ein Mann – 78 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 11.05. wurden elf Corona-Tote gemeldet.

In Nowogrodziec/Naumburg am Queis – Niederschlesien: eine Frau – 87 Jahre und zwei Männer – 73, 72 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: zwei Frauen – 89, 77 Jahre. In Poznań: zwei Frauen – 92, 87 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: zwei Frauen – 93, 86 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: eine Frau – 68 Jahre. In Gdańsk/Danzig: ein Mann – 65 Jahre. R.I.P.

Die aktuelle Epidemie-Lage schilderte Gesundheitsminister Łukasz Szumowski am Wochenende und am heutigen Montag in einigen Aussagen für die Medien.

Łukasz Szumowski.

Szumowskis Thesen:

Die Zahl der Corona-Tests steigt. Am letzten Freitag, dem 08.05. fiel der Rekord: ca. 23.400 Tests wurden gemacht. Das ist ein sehr großer Fortschritt.

Die Drive-Through-Aktion ist gut angelaufen. Wir haben in ganz Polen schon 120 Messstationen unter Zelten aufgebaut. Weitere sollen hinzukommen. Dort werden von Quarantäne-Patienten nach dem 12. Tag der häuslichen Isolation Abstriche genommen. Die Betroffenen bekommen eine SMS-Nachricht und suchen, unter Wahrung aller Sicherheitsauflagen, die nächstliegende Messstation auf. Das spart Kosten und beschleunigt die gesamte Vorgehensweise bis zur Feststellung des Endergebnisses: krank oder gesund.

Das Epidemie-Hoch liegt wahrscheinlich immer noch vor uns. Wir bewegen uns seit etwa 3 Wochen auf einem Plateau. Die tägliche Zahl der Neuinfizierten beträgt um die 200, die der Todesfälle um die 20. Ob wir noch einen Epidemie-Berg werden besteigen müssen? Viele Experten gehen davon aus. Wir tun alles, um ins Tal zu gelangen.

Die Situation in den Pflege- und Seniorenheimen ist unter Kontrolle. Nach all den durchgeführten Kontroll- und Unterstützungsmaßnahmen haben wir seit einer Woche keine neuen Infektionsherde in diesen Einrichtungen mehr festgestellt. Ich möchte noch einmal unterstreichen, dass die Heime sich in sehr unterschiedlicher Trägerschaft befinden: Kommunen, Kirchen, Stiftungen, private Firmen. Einige von ihnen waren überfordert, einige haben sogar die Hilfsbedürftigen sich selbst überlassen, was noch ein strafrechtliches Nachspiel haben wird. Wir haben alle diese Einrichtungen von Staats wegen einer rigorosen Krisen-Aufsicht unterzogen. Die Woiwoden/Regierungspräsidenten sind damit beauftragt. Das hat die Lage stabilisiert.

Die Epidemie-Lage in Oberschlesien und dem dortigen Steinkohlebergbau hat Gesundheitsminister Łukasz Szumowski am Wochenende und am heutigen Montag intensiv beleuchtet und kommentiert. Siehe dazu auch unseren ausführlichen Bericht vom 06.05.

Łukasz Szumowski.

Szumowskis Thesen:

Sperrzone. Oberschlesien wird nicht zu einer gesperrten Seuchenzone erklärt.

●Massives Testen. Um ein belastbares Bild vom Ausmaß der Erkrankungen zu bekommen, die Infizierten auszumachen und sie zu isolieren, wurden am Samstag, dem 09.05. mehr als 3.000 Tests durchgeführt. Am Sonntag, dem 10.05. waren es über 5.000. Am heutigen Montag sollen es wieder etwa 3.000 sein.

●Abstrich-Busse. Im Einsatz sind mittlerweile 60 sogenannte Abstrich-Busse, die bei allen Zechen-Mitarbeitern und den im Haushalt lebenden Familienangehörigen Corona-Tests vornehmen. Die Bergleute kommen mit ihren Pkws zu den Bussen. Der Abstrich wird ohne Aussteigen am geöffneten Autofenster genommen.

Alle Bergleute bis Mittwoch, dem 13.05. getestet. In den drei am stärksten betroffenen Bergwerken sind mittlerweile alle Angestellten und Bergleute getestet. Jetzt werden Tests in den verbliebenen knapp 20 Zechen Oberschlesiens duchgeführt. Bis Mittwoch, dem 13.05. hoffen wir fertig zu sein.

● Gute und schlechte Seiten. Epidemiologisch gesehen ist die Lage ernst. Medizinisch gesehen ist sie, zum Glück, weniger schlimm, weil 97 Prozent der Infizierten keine Krankheitssymptome aufweisen. Das hat wiederum den Nachteil, dass, wer krank ist, sich jedoch gesund fühlt, leichter andere ungewollt anstecken kann.

Krankenhäuser halbvoll. In den Seuchenkrankenhäusern Oberschlesiens ist gut die Hälfte der Betten nicht belegt.

Die Arbeit unter Tage geht weiter. Bergwerke kann man nicht einfach stilllegen. In drei von ihnen ist die Arbeit weitgehend eingeschränkt. Die restlichen knapp 20 arbeiten unter verschärften Hygienemaßnahmen weiter.

Ab dem 18.05. sollen weitere wichtige Lockerungen in Kraft treten, das hat heute die stellv. Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Jadwiga Emilewicz angekündigt.

Jadwiga Emilewicz.

Friseure und Kosmetiksalons werden wieder öffnen, aber mit einigen Auflagen. Kunden und Bedienung müssen Schutzmasken tragen. Vorab muss dem Kunden die Temperatur gemessen werden. Es dürfen keine Getränke serviert werden. Die Friseur- und Kosmetiksalons sind am 01.04. geschlossen worden. Ihre Geschäftslage ist inzwischen sehr kritisch. Laut einer brancheninternen Umfrage in Warschau, haben von den 215 angesprochenen Betrieben gut 30 Prozent keine finanziellen Reserven mehr. Weitere 40 Prozent geben an, spätestens Ende Mai Mitarbeiter entlassen oder das Geschäft ganz aufgeben zu müssen.

Restaurants, Bars und Cafés sollen beschränkt wieder zugänglich sein. Selbstbedienung soll es vorerst nicht geben Der Verzehr soll nur in den Sommergärten möglich sein. Der minimale Abstand zwischen den Tischen muss 2 Meter betragen.

In den öffentlichen Verkehrsmitteln sollen mehr Passagiere pro Bus, Straßen- und U-Bahnwaggon reisen dürfen. Siehe dazu ebenfalls unseren Bericht vom 07.05.

Ozon-Desinfektionen werden immer populärer, so Medienberichte vom Wochenende und von heute.

Die Methode ist nicht giftig, sehr sauber, sehr effektiv, wenig umweltbelastend, weil sie nur eine geringe Menge anderer Chemikalien (Brom, Chlor) benötigt, die zur Desinfizierung mit verwendet werden müssen. Auf diese Weise wird der Einsatz von weit stärker die Umwelt belastenden Desinfektionsmethoden drastisch verringert. Das einzige Abfallprodukt dabei ist Sauerstoff, welcher in die Luft abgelassen wird.

Normalerweise wird Ozon in der Spa-Branche und bei der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. In Corona-Zeiten werden Ozonerzeuger in geschlossenen Räumen aufgestellt, wo sie alle schädlichen Substanzen vernichten.

