Tag für Tag. Corona-Epidemie in Polen. 21.November bis 24.November 2020

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Auf vielseitig geäußerten Wunsch unserer Zuhörer und Leser, setzen wir die laufende Chronik des Corona-Geschehens in Polen fort. Wir wollen turnusmäßig das Wichtigste zusammenfassen und Ihnen so ein Bild der medizinischen, gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Lage im Land vermitteln, ohne dabei den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Ihr RdP.

Den ersten Teil der Corona-Chronik in Polen, vom 20. März bis 20. April 2020, finden Sie hier (bitte klicken)

Den zweiten Teil der Corona-Chronik in Polen, vom 21. April bis 17. Juli 2020, finden Sie hier (bitte klicken) 

Den dritten Teil der Corona-Chronik in Polen, vom 18.Juli bis 03.November 2020, finden Sie hier (bitte klicken)

Die Berichte erscheinen zweimal wöchentlich, jeweils am Dienstag und Freitag.

 

Samstag, 21.November bis Dienstag, 24.November 2020

Infizierte: 876.333       Gestorben: 13.744

Am Morgen des 24.11. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 22.405 Personen in Krankenhäusern behandelt. 334.331 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 454.717. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 33.700. Neuinfizierte: 10.139.

Seit dem 10.10.2020 gibt das Gesundheitsministerium im Zusammenhang mit der Epidemie nur noch die tägliche Zahl der Verstorbenen bekannt, unterteilt nach Personen, die an Corona, bzw. neben Corona an Vorerkrankungen litten. Nicht länger veröffentlicht werden die Angaben des Geschlechts, des Alters und des Sterbeortes.

Am Samstag, dem 21.11. starben 574 Personen, davon 115 an Corona und 459 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Sonntag, dem 22.11. wurden 330 Corona-Tote gemeldet, davon 74 mit Corona und 256 mit Corona und Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Montag, dem 23.11. starben 156 Personen, davon 38 an Corona und 118 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Dienstag, dem 24.11. sind 540 Menschen gestorben, davon 55 an Corona und 485 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 22.10. und dem 24.11. Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl von Neuansteckungen ist seit dem 21.11. deutlich zurückgegangen. In ihren weiterhin vorsichtigen Einschätzungen und Prognosen sprechen Gesundheitspolitiker und Medizin-Fachleute von einem Ausbremsen der Epidemie.

In dem in der heutigen „Corona-Chronik in Polen“ besprochenen Zeitraum waren es: am 21.11. – 24.213 Fälle, am 22.11. – 18.467, am 23.11. – 15.002 und am 24.11. – 10.139 Fälle.

Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten bleibt konstant hoch. Am 21.11. waren es 22.478, am 22.11. – 22.094, am 23.11. – 22.234 und am 24.11. – 22.405. Am 24.11. gab es im ganzen Land 15.940 freie Corona-Krankenhausbetten.

Belegte Beatmungsgeräte: am 21.11. – 2.125, am 22.11. – 2.126, am 23.11. – 2.149 und am 24.11. – 2.095. Am 20.11. gab es im ganzen Land in Corona-Krankenhäusern 915 freie Beatmungsgeräte.

100 Tage Solidarität, so heißt das neueste Corona-Maßnahmenprogramm der Regierung. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki stellte es am 21.11. der Öffentlichkeit vor.

Morawieckis Thesen:

Mateusz Morawiecki.

Vor uns liegt eine Periode von knapp drei Monaten, an deren Ende höchstwahrscheinlich der Corona-Impfstoff endlich zugänglich sein wird. Obwohl es immer schwerer fällt, müssen wir in dieser Zeit solidarisch sein und alles tun, um der Epidemie erfolgreich die Stirn zu bieten, die Zahl der Infizierungen so niedrig wie möglich zu halten.

Ab dem 28.11. dürfen die Einkaufsgalerien und Möbelhäuser wieder öffnen.

Restaurants, Cafés, Fitnesscenter, Schwimmhallen, Museen, Kinos, Theater bleiben bis zum 29.12. geschlossen.

Bis Weihnachten wird es keinen Präsenzunterricht geben. Schulen und Hochschulen unterrichten weiterhin übers Internet.

Die Winterferien, normalerweise in drei Landesteilen auf drei Termine im Februar verteilt, werden im ganzen Land auf den 04.01. bis 17.01. gelegt. Danach sollen die Schulen wieder den Betrieb aufnehmen.

Sprecher des Gesundheitsministeriums Wojciech Andrusewicz schilderte am 24.11. vor den Medien die aktuelle Epidemie-Lage.

Wojciech Andrusewicz.

Andrusewiczs Thesen: 

Der deutliche Rückgang der täglichen Neuinfizierungen hat vier Ursachen:

Erstens: die verschärften Corona-Maßnahmen, die vor einem Monat in Kraft getreten sind, zeigen Wirkung.

Zweitens: daraus ergibt sich die fallende Anzahl an Tests, die Hausärzte Personen mit Corona-Symptomen verschreiben müssen.

Drittens: leider steigt aber auch die Zahl von Corona-Infizierten, die die Tests und Kontakte mit Ärzten meiden. Entweder glauben sie allein mit der Erkrankung fertig zu werden oder sie wollen ihren Arbeitsplatz nicht aufs Spiel setzten, sich nicht in der Quarantäne einsperren lassen oder alles zusammen. Sie stecken dadurch aber ihre Umgebung an und werden oft mit schwersten Corona-Symptomen in Krankenhäuser eingeliefert.

Viertens: Epidemiologen gehen davon aus, dass sich durch die massiven Schutz- und Entkeimungsmaßnahmen die Anwesenheit des Virus um einiges verringert hat.

Die Situation im Gesundheitswesen ist weiterhin angespannt, aber das System bleibt funktionsfähig. Kein Corona-Patient muss befürchten, nicht versorgt zu werden. Der Bestand an freien Corona-Krankenhausbetten und Beatmungsgeräten ist ausreichend.

Mit Sorge erfüllt die seit Ende Oktober hohe Zahl von Corona-Verstorbenen.

Am 24.11. wurde landesweit ein neues System der Erfassung von Corona-Infizierten eingeführt. Bis jetzt gaben die Labors ihre Angaben an die Epidemiestellen des staatlichen Sanitätsdienstes (Sanepid) in den 16 Woiwodschaften/Provinzen weiter. Von dort gelangten sie in die Sanepid-Zentrale (GIS) in Warschau, wo sie erfasst und veröffentlicht wurden.

Im neuen System geben die Labors jedes Testergebnis sofort in das landesweite elektronische Erfassungssystem EWS ein. Die Angaben fließen praktisch 24 Stunden am Tag ein. Der neueste Stand der Corona-Erkrankungen kann so jederzeit abgerufen werden.

Bei der Einführung des neuen Erfassungssystems wurden ca. 22.000 Erkrankungen entdeckt, die seit Anfang der Epidemie zwar festgestellt aber aus unterschiedlichen Gründen in den Statistiken nicht berücksichtigt wurden. Man hat sie jetzt nachträglich der Gesamtzahl der Infizierten zugeschlagen.

Täglich gibt es neue Informationen über Vorbereitungen auf Massenimpfungen gegen Corona.

Zusammengefasst gibt es bis jetzt folgende Überlegungen und Vorschläge:

Die Impfungen werden freiwillig sein.

Als erstes sollen das medizinische Personal und die Menschen im Alter von 75 und mehr Jahren geimpft werden. Nachfolgend soll der jeweils jüngere Jahrgang die namentliche Aufforderung sich impfen zu lassen erhalten. Es geht darum, dass sich keine Warteschlangen vor den Impfstellen bilden.

Bei der Einrichtung von Impfstellen stellt die Gewährleistung von Kühlkapazitäten die größte Herausforderung dar. Die Impfstoffe müssen bei einer Temperatur von bis zu minus 70 Grad gelagert werden.

Die vorhandenen und geplanten Kapazitäten werden es erlauben 50.000 Personen pro Tag bzw. 1,5 Millionen pro Monat zu impfen.

Um die Epidemie aufzuhalten müssen sich etwa 60 Prozent der Einwohner Polens impfen lassen. Wenn alles gut geht, werden sich positive Resultate im Herbst 2021 einstellen.

Um jeden der 31 Millionen Einwohner über 18 Jahre zu impfen, sind 62 Millionen Impfungen notwendig, weil erst ein zweifaches Impfen immun macht. Diese Anzahl an Impfdosen soll letztendlich beschafft werden.

Mittwoch, 18. November bis Freitag, 20.November 2020

Infizierte: 819.262     Gestorben: 12.714

Am Morgen des 20.11. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 22.643 Personen in Krankenhäusern behandelt. 408.567 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 381.800. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 55.000. Neuinfizierte: 22.464.

Seit dem 10.10.2020 gibt das Gesundheitsministerium im Zusammenhang mit der Epidemie nur noch die tägliche Zahl der Verstorbenen bekannt, unterteilt nach Personen, die an Corona, bzw. neben Corona an Vorerkrankungen litten. Nicht länger veröffentlicht werden die Angaben des Geschlechts, des Alters und des Sterbeortes.

Am Mittwoch, dem 18.11. starben 603 Personen, davon 112 an Corona und 491 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Dienstag, dem 19.11. wurden 637 Corona-Tote gemeldet (ein neuer trauriger Rekord), davon 124 mit Corona und 513 mit Corona und Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Freitag, dem 20.11. starben 626 Personen, davon 149 an Corona und 477 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 14.10. und dem 20.11. Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl der Neuansteckungen hat sich seit dem 08.11. auf dem Niveau zwischen ca. 20.000 und 24.000 pro Tag stabilisiert. In ihren weiterhin vorsichtigen Einschätzungen und Prognosen sprechen Gesundheitspolitiker und Medizin-Fachleute von einem Ausbremsen der Epidemie auf hohem Niveau.

In dem in der heutigen „Corona-Chronik in Polen“ besprochenen Zeitraum waren es: am 18.11. – 19.833 Fälle, am 19.11. – 23.975 und am 20.11. – 22.464 Fälle.

Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten bleibt konstant hoch. Am 18.11. waren es 22.812, am 19.11. – 22.536 und am 20.11. – 22.643. Hier hat sich die Zahl innerhalb von 27 Tagen (24.10. – 11.469 und am 20.11. – 22.643 belegte Corona-Krankenhausbetten) in etwa verdoppelt. Beim letzten Vergleich (siehe den vorangegangenen Bericht) fand die Verdopplung nach 24 Tagen statt. Am 20.11. gab es im ganzen Land 14.915 freie Corona-Krankenhausbetten.