Kleinbetriebe, die eine solche Dienstleistung anbieten, haben viel zu tun. In Wrocław/Breslau z. B. kostet die Ozon-Desinfektion eines Pkws umgerechnet knapp 11 Euro, eines Lkws 15 Euro, eines Busses 20 Euro, einer 40-Quadratmeter-Wohnung 55 Euro. In Warschau werden die Preise nach der Zeit berechnet, die für eine nachhaltige Desinfektion benötigt wird. Die erste Stunde kostet meistens umgerechnet 22 Euro, jede weitere die Hälfte.

In Warschau werden Straßen, Haltestellen und Unterführungen abends und nachts mit ozonhaltigem Wasser desinfiziert. Das wird in den Warschauer Wasserwerken hergestellt.

Jede Nacht sind 40 Personen damit beschäftigt. Unterwegs sind Sprinklerwagen und Sprühkolonnen zu Fuß. Bis jetzt hat die Stadt dafür umgerechnet knapp 180.000 Euro ausgegeben.

Über den Nutzen der Desinfektion von Straßen, siehe unseren Bericht vom 27.04.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Nach der Quarantäne. Schon bald.“

Freitag, 8. Mai 2020

Infizierte: 15.366 Gestorben: 776

Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.758 Personen in Krankenhäusern behandelt. 104.024 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 5.184. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 17.500.

Einundzwanzig Corona-Kranke sind heute gestorben.

In Wrocław/Breslau: drei Frauen – 79, 78, 71 Jahre und drei Männer – 85, 74, 70 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 87 Jahre und ein Mann – 57 Jahre. In Wolica bei Kalisz – Mittelpolen: zwei Frauen – 84, 81 Jahre. In Bytom/Beuthen – Oberschlesien: eine Frau – 86 Jahre und ein Mann – 90 Jahre. In Gdańsk/Danzig: ein Mann – 79 Jahre. In Łódź/Lodsch: ein Mann – 83 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: ein Mann – 70 Jahre. In Poznań: eine Frau – 72 Jahre. In Warschau: ein Mann – 85 Jahre. In Łomża – Nordostpolen: eine Frau – 70 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: eine Frau – 85 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: eine Frau – 89 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: eine Frau – 82 Jahre. R.I.P.

♦  Offensichtlich gibt es mehr symptomlose Corona-Erkrankungen als gedacht. Das geht jedenfalls aus einer Untersuchung, die Wissenschaftler des Instituts für Molekularbiologie und Klinische Genetik der Jagiellonen-Universität in Kraków durchgeführt haben hervor. Darüber berichteten heute die Medien.

Untersucht wurden 1.000 Personen, die keine Corona-Tests gemacht haben und keine für die Krankheit typischen Beschwerden hatten. Bei 2 Prozent von ihnen wurden im Blut Antikörper des Typus IgG festgestellt, die spezifisch für das SARS-CoV-2-Virus sind. Diese Test-Personen müssen also an Corona erkrankt gewesen sein, ohne es gemerkt zu haben.

Die Ergebnisse, so die Wissenschaftler, deuten darauf hin, dass sich allmählich eine Herdenimmunität entwickeln wird. Corona ist nicht so hoch ansteckend wie Masern, gegen die inzwischen eine mehr als neunzigprozentige Herdenimmunität besteht. Die Herdenimmunität bei Corona müsste sich also theoretisch schneller entwickeln als bisher angenommen. Noch tappen wir im Dunkeln, so die Krakauer Wissenschaftler. Umso wichtiger ist es, dass Untersuchungen wie diese fortgesetzt und ausgeweitet werden.

Polnische medizinische Hilfe traf heute im Vatikan ein. Zwei Lkws brachten 705.000 Einweg-Schutzmasken, 30.000 wiederverwendbare Schutzmasken, 6.700 Fünf-Liter-Kanister mit Desinfektionsflüssigkeiten und 10.000 Overalls. Einen Teil davon sollen die vatikanische Gendarmerie, die Schweizer Garde und Angestellte des Vatikans bekommen. Das meiste jedoch soll Armen und Obdachlosen zugutekommen, die sich in der Obhut des päpstlichen Almosenmeisters und polnischen Kardinals Konrad Krajewski befinden.

Konrad Krajewski.

Die Spende hat der staatliche polnische Mineralölkonzern Orlen finanziert. Dass sie in den Vatikan gebracht werden soll, hat Staatspräsident Andrzej Duda Papst Franziskus während ihres Telefongespräches am 30.04. mitgeteilt.

Polnische Ärzte, Krankenschwestern und medizinische Hilfskräfte, die grenznah in Deutschland arbeiten, fühlen sich benachteiligt, weil, wenn sie nach Polen zurückkehren, sie für 14 Tage in Quarantäne müssen.

Diese Regelung gilt seit dem 27.03. für alle heimkehrenden Polen. Sie wurde jedoch am 04.05. für die in den benachbarten EU-Staaten Deutschland, Tschechien, Slowakei und Litauen arbeitenden polnischen Pendler aufgehoben. Die einzige Ausnahme bildet medizinisches Personal.

Polnische Ärzte, Krankenschwestern und Reinigungskräfte stellen u. a. einen erheblichen Teil der Belegschaft der Krankenhäuser in Frankfurt (Oder) und Schwedt. Seit Wochen leben die meisten von ihnen in Mitarbeiterwohnheimen auf der deutschen Seite und fahren nach Feierabend und an freien Tagen nicht nach Hause, um so der 14-tägigen Quarantäne zu entgehen.

Die Betroffenen empfinden das als eine berufsbedingte Diskriminierung. Außerdem entstehe der Eindruck, dass sie  infiziert seien, was nicht stimme. Den polnischen Behörden sei wohl entgangen, so der Vorwurf, dass das medizinische Personal in den Nachbarstaaten einen breiten Zugang zu Corona-Tests habe. Es hätte genügt, die heimkehrenden Mediziner  und sonstigen Mitarbeiter des Gesundheitswesens zu verpflichten, gültige Test-Ergebnisse an der Grenze vorzulegen.

Die Oberste Ärztekammer, die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung in Polen (entspricht der deutschen Bundesärztekammer), sieht darin eine Verletzung des in der Verfassung verbrieften Rechts auf Freizügigkeit (freie Wahl des Wohn- und Aufenthaltsortes oder des Geschäftssitzes) und des Verfassungsprinzips der Gleichheit.

Adam Bodnar.

Sie hat sich an den Bürgerbeauftragten des Parlaments, Dr. Adam Bodnar mit der Bitte gewandt, in dieser Angelegenheit tätig zu werden. Heute hat der Bürgerbeauftragte sein Schreiben an den Gesundheitsminister veröffentlicht. Er teilt die Meinung der Obersten Ärztekammer und fordert, dass die umstrittene Regelung aufgehoben wird. Eine Stellungnahme der Behörden liegt bis jetzt noch nicht vor.

Kunden bleiben aus, Verluste steigen. Epidemie-Maßnahmen bringen Einkaufszentren und ihre Mieter in schwere Bedrängnis. Dennoch sind gestern Abend, nach mehrtägigen Verhandlungen, die Gespräche zwischen dem Verband der Betreiber von Einkaufszentren und der Vertretung der Ladenmieter ohne Erfolg abgebrochen worden.

Damit ist vorerst der Versuch gescheitert, eine für die Branche allgemeingültige Lösung zu finden. Sie sah vor, dass nach der Wiederöffnung der Einkaufszentren am 04.05., am Ende einer epidemiebedingten sechswöchigen fast kompletten Schließung, die Ladenbetreiber im Mai keine Miete zahlen werden. Bis Ende des Jahres sollten die Mieten um 40 Prozent reduziert bleiben und neue Mietverträge ausgehandelt werden, mit einer Laufzeit, die um zwei Jahre länger sein sollte, als die der bisher gültigen Verträge. Sollte es bei dem Scheitern der Gespräche bleiben, müssen sich Vermieter und Mieter individuell einigen.

Das Problem ist ernst, denn auf die landesweit 650 Einkaufszentren, die eine Ladenfläche von insgesamt 12,4 Millionen Quadratmetern vermieten, entfallen 30 Prozent des polnischen Einzelhandelsumsatzes. Etwa 400.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Hinzu kommen 805 Millionen Zloty (aktuell knapp 175 Millionen Euro) an Steuern und Abgaben für die Kommunen sowie ca. 30 Milliarden Zloty (aktuell knapp 6,5 Milliarden Euro) Mehrwertsteuer für den Staat.

In den 6 Wochen bis zum 04.05. durften in den Einkaufszentren nur Apotheken, Lebensmittelgeschäfte und Banken geöffnet haben. Die Betriebskosten, so die Betreiber der Shopping-Center, waren in dieser Zeit enorm. Es galt, die kaum frequentierten Malls zu beheizen, zu bewachen und zu reinigen.

Nach dem 04.05.: bleiben die Kinos, Spielecken sowie offene Verkaufsinseln in den Gängen weiterhin geschlossen. Kunden müssen Schutzmasken und in den Selbstbedienungsläden auch Einmal-Handschuhe tragen, die der Inhaber am Eingang zur Verfügung stellen muss. In jeder Einkaufsgalerie muss man wenigstens an einem Ort Schutzmasken kaufen können. Die Gastronomie vor Ort darf Speisen und Getränke nur zum Mitnehmen anbieten. Viele Bekleidungsgeschäfte haben ihre Umkleidekabinen stillgelegt, weil sie nach jedem Kunden desinfiziert werden müssen. Läden, die von zwei Ebenen aus betreten werden können, müssen Kundenmarken ausgeben, um sicherzustellen, dass die vorgeschriebene Besucherzahl (1 Kunde pro 15 Quadratmeter) nicht überschritten wurde. ● Ein Teil der bekannten Bekleidungs- und Schuhverkaufs-Ketten hat auf die Öffnung ihrer Läden vorerst verzichtet oder ihre Mietverträge gekündigt.

Das alles, so Medienberichte, mache auf die Kunden einen teilweise „gespenstischen Eindruck“. Von „unbeschwertem Flanieren und angenehmem Genießen“ kann keine Rede sein. Den Einkaufszentren stehen sehr schwere Zeiten bevor.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Setz dich, wir müssen reden. Hast du überhaupt noch vor arbeiten zu gehen?“

Donnerstag, 7. Mai 2020

Infizierte: 15.047 Gestorben: 755

Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.711 Personen in Krankenhäusern behandelt. 103.913 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 4.862. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 15.500.

Zweiundzwanzig Verstorbene sind heute gemeldet worden.

In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: drei Männer – 71, 71, 43 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: zwei Frauen – 88, 89 Jahre und ein Mann – 78 Jahre. In Wrocław/Breslau: eine Frau – 66 Jahre und ein Mann – 69 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: eine Frau – 92 Jahre und ein Mann – 87 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: zwei Frauen – 84, 71 Jahre. In Poznań: zwei Frauen – 80, 80 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: ein Mann – 30 Jahre. In Kraków: ein Mann – 97 Jahre. In Szczecin/Stettin: eine Frau – 70 Jahre. In Łomża – Nordostpolen: eine Frau – 86 Jahre. In Warschau: ein Mann – 75 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 86 Jahre. In Gdynia/Gdingen: ein Mann – 96 Jahre. In Konin – Mittelpolen: eine Frau – 84 Jahre. R.I.P.

Desinfektionsmittel, vor Kurzem noch Verkaufsrenner, sind zu Ladenhütern geworden, klagt der polnische Handel und die Medien berichten in den letzten Tagen darüber .

Noch Anfang April beschwerte sich jeder vierte Pole laut Umfragen, dass es keine bakterientötenden Gels, Sprays oder Flüssigkeiten zu kaufen gibt. Und wenn es welche gab, wurden sie rationiert und nicht selten zu Wucherpreisen abgegeben. Ein 150 Milliliter-Fläschchen konnte leicht umgerechnet bis zu 12 Euro kosten. Ende März ist der Verkauf dieser Mittel, im Vergleich zu März 2019, um 2.000 Prozent gestiegen.

Zwar ist die Nachfrage immer noch rege, aber der Run darauf ist vorbei. Der Handel kann sich der Angebote für diese Produkte kaum erwehren. Die Preise fallen und die Hersteller klagen über volle Lager.

Zu verdanken ist diese Entwicklung dem Amt zur Erfassung von Arzneiprodukten, medizinischen Erzeugnissen und Biozidfabrikaten (URPL). Es hat Mitte März für 180 Tage ein Schnellverfahren zur Registrierung von bakterientötenden Substanzen eingeführt und so die bisher geltenden langwierigen Prozeduren außer Kraft gesetzt. Nur so konnte man die Versorgungsengpässe beseitigen.

Ende März gab es  243 registrierte Biozide. Anfang Mai waren es schon 1.065. Während der Corona-Epidemie, so Schätzungen, haben sich etwa 500 Firmen auf die Herstellung von Bioziden umgestellt. Zumeist waren es Kosmetikhersteller, die so ihre Verluste beim Verkauf von Cremes, Lippenstiften, Wimperntusche usw. ausgleichen wollten.

Zuerst war der wichtigste Rohstoff, vergällter und dadurch alkoholsteuerfreier Spiritus, noch knapp. Sein Preis stieg schnell von umgerechnet nicht ganz 70 Cent auf ca. 4,50 Euro pro Kilogramm. Als jedoch den Brennereien erlaubt wurde, in großem Umfang Spiritus zu vergällen, und China wieder Vergällungsmittel in großem Stil zu liefern begann, stieg die Produktion rasant. Der Kunde ist wieder der König.

Oberbürgermeister aus ganz Polen fordern, die Begrenzung von Passagierzahlen in öffentlichen Verkehrsmitteln dringend zu ändern. Die Union der Polnischen Metropolen hat sich schon zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen in dieser Angelegenheit an Gesundheitsminister Łukasz Szumowski und Ministerpräsident Mateusz Morawiecki gewandt.

Nach den jetzt geltenden Bestimmungen darf in einem Bus, einem Straßenbahnwagen oder einem U-Bahn-Waggon die Passagierzahl maximal die Hälfte der Zahl der Sitzplätze betragen. Einen 18 Meter langen Bus, der normalerweise bis zu 150 Passagiere befördert, können jetzt höchstens 21 Personen benutzen. In einem Bus für 100 Passagiere sind nur 13 Leute zugelassen.