Belegte Beatmungsgeräte: am 18.11. – 2.117, am 19.11. – 2.080 und am 20.11. – 2.135. Die Verdopplung erfolgte in diesem Fall innerhalb von ca. 24 Tagen (am 27.10 – 1.078 und am 20.11. – 2.135). Beim letzten Vergleich (siehe den vorangegangenen Bericht) fand die Verdopplung nach 21 Tagen statt. Am 20.11. gab es im ganzen Land in Corona-Krankenhäusern 801 freie Beatmungsgeräte.

Aus den Aussagen von Politikern und Epidemie-Fachleuten seit dem 18.11. ergibt sich folgendes Bild der Lage.

Es gelang die tägliche Corona-Ansteckungskurve zwischen ca. 20.000 und 24.000 Fällen zu stabilisieren.

Das gesamte polnische Gesundheitswesen ist an der Bekämpfung der Corona-Epidemie beteiligt. Corona-Patienten werden insgesamt in 924 Krankenhäusern behandelt. Hinzu kommen 21 bereits funktionierende oder sich im Aufbau befindende provisorische Krankenhäuser. Der Bestand an Corona-Krankenhausbetten und Beatmungsgeräten wird kontinuierlich erhöht. Die Vorgabe, stets etwa ein Drittel mehr an Corona-Betten und Respiratoren vorzuhalten als jeweils belegt sind, wird eingehalten.

Am Rand ihrer Kapazitäten angelangt, aber immer noch funktionsfähig, sind die Intensivstationen, wo die schwer erkrankten Corona-Patienten behandelt werden.

Die Versorgung der Krankenhäuser mit Sauerstoff ist gewährleistet. Krankenhäuser mit zentralen Sauerstoffanlagen, denen aufgrund der Vielzahl von angeschlossenen Beatmungsgeräten der Zusammenbruch droht, richten jetzt Corona-Betten ein, die durch Sauerstoffflaschen versorgt werden. In jeder der 16 Provinzen/Woiwodschaften entsteht inzwischen ein zentrales Vorratslager für Sauerstoffflaschen, aus dem die Krankenhäuser umgehend versorgt werden können.

Etwa 1 Million Antigen-Corona-Schnelltests der zweiten Generation sind seit Anfang November an Notaufnahmen, Rettungsstationen und Ambulanzen weitergegeben worden. Sie sind unkomplizierter, schneller und billiger als die Molekular-Tests, schlagen jedoch nur bei Personen mit Corona-Symptomen an.

Warum sterben in den letzten Wochen so viele Menschen? Diese Frage beschäftigt die Politik, die Fachleute und die Öffentlichkeit angesichts der steil steigenden Kurve der täglich gemeldeten Zahl von Corona-Todesopfern. Sie verdoppelt sich inzwischen etwa alle zehn Tage. Am 20.10. waren es 107, am 30.10. – 202, am 10.11. – 330, am 20.11. – 628.

Włodzimierz Gut,

Dazu hat u. a. Polens bekanntester Virologe, Prof. Włodzimierz Gut, Stellung genommen.

Guts Thesen:

Die gestiegene Zahl der Erkrankungen zieht mehr Todesfälle nach sich.

Es ist auch eine Folge der landesweiten Demonstrationen vorwiegend junger Leute zwischen dem 22.10. und dem 30.10. gegen das Urteil des Verfassungsgerichts, das den Schutz des ungeborenen Lebens ausgeweitet hat. In der Menge vom Virus infiziert und symptomlos erkrankt, steckten die Kinder und Enkelkinder die Eltern und Großeltern an. Der gesundheitliche Zusammenbruch eines am Coronavirus Erkrankten erfolgt zumeist 17 bis 18 Tage nach der Ansteckung. Wir erleben jetzt diese Phase.

Verunsichert und eingeschüchtert meiden nicht wenige chronisch Kranke den Kontakt mit ihren Ärzten, aus Angst vor jeglicher Therapie in der Corona-Zeit. Erst wenn es ihnen sehr schlecht geht, fordern sie medizinische Hilfe an. Nicht selten stellt sich heraus, dass sie sich mit Corona angesteckt haben. Es sind zumeist ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen. Oft gibt es keine Rettung mehr für sie.

Es gibt offensichtlich auch eine nicht kleine Gruppe von Menschen, die positiv getestet wurden oder die ersten Corona-Symptome wahrnehmen und meinen, selbst mit der Krankheit fertig zu werden. Manche sterben daran. Mediziner, die an Corona gestorben sind. Das Gesundheitsministerium hat am 18.11. die neuesten Zahlen veröffentlicht.

Das Coronavirus hat 37 Allgemeinärzten, vier Zahnärzten, zwei Rettungssanitätern, einem Feltscher, einer Hebamme, 25 Krankenschwestern und zwei Apothekern seit Ausbruch der Epidemie das Leben genommen.

Mit Corona infiziert haben sich in dieser Zeit 12.981 Ärzte, 1.006 Labormitarbeiter, 32.931 Krankenschwestern, 3.029 Hebammen, 2.036 Rettungssanitäter, 1.142 Zahnärzte, 11 Feldschere und 1.329 Apotheker.

Das Gesundheitsministerium hat die neueste, vergleichende Statistik über die Corona-Sterblichkeit je 1 Million Einwohner in Europa bis 20.11.2020 veröffentlicht. In Klammern die Zuwächse seit der letzten Veröffentlichung einer solchen Statistik am 13.11.