Die Beschränkungen bleiben, während die Zahl der Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln nach den letzten Lockerungen der Epidemie-Bestimmungen wieder steigt, so die Kommunalpolitiker. Um sie zu befördern, müssen immer mehr Transportmittel bereitgestellt werden, doch ihre Zahl und auch die Zahl der Fahrer ist nicht unbeschränkt verfügbar.

Zudem fahren die ÖVM in allen polnischen Städten riesige Verluste ein. Das belastet zusätzlich die städtischen Haushalte. Und diese sind ohnehin schon  schwer strapaziert: durch umfangreiche Desinfizierungsmaßnahmen, ausgefallene Parkgebühren in den leeren Innenstädten, notwendigerweise stark gesenkte Mieten in den städtischen Geschäftsimmobilien und viele andere Folgen der Corona-Epidemie mehr.

Was wäre wenn, Polen die schwedische Vorgehensweise gegen Corona anwenden würde? Dazu äußerte sich heute in einem Fernsehgespräch Prof. Piotr Czauderna, Gesundheitspolitiker, ehemaliger Chef der Agentur für Medizinforschung (ABM) und einer der führenden polnischen Fachleute für Kinderchirurgie.

Piotr Czauderna,

„Wir bewegen uns heute in der Epidemie-Entwicklung auf einem weit ausgedehnten Plateau. Das heißt, dass wir seit mindestens drei Wochen jeden Tag um die zweihundert Neuerkrankungen und um die zwanzig Sterbefälle registrieren. Das kann noch einen Monat, vielleicht sechs Wochen andauern, bis eine Abschwächung eintreten wird. Unser R0-Faktor beträgt heute etwa eins. Das bedeutet, dass ein Kranker im Durchschnitt eine Person ansteckt. Im Weltdurchschnitt beträgt der R0-Faktor zwei bis zweieinhalb. Wenn er unter eins fällt, dann beginnt die Epidemie abzuebben.“

Diese Bestandsaufnahme, so Prof. Czauderna, sei notwendig, wenn man den Vergleich mit Schweden anstellen will.

Notwendig sei auch ein Vergleich der Ausgangssituation beider Länder.

Schweden hat eine Fläche von 450.000 Quadratkilometern, 10 Millionen Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von 23 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Polen ist um ein Drittel kleiner (312.000 Quadratkilometer), hat 38 Millionen Einwohner und eine mehr als fünfmal größere Bevölkerungsdichte (123 Einwohner pro Quadratkilometer).

Polen hat also die schlechteren Karten: Viel mehr Menschen drängen sich auf einer deutlich kleineren Fläche. Für die Ausbreitung einer Epidemie bietet Polen somit bessere Voraussetzungen als Schweden.

Jetzt die Corona-Epidemie-Daten.

Schweden bis 07.05.: knapp 25.000 Infizierte, 3.040 Verstorbene.

Polen bis 07.05.: 15.000 Infizierte, 755 Verstorbene.

Das schwedische Modell hätte Polen, zumindest bis heute, viel mehr Opfer gekostet, so das Fazit.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Was machst du für 50 Zloty?“ „Alles.“ „Dann steig ein, du schneidest mir die Haare.“

Mittwoch, 6. Mai 2020

Infizierte: 14.740 Gestorben: 733

Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.760 Personen in Krankenhäusern behandelt. 101.395 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 4.655. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 16.100.

Achtzehn Menschen sind heute an Corona gestorben.

In Poznań: zwei Frauen – 90, 74 Jahre und zwei Männer – 74, 66 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: eine Frau – 83 Jahre und ein Mann – 86 Jahre. In Gdańsk/Danzig: zwei Frauen- 89, 78 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: zwei Männer – 63, 61 Jahre. In Radomsko – Mittelpolen: ein Mann – 75 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: eine Frau – 79 Jahre. In Szczecin/Stettin: eine Frau – 40 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln ein Mann – 72 Jahre. In Warschau: ein Mann – 84 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: ein Mann – 74 Jahre. In Zawiercie – Oberschlesien: ein Mann – 82 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 48 Jahre. R.I.P.

Die zunehmend besorgniserregende Corona-Situation im Steinkohlebergbau hat heute Gesundheitsminister Łukasz Szumowski auf den Plan gerufen. Während einer dringend einberufenen Telefonkonferenz mit Jarosław Pinkas, dem Chef der Staatlichen Sanitätsinspektion, wurde Pinkas nach Oberschlesien beordert, um die Anti-Corona-Maßnahmen vor Ort zu überwachen und zu koordinieren. Seit gut zwei Wochen mehren sich die Berichte über eine steigende Zahl angesteckter Kumpel.

Łukasz Szumowski.

Die Staatliche Sanitätsinspektion (Państwowa Inspekcja Sanitarna), allgemein Sanepid genannt, ist für die Hygiene- und Epidemieüberwachung zuständig. Staatliche Inspektoren leiten Sanitätsämter auf Woiwodschafts (Provinz)- und Landkreisebene.

Von den 29 polnischen Steinkohlegruben sind 28 staatlich und in 6 Holdings zusammengefasst.

Die grõßte von ihnen ist die Polska Grupa Górnicza (PGG – Polnische Bergbaugruppe). Sie vereinigt 16 Bergwerke, beschäftigt gut 41.000 Bergleute und Angestellte. Mittlerweile ist die Zahl der Infizierten in den Belegschaften der PPG auf knapp 400 angestiegen.

Jarosław Pinkas.

In 3 Bergwerken wurde deswegen die Arbeit vorläufig eingestellt: „Jankowce“ in Rybnik (193 Infizierte), „Murcki-Staszic“ in Katowice (105 Infizierte) und „Sośnica“ in Gliwice (53 Infizierte).

Zu diesen Bergwerken wurden am 05.05. sogenannte Abstrich-Busse geschickt, um bei allen Mitarbeitern und den im Haushalt lebenden Familienangehörigen Corona-Tests vorzunehmen. Bis heute Abend wurden insgesamt gut 1.700 Proben genommen. Die Auswertung erfolgt nicht nur in den oberschlesischen, sondern auch in den Corona-Testlabors in den benachbarten Woiwodschaften. Als eine vorrangige Aufgabe gilt es Isolierhäuser einzurichten, damit Corona-Infizierte, die nicht ins Krankenhaus müssen, dort, und nicht zu Hause, während der Quarantäne untergebracht sein können.

Probleme mit Corona hat ebenfalls die zweitgrößte Holding, die Jastrzębie/Jastrzemb Kohlegesellschaft (JSW), die 7 Bergwerke betreibt, mit knapp 29.000 Bergleuten und Angestellten. Sie ist im südlichsten Teil Oberschlesiens, direkt an der tschechischen Grenze tätig und fördert hochwertige Kokskohle.

Mittlerweile sind knapp 30 Kumpel der Zeche „Pniówek“ in Pawłowice unweit von Jastrzębie durch Corona infiziert. Gut 200 Bergleute befinden sich in Quarantäne. Die Grube, in der 7.000 Leute arbeiten, hat ihren Betrieb nicht eingestellt.