Belgien – 1.242 (+117), Spanien – 862 (+41), Großbritannien – 767 (+43), Italien – 757 (+66), Frankreich – 690 (+63), Schweden – 609 (+14), Tschechien – 599 (+126), Rumänien – 473 (+56), Ungarn – 331 (+73), POLEN – 277 (+64), Kroatien – 264 (+61), Österreich – 209 (+48), Deutschland – 154 (+15), Griechenland – 112 (+33), Litauen – 105 (+27). ♦ Das Corona-Hilfstelefon für Senioren klingelt fast pausenlos, so das Ministerium für Familie und Sozialpolitik in einer ersten Bilanz vom 19.11.

Seit der Schaffung eines „Senioren-Beistandskorps“ für die Zeit der verschärften Corona-Maßnahmen, die vorerst bis zum 29.11. gelten sollen, wurden bis zum 18.11. gut 12.000 Anrufe entgegengenommen. Die meisten kamen aus den Provinzen/Woiwodschaften Masowien (mit Warschau), (Ober)Schlesien, Kleinpolen mit Kraków/Krakau, Niederschlesien mit Wrocław/Breslau und Pommern mit Gdańsk/Danzig.

Am 23.10. wurde eine landesweit geltende Telefonnummer (+22 505 11 11) freigeschaltet. Von dort werden hilfesuchende Senioren, die älter als 70 Jahre sind, umgehend an die örtlichen Sozialstationen gemeldet, die sich mit dem oder der Betroffenen in Verbindung setzen und die Einzelheiten besprechen. Es geht um das Einkaufen von Lebensmitteln und Medikamenten, Hilfe im Haushalt, Ausführen von Hunden.

Um die Sicherheit der Senioren zu gewährleisten, bekommt jeder telefonisch Hilfesuchende eine Spezialnummer mitgeteilt. Sie besteht aus dem Datum und der Uhrzeit seines Anrufs. Diese Nummer wird anschließend an den zuständigen Gemeinde-Sozialdienst weitergegeben. Der Sozialdienst-Mitarbeiter, der mit dem Senioren Kontakt aufnimmt, identifiziert ihn, in dem er die Nummer abfragt und teilt dem Hilfesuchenden den Vor- und Nachnamen des Volontärs mit, der ihn aufsuchen wird. Die alten Menschen haben so die Sicherheit, dass sie tatsächlich einem Helfer die Tür ihrer Wohnung öffnen.

Das Korps von Helfern zählt im Augenblick etwa 7.500 Sozialarbeiter, Soldaten der Territorialtruppen, Pfadfinder und andere Freiwillige.

Samstag, 14.November bis Dienstag, 17.November 2017

Infizierte: 752.940     Gestorben: 10.848

Am Morgen des 17.11. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 23.033 Personen in Krankenhäusern behandelt. 415.174 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 324.282. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 41.900. Neuinfizierte: 19.152.

Seit dem 10.10.2020 gibt das Gesundheitsministerium im Zusammenhang mit der Epidemie nur noch die tägliche Zahl der Verstorbenen bekannt, unterteilt nach Personen, die an Corona, bzw. neben Corona an Vorerkrankungen litten. Nicht länger veröffentlicht werden die Angaben des Geschlechts, des Alters und des Sterbeortes.

Am Samstag, dem 14.11. starben 548 Personen (ein neuer trauriger Tagesrekord), davon 119 an Corona und 429 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Sonntag, dem 15.11. wurden 303 Corona-Tote gemeldet, davon 36 mit Corona und 267 mit Corona und Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Montag, dem 16.11. starben 143 Personen, davon 16 an Corona und 127 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Dienstag, dem 17.11. sind 357 Menschen gestorben, davon 70 an Corona und 287 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 14.10. und dem 17.11. Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl von Neuansteckungen hatte sich seit dem 08.11. auf dem Niveau von um die 25.000 pro Tag stabilisiert, seit dem 15.11. verringert sie sich. In ihren weiterhin vorsichtigen Einschätzungen und Prognosen sprechen Gesundheitspolitiker und Medizin-Fachleute von einem Ausbremsen der Epidemie auf hohem Niveau.

In dem in der heutigen „Corona-Chronik in Polen“ besprochenen Zeitraum waren es: am 14.11. – 25.571 Fälle, am 15.11. – 21.854, am 16.11. – 20.816 und am 17.11. – 19.152 Fälle.

Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten steigt weiterhin. Am 14.11. waren es 22.320, am 15.11. – 21.988, am 13.11. – 22.458 und am 17.11. – 23.033. Hier hat sich die Zahl innerhalb von 24 Tagen (24.10. – 11.469 und am 17.11. – 23.033 belegte Corona-Krankenhausbetten) fast verdoppelt. Beim letzten Vergleich (siehe den vorangegangenen Bericht) fand die Verdopplung nach 20 Tagen statt. Am 17.11. gab es im ganzen Land 13.697 freie Corona-Krankenhausbetten.

Belegte Beatmungsgeräte: am 14.11. – 2.126, am 15.11. – 2.114, am 16.11. – 2.103 und am 17.11. – 2.114. Die Verdopplung erfolgte in diesem Fall innerhalb von 21 Tagen (27.10 – 1.078 und am 17.11. – 2.114). Beim letzten Vergleich (siehe den vorangegangenen Bericht) fand die Verdopplung nach 17 Tagen statt. Am 17.11. gab es im ganzen Land in Corona-Krankenhäusern 701 freie Beatmungsgeräte.