Etwa 60 Infizierte gibt es inzwischen unter den Bergleuten und Angestellten der Zeche „Bobrek“ in Piekary Śląskie/Deutsch Piekar, knapp 20 Kilometer nördlich von Katowice. Sie gehört zu der Misch-Holding Węglokoks (Stahlwerke, Kraftwerke und das besagte Bergwerk „Bobrek“). Auch diese Zeche setzt die Arbeit fort.

Seit Mitte März gelten im gesamten polnischen Steinkohlebergbau besondere Schutzmaßnahmen. An den Toren wird bei allen Ankommenden die Körpertemperatur gemessen. Die Arbeitszeiten wurden verkürzt, damit sich die Schichten nicht begegnen. Die Zahl der ein- und ausfahrenden Kumpel pro Förderkorb wurde stark eingeschränkt. Schutzmasken und Brillen sind über und unter Tage Pflicht. Alle Gemeinschaftsräume (Kaue, Lampenstuben, Waschräume, Hängebänke) werden nach jeder Schicht desinfiziert. Unter Tage sind es die Schienenzüge, mit denen die Kumpel zu den Abbaustellen gefahren werden.

Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, war das alles jedoch nicht genug.

Das Blutplasma eines Corona-Genesenen hat offensichtlich ein Leben gerettet. Das wird aus dem Seuchenkrankenhaus von Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln gemeldet.

Dort wurde Ende April eine Corona-infizierte Schwangere mit einem schweren Krankheitsverlauf eingeliefert. Die Ärzte veranlassten umgehend eine Geburt durch Kaiserschnitt. Das Kind, ein Frühchen, war nicht angesteckt und wurde in ein Kinderkrankenhaus in Opole gebracht.

Der Zustand der Mutter verschlechterte sich jedoch zusehends. Sie wurde auf einer Intensivstation notbeatmet. Als die Ärzte ein nahes Sterben diagnostizierten, hat man der Patientin am 29.04. das Blutplasma eines Corona-Genesenen verabreicht.

Zwei Tage später trat eine radikale Verbesserung ein  und die künstliche Beatmung war nicht länger erforderlich. Nach einer Woche galt die junge Mutter als genesen und konnte auf eine normale gynäkologische Station verlegt werden. Wenn weitere Corona-Tests negativ ausfallen, kann sie nach Hause entlassen werden.

♦ Unter den sehr schlechten Corona-Wirtschaftsprognosen, sind die Vorhersagen für Polen noch die besten. Das geht aus den Berechnungen der EU-Kommission die heute in Brüssel vorgestellt wurden, hervor.

Polens BIP soll sich 2020 um 4,3 Prozent verringern und 2021 um 4,1 Prozent ansteigen.

Zum Vergleich. Deutschland: – 6,5 (2020) und + 5,9 Prozent (2021), Frankreich: – 8,2 und + 7,4 Prozent, Italien: – 9,5 und + 6,5 Prozent, Griechenland: – 9,7 und +7,9 Prozent., EU-Durchschnitt: – 7,4 und + 6,1 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit soll 2020 in Polen 7,5 Prozent betragen. Deutschland: 9,2 Prozent, Frankreich: 10,1 Prozent, Italien: 11,8 Prozent, Griechenland: 19,9 Prozent.

Das Staatsdefizit Polens soll 2020 auf 58 Prozent des BIP ansteigen. Deutschland: 76 Prozent, Frankreich: 116 Prozent, Italien: 159 Prozent, Griechenland: 196 Prozent.

Nur bei den prognostizierten Inflationsraten für 2020 schneidet Polen schlechter ab: 2,5 Prozent. Deutschland: 0,3 Prozent, Frankreich: 0,4 Prozent. Italien und Griechenland sollen gar eine Deflation von 0,3 bzw. 0,6 Prozent verzeichnen.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„Achter Tag der Quarantäne. Meine Frau widmet sich offensichtlich der Gartenarbeit, möchte aber nicht verraten, was sie anpflanzen will.“

Dienstag, 5. Mai 2020

Infizierte: 14.431 Gestorben: 716

♦Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.738 Personen in Krankenhäusern behandelt. 100.765 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 4.280. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 10.400.

Neunzehn Corona-Kranke haben den heutigen Tag nicht überlebt.

In Wrocław/Breslau: drei Frauen – 89, 69, 53 Jahre und ein Mann – 88 Jahre. In Poznań: eine Frau – 96 Jahre und ein Mann – 84 Jahre. In Kraków: eine Frau – 67 Jahre und ein Mann – 80 Jahre. In Warschau: eine Frau – 39 Jahre und ein Mann – 80 Jahre. In Starachowice – Mittelpolen: ein Mann – 67 Jahre. In Zgierz bei Łódż/Lodsch: eine Frau – 74 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 69 Jahre. In Gdańsk/Danzig: eine Frau – 83 Jahre. In Wałbrzych/Waldenburg – Niederschlesien: eine Frau – 87 Jahre. In Łomża – Nordostpolen: ein Mann – 63 Jahre. In Częstochowa/Tschenstochau: ein Mann – 81 Jahre. In Radom – Mittelpolen: eine Frau – 83 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: eine Frau – 67 Jahre. R.I.P.

Die aktuelle Lage schilderte heute Gesundheitsminister Łukasz Szumowski in einem Gespräch mit dem privaten Fernsehsender TVN24.

Szumowskis Thesen:

Łukasz Szumowski.

Die erste gute Nachricht ist, dass die Zahl der Corona-Patienten in den Seuchenkrankenhäusern seit längerer Zeit bei knapp 3.000 stagniert. Die Kapazitäten von 10.000 Corona-Krankenhausbetten sind also bei weitem nicht ausgeschöpft und es sieht vorerst nicht danach aus, dass es einen rapiden Zuwachs an Patienten geben wird. 

Die zweite gute Nachricht ist, dass die Zahl der Schwerstkranken, die beatmet werden müssen, seit dem 20.04. langsam aber kontinuierlich sinkt: von gut 160 auf augenblicklich knapp 100.

Die tatsächliche Zahl der Corona-Infizierten in Polen kann bis zu 30.000 betragen. Anhand von Labor-Tests sind bis jetzt knapp 15.000 Infizierte festgestellt worden.

Die Dunkelziffer der Angesteckten kann nicht dramatisch groß sein. „Ein Indiz dafür haben wir vom 30.04. auf den 01.05. erhalten, als es zum ersten Mal in Polen gelang, eine Rekordzahl von knapp 16.600 Corona-Tests durchzuführen. Dabei ermittelt wurden 228 Infizierte.“

Die Zahl der Tests ist immer noch nicht ausreichend. „Wir haben 100 Corona-Testlabore, die in der Lage sind, bis zu 20.000 Tests pro Tag auszuwerten. Mit knapp 17.000 am 30.04. waren wir nicht weit entfernt davon. Danach fielen die Tageszahlen auf etwa 9.000, aber so sieht es überall in Europa an Sonn- und Feiertagen aus.“ Szumowski appellierte erneut an die Ärzte, an das Pflege- und das Technische Personal in den Krankenhäusern, an das Personal in den Pflegeheimen, sich so oft es geht dem Test zu unterziehen, denn nur so kann man die gefährlichsten Verbreiter der Epidemie ausfindig machen.

Die schlechte Nachricht ist, dass sich zu viele Menschen nicht an die Schutzmasken-Vorschriften, die ab dem 16.04. gelten, halten. Im öffentlichen Raum müssen Mund und Nase bedeckt sein, sei es mit einer Maske, einem Schal oder einem Tuch. „Leider sieht man immer wieder Passanten, die nur den Mund bedeckt halten. Das kann die Erfolge bei der Eindämmung der Epidemie, die wir durch die jetzt gelockerten, strengen Quarantänemaßnahmen erreicht haben, schnell zunichtemachen.“

Die Lockerungen werden zurückgenommen werden müssen, sollte es einen deutlichen Zuwachs an Erkrankungen geben.

Was hat die polnische medizinische Hilfsmission in Kirgistan gemacht und gesehen, darüber hat heute in einem Gespräch mit dem Polnischen Rundfunk der Koordinator des Unternehmens Dr. med. Michał Madeyski berichtet.

Madeyskis Thesen:

Michał Madeyski.

Das Team bestand aus 8 Ärzten und Rettungssanitätern. Es hat 10 Tage lang in der Hauptstadt Bischkek und in der zweitgrößten Stadt Osch, im Osten des Landes, nahe der Grenze zu Usbekistan gearbeitet.

Das verhältnismäßig arme Land, eine frühere Sowjetrepublik mit gut 6 Millionen Einwohnern, hat sich bisher erstaunlich gut gegen die Corona-Epidemie behauptet, vor allem weil man sehr rasch sehr strenge Vorsorgemaßnahmen ergriffen hat.

Im ganzen Land herrscht zwischen 20:00 und 07:00 Uhr eine Ausgangssperre. Ohne Passierschein darf man sich nicht von Stadt zu Stadt bewegen. An allen Ausfallstraßen wurden Kontrollstellen eingerichtet. Zwischen den Städten sind Polizeistreifen unterwegs, die jeden, der zu Fuß unterwegs ist und womöglich die Sperren umgangen hat, zurückweisen. Das Land bedecken zu 80 Prozent bis zu 5.000 Meter hohe Berge, was das Kontrollieren der Bevölkerung erheblich erleichtert.

Es gibt kaum Ärzte, die Englisch sprechen, aber alle Informationen zur Epidemie und zur Krankheit selbst sind in dieser Sprache verfasst. Die Mediziner in Kirgistan und in den anderen Staaten Mittelasiens, die einst Sowjetrepubliken waren, haben einen erheblichen Nachholbedarf. Wir haben alle unsere Erfahrungen, auch diejenigen, die wir mit unserer medizinischen Mission in der Lombardei gemacht haben, an sie weitergegeben.

Das Gesundheitswesen in Kirgistan ist für unsere Begriffe, sagen wir, schlicht, aber dennoch durchaus effektiv. Die Krankenhäuser haben keine zentralen Sauerstoffanlagen. Beatmet wird aus Sauerstoffflaschen. Die Einrichtungen stammen aus den Sechziger- und Siebzigerjahren des 20 Jahrhunderts. Es sind keine kompakten Gebäude, wie wir sie kennen. Sie bestehen meistens aus einem Haupthaus und Pavillons. Das hat die gute Seite, dass es leichter fällt, gesperrte Zonen einzurichten.

Die kirgisischen Kollegen haben unter den einfachen Bedingungen, unter denen sie arbeiten müssen, sehr effektive Methoden entwickelt, um das medizinische Personal vor Ansteckungen zu schützen.

Die Patientenstruktur ist dieselbe. Es überwiegen ältere Menschen.

Kirgisische Behörden und Mediziner haben Corona von Anfang an sehr ernst genommen und deswegen haben sie die Epidemie unter Kontrolle. Das ist schon eine beachtliche Leistung.

Etliche polnische Ordensbrüder verrichten freiwillige Dienste bei der Epidemie-Bekämpfung, so der Bericht von Pater Janusz Sok, des Vorsitzenden der Konferenz der Obersten Vorgesetzten Männlicher Ordenskongregationen in Polen. Die meisten Brüder sind als Helfer in Pflege- und Altersheimen eingesprungen, als um Hilfe gebeten wurde, weil das Personal wegen Corona-Infektionen ausfiel oder die Bewohner wegen Verseuchung evakuiert werden mussten. Einige Dutzend Piaristen, Kapuziner und Franziskaner sind auf diese Weise in ganz Polen tätig.

Janusz Sok.

Freiwillig in Krankenhäusern gemeldet haben sich jeweils einige Steyler Missionare, Oblaten, Benediktiner und Franziskaner.

Die Oblaten haben zudem zwei Isolierhäuser für 60 bzw. 10 Personen eingerichtet. Sie betreuen dort Menschen, die wegen beengter Verhältnisse ihre Quarantäne nicht zu Hause verbringen können oder nach der Behandlung aus den Krankenhäusern entlassen wurden und auf die endgültigen Test-Ergebnisse warten.

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„2019: Ein fauler Dummkopf. 2020: Ein verantwortungsvoller Mensch.“

Freitag, 1. Mai bis Montag, 4. Mai 2020

Infizierte: 14.006 Gestorben: 698

Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 2.653 Personen in Krankenhäusern behandelt. 96.699 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 4.095. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 7.800.

Am Freitag, dem 01.05. starben sieben Personen.

In Łódź/Lodsch: zwei Männer – 63, 62 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz– Oberschlesien: ein Mann – 85 Jahre. In Gdańsk/Danzig: ein Mann – 86 Jahre. In Rybnik – Oberschlesien: ein Mann – 55 Jahre. In Zgierz bei Łódź/Lodsch: ein Mann – 89 Jahre. In Łomża Nordostpolen: eine Frau – 76 Jahre. R.I.P.

Samstag, den 02.05. haben zwölf Menschen wegen Corona nicht überlebt.

In Poznań: eine Frau – 84 Jahre und drei Männer – 74, 73, 69 Jahre. In Gdańsk/Danzig: zwei Frauen – 89, 87 Jahre. In Warschau: eine Frau – 89 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 61 Jahre. In Kraków: eine Frau – 80 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: ein Mann – 75 Jahre. In Łomża – Nordostpolen: eine Frau – 86 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: ein Mann – 64 Jahre. R.I.P.

Am Sonntag, dem 03.05. hat Corona fünfzehn Menschenleben ausgelöscht.

In Poznań: zwei Frauen – 88, 77 Jahre und ein Mann – 49 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: zwei Frauen – 82, 65 Jahre und ein Mann – 72 Jahre. In Bolesławiec/Bunzlau – Niederschlesien: zwei Frauen – 83, 65 Jahre. In Tomaszów Lubelski – Südostpolen: eine Frau – 87 Jahre. In Grudziądz/Graudenz: eine Frau – 79 Jahre. In Wrocław/Breslau: ein Mann – 63 Jahre. In Łańcut – Südostpolen: ein Mann – 86 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: ein Mann – 79 Jahre. In Gdańsk/Danzig: ein Mann – 71 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: ein Mann – 62 Jahre. R.I.P.

Am Montag, dem 04.05. wurden zwanzig Corona-Tote gemeldet.