Aus den Aussagen von Politikern und Epidemie-Fachleuten seit dem 14.11. ergibt sich folgendes Bild der Lage.

Es gelang, wenigstens vorläufig, die tägliche Corona-Ansteckungskurve zwischen ca. 22.000 und 19.000 Fällen zu stabilisieren. Der zwischen dem 04.11. und 06.11. kurz bevorstehende Anstieg auf 30.000 und mehr Infizierte pro Tag konnte abgewendet werden.

Die jetzige, zweite Welle der Corona-Epidemie stellt das Gesundheitswesen vor eine viel größere Herausforderung als die erste. Es gibt keine einzelnen Corona-Herde mehr, sondern eine flächendeckende Infizierung. Menschen stecken sich am häufigsten in der engsten Familie an.

Die jetzt bis zum 29.11. geltenden Corona-Sicherheitsmaßnahmen (siehe den Bericht vom 04.11. bis 06.11.) sollen bestehen bleiben. Die Behörden hoffen, sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen, diese am Ende des Monats lockern zu können.

Das Gesundheitswesen funktioniert, befindet sich aber an der Grenze der Belastbarkeit. Zwar wird die Zahl der verfügbaren Corona-Krankenhausbetten und der Beatmungsgeräte kontinuierlich erhöht, aber zwei Engpässe zeichnen sich deutlich ab.

Zum einen wird die Personaldecke immer dünner und das Personal ist am Ende der Kräfte. Aufgestockt werden müsste vor allem das Hilfspersonal, um Ärzte von allen Nebentätigkeiten zu befreien: dem Eingeben von Daten, Telefongesprächen mit verzweifelten Angehörigen, dem Ausfüllen der Krankenakten usw.

Zum anderen droht der Zusammenbruch der Sauerstoffanlagen in den Krankenhäusern, weil immer mehr Beatmungsgeräte an sie angeschlossen werden. Der Druck fällt, die Beatmung der Patienten wird dadurch eingeschränkt.

Die polnische Corona-Teststrategie sollte geändert werden, so die Meinung der Epidemie-Fachleute der Polnischen Akademie der Wissenschaften (PAN), die ihren Bericht am 14.11. der Öffentlichkeit vorgestellt haben.

Thesen des PAN-Berichtes:

Auffallend ist seit einiger Zeit die Treffsicherheit der Corona-Tests in Polen. Vergleicht man die täglichen Zahlen der genommenen Proben und die der Neuansteckungen, dann stellt sich heraus, dass etwa jeder zweite Test positiv ausgefallen ist.

Das rührt daher, dass nur Personen, die mindestens zwei Corona-Symptome aufweisen (hohes Fieber, kein Geschmacks- und Geruchssinn, Atembeschwerden. ständige Müdigkeit) von den Hausärzten eine Überweisung zum kostenlosen Testen bekommen.

Es wird fast gar nicht mehr prophylaktisch getestet.

Man kann daher mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass die Zahl der Neuinfizierten deutlich höher ist als angegeben.

Die Fachleute schließen ihren Bericht mit der Aufforderung, regelmäßige, prophylaktische Corona-Tests wenigstens beim medizinischen Personal, Lehrern, Polizei, Armee, Grenzpolizei, Justizvollzugsbeamten, Zöllnern, bei den kommunalen Diensten sowie den Belegschaften von Betrieben, deren Produktion für das Land überlebensnotwendig ist, durchzuführen.

Blutplasma von symptomlos an Corona erkrankten bzw. von der Krankheit geheilten Menschen wird dringend benötigt. Von überall her ertönen Appelle es zu spenden. Offenbar mit Erfolg, denn in der ersten November-Woche wurden im ganzen Land 2.600 Einheiten abgegeben. Das ist so viel wie im Verlauf des ganzen Oktobers, als 2.634 Einheiten gewonnen werden konnten. Eine Einheit zählt 200 Milliliter.

Das Blutplasma wird Corona-Schwerstkranken verabreicht, wenn die kritischste Phase der Erkrankung beginnt. Es ist kein Wundermittel, hilft jedoch sehr wirksam das Virus zu bekämpfen, solange der Organismus nicht beginnt eigene Corona-Antikörper herzustellen. Die Sterblichkeit der Patienten, so die neuesten Statistiken, verringert sich dadurch um zwei Drittel.

Der Bedarf an Blutplasma mit Corona-Antikörpern ist viel größer als die neuerdings erfreulicherweise deutlich steigenden gespendeten Mengen. Alles was bei den Blutspendediensten gewonnen wird, gelangt sofort in die Krankenhäuser. Corona-Genesene können mehrfach, alle zwei Wochen, Blut spenden. Die Entnahme von drei Einheiten, also 600 Millilitern, dauert eine Stunde lang und kann einem Corona-Kranken das Leben retten.

Mittwoch, 11.November bis Freitag, 13.November 2020

Infizierte: 665.547     Gestorben: 9.499

Am Morgen des 13.11. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 22.298 Personen in Krankenhäusern behandelt. 430.310 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 267.580. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 57.500. Neuinfizierte: 24.051.

Seit dem 10.10.2020 gibt das Gesundheitsministerium im Zusammenhang mit der Epidemie nur noch die tägliche Zahl der Verstorbenen bekannt, unterteilt nach Personen, die an Corona, bzw. neben Corona an Vorerkrankungen litten. Nicht länger veröffentlicht werden die Angaben des Geschlechts, des Alters und des Sterbeortes.

Am Mittwoch, dem 11.11. starben 430 Personen, davon 75 an Corona und 355 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Donnerstag, dem 12.11. wurden 275 Corona-Tote gemeldet, davon 52 mit Corona und 223 mit Corona und Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Freitag, dem 13.11. starben 419 Personen, davon 88 an Corona und 331 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 08.10. und dem 13.11. Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl von Neuansteckungen hat sich seit dem 08.11. auf dem Niveau von um die 25.000 pro Tag stabilisiert. In ihren vorsichtigen Einschätzungen und Prognosen sprechen Gesundheitspolitiker und Medizin-Fachleute von einem möglichen Ausbremsen der Epidemie auf hohem Niveau.

In dem in der heutigen „Corona-Chronik in Polen“ besprochenen Zeitraum waren es: am 11.11. – 25.221 Fälle, am 12.11. – 22.683 und am 13.11. – 24.051 Fälle.

Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten steigt weiterhin. Am 11.11 waren es 21.521, am 12.11. – 21.899 und am 13.11. – 22.298. Hier hat sich die Zahl innerhalb von 20 Tagen (24.10. – 11.469 und am 13.11. – 22.298 belegte Corona-Krankenhausbetten) in etwa verdoppelt. Beim letzten Vergleich (siehe den vorangegangenen Bericht) fand die Verdopplung nach 18 Tagen statt. Am 13.11. gab es im ganzen Land 12.324 freie Corona-Krankenhausbetten.

Belegte Beatmungsgeräte: am 11.11. – 1.975, am 12.11. – 2.008 und am 13.11. – 2.047. Die Verdopplung erfolgte in diesem Fall innerhalb von 17 Tagen (am 27.10 – 1.078 und am 13.11. – 2.047). Beim letzten Vergleich (siehe den vorangegangenen Bericht) fand die Verdopplung nach 16 Tagen statt. Am 13.11. gab es im ganzen Land in Corona-Krankenhäusern 612 freie Beatmungsgeräte.

Am Abend des 12.11. meldete sich Ministerpräsident Mateusz Morawiecki auf Twitter mit einer guten Nachricht zu Wort.

Mateusz Morawiecki.

„Zum ersten Mal seit zwei Monaten begann in dieser Woche die tägliche Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus zu fallen. Zwar ist das Verhältnis 65 Infizierte pro 100.000 Einwohner weiterhin hoch. Wir verzeichnen jedoch ein erstes Signal der Stabilisierung. Dies ist zugleich ein Beweis dafür, dass unsere Strategie und die verschärften Sicherheitsmaßnahmen die ersten Früchte tragen. Konkret heißt das, dass wir den nationalen Lockdown nicht einführen müssen“, schrieb Morawiecki.

Wojciech Andrusewicz.

Am Tag darauf dämpfte der Sprecher des Gesundheitsministeriums Wojciech Andrusewicz die ohnehin schon verhaltene Zuversicht des Regierungschefs.

„Seit Ende der letzten Woche haben wir es mit einer gewissen Stabilisierung des Epidemie-Verlaufs zu tun, was jedoch keinen weiter gehenden Optimismus rechtfertigt. Das Niveau der Erkrankungen bleibt hoch. Wir müssen weiterhin die Vernunft walten lassen. Masken tragen, Distanz wahren, Hände waschen, das sind die Gebote der Stunde. Nur so lassen sich die Infektionszahlen senken“, sagte Andrusewicz.

Das Gesundheitsministerium hat die neueste, vergleichende Statistik über die Corona-Sterblichkeit je 1 Million Einwohner in Europa bis 13.11.2020 veröffentlicht. In Klammern die Zuwächse seit der letzten Veröffentlichung einer solchen Statistik am 03.11.

Belgien – 1.125 (+114), Spanien – 841 (+66), Großbritannien – 724 (+35), Italien – 691 (+45), Frankreich – 627 (+54), Schweden – 595 (+6), Tschechien – 473 (+132), Rumänien – 417 (+44), Ungarn – 258 (+62), POLEN – 213 (+50), Kroatien – 203 (+58), Österreich – 161 (+33), Deutschland – 139 (+11), Griechenland – 79 (+17), Litauen – 78 (+15).

Probleme mit der Sauerstoff-Belieferung von Krankenhäusern. Das Kartellamt (UOKiK) wird der Sache nachgehen, ein Verfahren ist eröffnet, so die offizielle Mitteilung der Behörde.

Im Zuge der Corona-Epidemie wächst die Nachfrage enorm. Einige Krankenhäuser haben Probleme zusätzliche Sauerstofflieferungen zu erhalten. Das Kommuniqué deutet an, dass die führenden Anbieter von Sauerstoff und anderen medizinischen Gasen womöglich eine Preisabsprache eingegangen sind und den Markt untereinander aufgeteilt haben.

90 Prozent des Marktes, so UOKiK in seiner Verlautbarung, beherrschen die Firmen Linde, Air Products, Messer und Air Liquide. Die Stellungnahme des Kartellamtes suggeriert, sie erschweren mit Knebelverträgen kleineren Anbietern den Zugang zu den Krankenhäusern.