In Warschau: eine Frau – 88 Jahre, zwei Männer – 59, 67 Jahre. In Gdańsk/Danzig: drei Frauen – 93, 91, 87 Jahre. In Koszalin/Köslin: zwei Männer – 86, 44 Jahre. In Szczecin/Stettin: eine Frau – 76 Jahre und ein Mann – 77 Jahre. In Tychy/Tichau – Oberschlesien: zwei Männer – 71, 51 Jahre. In Żyrardów bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 85 Jahre. In Białe Błota bei Bydgoszcz/Bromberg: eine Frau – 64 Jahre. In Poznań: ein Mann – 65 Jahre. In Gliwice/Gleiwitz – Oberschlesien: ein Mann – 70 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 73 Jahre. In Wrocław/Breslau: ein Mann – 53 Jahre. In Kalisz – Mittelpolen: eine Frau – 87 Jahre. In Kędzierzyn-Koźle/Kandrzin-Cosel bei Opole/Oppeln: ein Mann – 79 Jahre. R.I.P.

Das Anti-Epidemie-Vorgehen der Regierung beurteilen 45 Prozent der Polen mit „eindeutig“- oder „eher positiv“. „Eindeutig“- oder „eher negativ“ sehen es 41 Prozent. 14 Prozent haben keine Meinung.

Die Beurteilungen sind, wie immer, sehr stark parteipolitisch gefärbt. Von denjenigen, die sich als Wähler von Recht und Gerechtigkeit ausgeben, beurteilen 86 Prozent die Epidemie-Maßnahmen der Regierung als positiv, 14 Prozent als negativ. Unter den Wählern der oppositionellen Bürgerplattform betragen die „Negativ“-Urteile 74 Prozent, „Positiv“-Urteile machen 26 Prozent aus. Repräsentativ ausgewählt und befragt wurden für die Untersuchung zwischen dem 28. und dem 30.04. 1.060 Personen.

Polen sei einer der vier EU-Staaten, denen in der Corona-Epidemie noch das Schlimmste bevorstehe, sagte heute Andrea Ammon, die Vorsitzende des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Die anderen drei seien Großbritannien, Rumänien und Schweden. In allen 4 Ländern steige die Zahl der Neuinfektionen seit zwei Wochen mit unveränderter Geschwindigkeit. In Bulgarien nehme die Pandemie sogar noch an Fahrt auf.

Andrea Ammon.

In allen anderen europäischen Ländern würden hingegen weniger Neuerkrankungen gemeldet. „Es sieht so aus, als ob am Samstag der Höhepunkt der ersten Welle in Europa überschritten wurde“, sagte Ammon. Das ECDC ist für alle 27 EU-Mitgliedsstaaten plus Großbritannien, Norwegen, Liechtenstein und Island zuständig.

Die Zahl der Sterbefälle bleibt in Polen konstant, so die heutige Mitteilung des Statistischen Hauptamtes (GUS). Die Zahl der Corona-Toten ist in Polen bis heute auf ca. 700 gestiegen. Bis jetzt wirkt sich jedoch die Corona-Epidemie nicht wesentlich auf die statistische Sterblichkeitsrate aus.

Im März 2020 starben in Polen 36.557 Personen. Im März 2019 waren es 36.112. Im März 2018 waren es deutlich mehr, 41.779 Menschen.

Im April 2020 starben 34.302 Personen. Im April 2019 waren es 33.611. Im April 2018 – 34.655 Menschen.

Die EU-Kommission hätte Polen ins Unglück stürzen können, so die These von Thomas Czypionka, Chef der Forschungsgruppe Gesundheitspolitik am renommierten Wiener Institut für Höhere Studien und Wissenschaftliche Forschung (IHS). „Der Widerstand der EU-Kommission gegen die Schließung der Grenzen durch Österreich, Polen, Tschechien und andere ostmitteleuropäische Staaten war völlig fehl am Platze. Das erste was nach dem Ausbruch der Corona-Epidemie Taiwan, Südkorea und Singapur eingeführt haben, waren Kontrollen von Reisenden aus China. Das war der Schlüssel zur Eindämmung der Epidemie.“

Thomas Czypionka.

Polen hat am 15.03. ein Einreiseverbot für Ausländer verhängt und den eigenen Bürgern, die aus dem Ausland kamen, eine 14-tägige Pflichtquarantäne verordnet. Ähnlich und zeitgleich handelten Tschechien, Ungarn, Litauen und Lettland.

Dennoch hat Ursula von der Leyen am 26.03., zum 25. Jahrestag der Unterzeichnung des Schengen-Abkommens, diese Vorgehensweise in ihrer Rede im Europäischen Parlament scharf kritisiert. „Europa kann nur dann wirksam und koordiniert der Corona-Epidemie die Stirn bieten, wenn unser gemeinsamer Markt und die Schengen-Zone so funktionieren wie sie sollen: Eine Krise, die keine Grenzen kennt kann nicht gelöst werden, indem Barrieren zwischen uns eingerichtet werden“, so von der Leyen.

„Hätten die Ostmitteleuropäer nur eine Woche später gehandelt, würden sehr viele infizierte und unkontrolliert eingereiste Ausländer und Einheimische die Situation deutlich verschlechtern. Ein Infizierter steckt pro Tag als Minimum drei weitere Personen an, meistens jedoch viel mehr.“, so Czypionka.

Seiner Meinung nach, sprechen die neusten Todeszahlen pro 1 Million Einwohner eindeutig für die Richtigkeit der frühen Grenzschließung. Slowakei – 4, Polen – 17, Tschechien – 22, Ungarn – 35, Deutschland – 81, Frankreich – 378, Großbritannien – 414, Italien – 475, Spanien – 537.

Klara, das erste polnische Corona-Baby hat am Wochenende das Krankenhaus verlassen. Beide Eltern waren Corona-infiziert, das Kind kam am 28.03. gesund auf die Welt. Wir haben darüber am 31.03., als die Nachricht bekanntgegeben wurde, berichtet. Jetzt, beim Verlassen des Krankenhauses, konnten die inzwischen genesenen Eltern ihre Tochter zum ersten Mal in ihre Arme schließen.

Das Krankenhaus in Zgierz (fonetisch Sgesch) bei Łodź/Lodsch ist ein Seuchenkrankenhaus und war zunächst für eine Entbindung nicht eingerichtet. Zudem, wie in solchen Fällen vorgeschrieben, musste es eine Geburt durch Kaiserschnitt sein, auf die sich das Team wegen der Infektion der Mutter gut vorbereiten musste. Eine solche Entbindung im kompletten Schutzanzug und mit mehrfach Schutzhandschuhen an den Händen vorzunehmen ist eine enorme Herausforderung.  Weil das Kind sich  nicht anstecken durfte, musste es sofort von der Mutter getrennt werden.

Kontakt gehalten wurde zum Schutz des Neugeborenen ausschließlich mittels Handyfotos- und Videos

Aufgeschnappt im polnischen Internet.

„In einem Jahr werdet ihr über dieses Virus lachen. Natürlich nicht alle.“

Donnerstag, 30. April 2020

Infizierte: 12.877 Gestorben: 644

♦Am Morgen gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 3.012 Personen in Krankenhäusern behandelt. 88.265 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 3.236. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 13.500.

Zwanzig Menschen hat Corona heute das Leben genommen.