Prominent und an Corona erkrankt.

Bronisław Komorowski.

Bronisław Komorowski (68 Jahre), von 2010 bis 2015 polnischer Staatspräsident und Vater von fünf erwachsenen Kindern. Komorowski lebt seit Beginn der Corona-Epidemie in seinem Landhaus in Buda Ruska, im Landkreis Sejny, unweit der Grenze zu Litauen. Lange Zeit gab es in diesem Landkreis keine einzige Corona-Infektion. „Das hat sich nach einigen Familienfeiern verändert“, so Komorowski. Wo er sich angesteckt haben könnte, bleibt ihm schleierhaft.

Samstag, 07. November bis Dienstag, 10.November 2020

Infizierte: 593.592     Gestorben: 8.375

Am Morgen des 10.11. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 21.640 Personen in Krankenhäusern behandelt. 407.486 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 230.661. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 54.700. Neuinfizierte: 25.484.

Seit dem 10.10.2020 gibt das Gesundheitsministerium im Zusammenhang mit der Epidemie nur noch die tägliche Zahl der Verstorbenen bekannt, unterteilt nach Personen, die an Corona, bzw. neben Corona an Vorerkrankungen litten. Nicht länger veröffentlicht werden die Angaben des Geschlechts, des Alters und des Sterbeortes.

Am Samstag, dem 07.11. starben 349 Personen, davon 49 an Corona und 300 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Sonntag, dem 08.11. wurden 236 Corona-Tote gemeldet, davon 59 mit Corona und 177 mit Corona und Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Montag, dem 09.11. starben 173 Personen, davon 45 an Corona und 128 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Dienstag, dem 10.11. starben 330 Menschen, davon 61 an Corona und 269 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 01.10. und dem 10.11. Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl von Neuansteckungen hat am 07.11. den neuen Rekordwert von 27.875 erreicht und sich anschließend, zwischen dem 08.11 und 10.11., auf dem hohen Niveau von um die 25.000 Erkrankungen stabilisiert. Der befürchtete Anstieg auf 30.000 und mehr ist vorläufig nicht eingetreten.

In dem in der heutigen „Corona-Chronik in Polen“ besprochenen Zeitraum waren es: am 07.10. – 27.875 Fälle, am 08.11. – 24.785, am 09.11. – 21.713 und am 10.11. – 25.484 Fälle.

● Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten steigt weiterhin. Am 07.11 waren es 20.249, am 08.11. – 20.214, am 09.11. – 20.967 und am 10.11. – 21.640. Hier hat sich die Zahl innerhalb von 18 Tagen (23.10. – 10.788 und am 10.11. – 21.640 belegte Corona-Krankenhausbetten) in etwa verdoppelt. Beim letzten Vergleich (siehe den vorangegangenen Bericht) fand die Verdopplung nach 15 Tagen statt. Am 10.11. gab es im ganzen Land 10.946 freie Corona-Krankenhausbetten.

Belegte Beatmungsgeräte: am 07.11. – 1.813, am 08.11. – 1.841, am 09.11. – 1.804 und am 10.11. – 1.898. Die Verdopplung erfolgte in diesem Fall innerhalb von 16 Tagen (am 25.10 – 947 und am 10.11. – 1.898). Beim letzten Vergleich (siehe den vorangegangenen Bericht) fand die Verdopplung nach 14 Tagen statt. Am 10.11. gab es im ganzen Land in Corona-Krankenhäusern 562 freie Beatmungsgeräte.

Aus zahlreichen Aussagen von Gesundheitspolitikern und Fachmedizinern ergab sich am Abend des 10.11. folgendes Bild der Epidemie-Situation.

Die Lage ist weiterhin sehr ernst. Immerhin hat sich der Zuwachs an Neuansteckungen wenigstens seit drei Tagen stabilisiert, wenn auch wieder einmal auf einem sehr hohen Niveau. Zudem steigt seit dem 04.11. die Zahl der Neuinfizierten nicht mehr kontinuierlich um 2.000 bis 3.000 pro Tag. Es ist möglich, dass die verschärften Corona-Sicherheitsmaßnahmen anfangen zu greifen. Ob man dieser Entwicklung trauen kann, sei dahingestellt und wird sich in den nächsten Tagen herausstellen.

Die Kapazitäten an Corona-Krankenhausbetten und Beatmungsgeräten werden fortwährend erweitert. Es gelingt weiterhin im Landesdurchschnitt, in beiden Fällen, Reserven von etwa einem Drittel der Belegung bereitzuhalten. Punktuell kommt es jedoch immer wieder zu Engpässen.

Die größten Sorgen bereitet unverändert die Knappheit des medizinischen Personals.

Die Nachricht, dass die Firmen Pfizer und BioNTech SE einen wirksamen Impfstoff gegen Corona hergestellt haben, hat auch in Polen für Aufsehen und ein allgemeines Aufatmen gesorgt.

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki trat am 09.11., gleich nachdem die Nachricht publik wurde, vor die Medien.

Morawieckis Thesen:

Mateusz Morawiecki

Gemäß dem im August 2020 im Rahmen der EU abgeschlossenen Abkommen, werden alle 27 EU-Länder gleichzeitig Zugriff auf erste Lieferungen des Impfstoffes erhalten. Die Verteilung erfolgt entsprechend der Bevölkerungszahl. Polen hat sich einen Anteil von ca. 25 Millionen Dosen gesichert.