In Warschau: vier Frauen – 93, 87, 78, 73 Jahre und ein Mann – 64 Jahre. In Racibórz/Ratibor – Oberschlesien: eine Frau – 72 Jahre und ein Mann – 75 Jahre. In Radomsko bei Łódź/Lodsch: eine Frau – 90 Jahre und ein Mann – 81 Jahre. In Tychy/TichauOberschlesien: zwei Männer – 85, 67 Jahre. In Zgierz bei Łodź/Lodsch: zwei Männer – 65, 49 Jahre. In Poznań: eine Frau – 86 Jahre. In Bytom/BeuthenOberschlesien: eine Frau – 80 Jahre. In Gdańsk/Danzig: ein Mann – 78 Jahre. In Wrocław/Breslau: eine Frau – 68 Jahre. In PłockMittelpolen: eine Frau – 85 Jahre. In Wolica bei Kalisz – Mittelpolen: ein Mann – 93 Jahre. In Radom – Mittelpolen: ein Mann – 91 Jahre. R.I.P.

Grenzgänger dürfen ab dem 04.05. wieder pendeln, ohne anschließend für 14 Tage in Quarantäne gehen zu müssen. Das hat heute Nachmittag Ministerpräsident Mateusz Morawiecki auf Twitter bekanntgegeben.

„Wir haben die Epidemie nicht besiegt, aber wir haben sie zunehmend unter Kontrolle und können deswegen entschiedener die Wirtschaft wiederbeleben“, so Morawiecki.

Gleichzeitig bergen Grenzöffnungen die Gefahr, dass sich die Zahl der Infizierten schnell erhöhen kann. „Deshalb gleicht das Austarieren der Interessen der Pendler mit der Notwendigkeit der Epidemie-Eindämmung einem Seiltanz. Wir dürfen auf keinen Fall das Gleichgewicht verlieren“, schrieb Morawiecki. Damit dürfte vorerst ein Konflikt zwischen den polnischen Behörden auf der einen und den polnischen Pendlern sowie deutschen Stellen auf der anderen Seite beigelegt sein.

Seit dem 27.03. muss jeder Pole, der aus dem Ausland kommt für 14 Tage in Quarantäne. Damit waren polnische Pendler von ihren Arbeitsplätzen in Deutschland und Tschechien abgeschnitten, es sei denn, sie suchten sich eine Unterkunft jenseits der Grenze. Nach deutschen Berechnungen pendeln allein nach Berlin und Brandenburg 26.000 Polen zur Arbeit.

Die Pendler-Sperre wurde knapp zwei Wochen nach der Schließung der polnischen Grenzen am 15.03. eingeführt. Der rege Pendlerverkehr nahm an Wochenenden noch erheblich zu. Polen aus entfernteren Gegenden Deutschlands kamen am Freitag nach Hause und fuhren am Sonntag oder Montag zurück. Viele nutzten ihren Status, um am Samstag noch schnell zum Einkaufen nach Deutschland zu fahren.

Der Sperre waren alarmierende Medienberichte vorausgegangen, wonach nur jeder sechste Pole, der z. B. am Montag, dem 23.03. die Grenzen zu Deutschland oder Tschechien heimwärts passiert hatte, in die 14-tägige Quarantäne geschickt werden konnte. Das machte die Grenzschließung weitgehend zu einer Fiktion, so die Behörden.

Sie verwiesen darauf, dass gerade die Grenz-Woiwodschaften (Provinzen) Lubuskie/Leubus mit Jelenia Góra/Hirschberg und Zachodniopomorskie/Westpommern mit Szczecin/Stettin zu den am wenigsten verseuchten Gebieten gehören. Leubus ist zudem die einzige Woiwodschaft, in der es bis zum 30.04. keine Corona-Toten gab (siehe die aktuelle Karte oben).

Am 24.04. protestierten polnische Pendler an einigen gesperrten polnisch-deutschen Grenzübergängen und forderten freien Zugang zu ihren Arbeitsplätzen.

Gleichzeitig erhöhten deutsche Stellen den Druck auf Polen. Am 23.04. forderte der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke in einem Schreiben die polnischen Behörden dazu auf, die Pendler täglich die Grenze in beide Richtungen passieren zu lassen. Am 26.04. verstieg sich der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer in einem DPA-Interview zu der Feststellung: „Polen habe sich vergaloppiert“ und es sei „ein großes Unglück, was da passiert.“

In einer Stellungnahme der zuständigen Regierungsstelle in Warschau hieß es am 25.04., man habe durchaus Verständnis für die Anliegen der Pendler, „nichtsdestoweniger dürfen wir nicht vergessen, dass wir es außerhalb Polens, zum Beispiel in Deutschland, mit einer viel schwierigeren Situation zu tun haben, was die Erkrankungen angeht. Wir müssen zugleich das Risiko, das mit der Übertragung des Virus aus dem Ausland verbunden ist und die Bedürfnisse der Bewohner der grenznahen Gebiete in Betracht ziehen .“

Der Zentrale Krisenstab in Warschau wollte sich dem Problem Mitte der Woche widmen, was offensichtlich geschehen ist und die Sperre wurde aufgehoben.

Auf der deutschen Seite arbeiten die Polen zumeist auf dem Bau, in Gärtnereien, in der Pflege und im Gesundheitswesen. So z. B. machen polnische Ärzte, Krankenschwestern und Reinigungskräfte einen erheblichen Teil der Belegschaft des Krankenhauses in Frankfurt (Oder) aus. In Tschechien arbeiten die Polen überwiegend im Bergbau.

Eine Drohne hat heute in Warschau den ersten unbemannten Flug im Dienste der Corona-Bekämpfung absolviert. Die Drohne „Hermes“ (auf dem Bild oben) brachte Abstriche von Patienten von einem Krankenhaus in ein anderes. Dort sollen sie auf das Vorhandensein des Corona-Virus untersucht werden. Die zurückgelegte Entfernung betrug ca. 3 Kilometer.

Es war der erste Drohnen-Cargo-Flug im Dienste der Corona-Epidemiebekämpfung in der Europäischen Union. Er wurde ferngesteuert, aber schon bald soll die Drohne völlig autonom, ohne menschliches Zutun, zwischen den beiden Krankenhäusern pendeln.

In Polen werden im Augenblick etwa 150 Krankenwagen ausschließlich dazu eingesetzt, um Corona-Abstriche zu den inzwischen knapp 100 Laboren zu bringen. Drohnen sollen sie entlasten und teilweise ersetzen.

Die Firma Spartaqs mit Sitz im oberschlesichen Mikołów/Nikolai, die „Hermes“ konstruiert hat, betont in ihrer Presseverlautbarung, dass der heutige Flug der Einstieg in eine intensive Nutzung von Drohnen im Dienste der Corona-Bekämpfung gewesen sei.

Janusz Janiszewski.

Janusz Janiszewski, Chef der staatlichen polnischen Luftverkehrsverwaltung (PAZP), sprach heute davon, dass die Umstellung auf Drohnen unmittelbar bevorsteht. Es sei eine Frage von Wochen. Die PZAP hat im März dieses Jahres eine Flugsicherheitszentrale für Drohnenflüge (PansaUTM) eingerichtet, die eine schnelle digitale Kontaktaufnahme zwischen zivilen Fluglotsen und den Lenkern der Drohnen ermöglicht. Es ist die erste Einrichtung dieser Art in Europa.

Im oberschlesischen Sosnowiec will Spartaqs in diesen Tagen eine Desinfektions-Drohne in die Luft schicken. Mit 15 Litern Entkeimungsflüssigkeit beladen soll sie n