„Wir gehen davon aus, dass der Impfstoff im Frühjahr zur Verfügung stehen wird.“

Die Vorbereitungen für Massenimpfungen im nächsten Jahr werden ab sofort anlaufen.

Das Impfen gegen das Coronavirus soll freiwillig sein.

Vorrang werden bei den Impfungen haben: das mediznische Personal, Bürger über 65 Jahre sowie Angehörige von Polizei, Feuerwehr, Bergungsdiensten und Armeeangehörige.

Es ist davon auszugehen, dass die Kosten der Impfungen vom Nationalen Gesundheitsfonds getragen werden.

Die Corona-Testlabors sind an ihrem Limit angelangt, sagte Alina Niewiadomska, Vorsitzende des Landesrates der Labordiagnostiker in einem Gespräch mit der Polnischen Presseagentur PAP.

Niewiadomskas Thesen:

Alina Niewiadomska.

Das Limit liegt bei bis zu 80.000 Corona-Testergebnisse pro Tag. Wünschenswert wären 150.000.

Am 09.11. gab es in Polen 241 Corona-Testlabors, die eine Infektion mit dem Virus durch den Nachweis der Nukleinsäure von SARS-CoV-2 (Molekular-Test) feststellen können.

Weitere Labors werden kaum mehr hinzukommen. Es gibt kein freies Fachpersonal.

Eine gewisse Entlastung bringen die Antigen-Tests. Sie sind unkomplizierter, schneller und billiger als die Molekular-Tests, jedoch nur bei Personen mit Corona-Symptomen wirksam.

Die Versorgung mit Diagnostik- und Laborreagenzien für die Corona-Molekular-Tests ist ausreichend.

Das Engagement der Armee bei der Corona-Bekämpfung wächst zunehmend. Dazu hat das Verteidigungsministerium am 09.11. die neuesten Angaben veröffentlicht.

Am Warschauer Militärflughafen richtet die Armee ein provisorisches Corona-Krankenhaus mit 300 Betten ein, das sie in Eigenregie betreiben wird.  Die ersten Patienten sollen um den 20.11. aufgenommen werden.

Soldaten helfen in 640 Krankenhäusern.

Die Armee betreibt 246 Corona-Teststellen. Soldaten nehmen Proben und transportieren sie zu den Labors.

In dem gerade in Betrieb genommenen provisorischen Corona-Krankenhaus im Warschauer Nationalstadion arbeiten Soldaten in der Verwaltung, bei der Ausgabe von Schutzkleidung an das Personal und regeln die Zufahrt der Fahrzeuge.

Landesweit unterstützen Armeeangehörige die Polizei bei der Überprüfung der Einhaltung häuslicher Quarantäne.

Inzwischen sind 6.000 Soldaten bei der Corona-Bekämpfung im Einsatz. Bis Ende des Monats sollen es 20.000 sein.

Mittwoch, 04.November bis Freitag, 06.November 2020

Infizierte: 493.765     Gestorben: 7.287

Am Morgen des 06.11. gab das Gesundheitsministerium bekannt: In Polen werden wegen des Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus 19.479 Personen in Krankenhäusern behandelt. 433.534 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Genesene: 188.675. Am Vortag durchgeführte Tests: ca. 82.950. Neuinfizierte: 27.086.

Seit dem 10.10.2020 gibt das Gesundheitsministerium im Zusammenhang mit der Epidemie nur noch die tägliche Zahl der Verstorbenen bekannt, unterteilt nach Personen, die an Corona, bzw. neben Corona an Vorerkrankungen litten. Nicht länger veröffentlicht werden die Angaben des Geschlechts, des Alters und des Sterbeortes.

Am Mittwoch, dem 04.11. starben 373 Personen, davon 57 an Corona und 316 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Donnerstag, dem 05.11. wurden 367 Corona-Tote gemeldet, davon 69 mit Corona und 298 mit Corona und Vorerkrankungen. R.I.P.

Am Freitag, dem 06.11. starben 445 Personen (die höchste Zahl seit Beginn der Epidemie), davon 58 an Corona und 387 an Corona mit Vorerkrankungen. R.I.P.

Zahl der Neuinfizierten zwischen dem 01.10. und dem 06.11. Bitte ggf. vergrößern.

Die Zahl von Neuansteckungen hat am 05.11. den neuen Rekordwert von 27.143 erreicht und strebt der Dreißigtausender-Marke entgegen.

In dem in der heutigen „Corona-Chronik in Polen“ besprochenen Zeitraum waren es: am 04.10. – 24.692 Fälle, am 05.11. – 27.143 und am 06.11. – 27.086 Fälle.

Konstant, obwohl etwas langsamer, steigt weiterhin auch die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten. Am 04.11. waren es 18.654, am 05.11. – 19.114 und am 06.11. – 19.479. Hier hat sich die Zahl innerhalb von 15 Tagen (22.10. – 10.091 und am 06.11. – 19.479 belegte Corona-Krankenhausbetten) etwa verdoppelt. Beim letzten Vergleich (siehe den vorangegangenen Bericht) fand die Verdopplung nach 13 Tagen statt. Am 06.11. gab es im ganzen Land 9.928 freie Corona-Krankenhausbetten.

Belegte Beatmungsgeräte: am 04.11. – 1.625, am 05.11. – 1.615 und am 06.11. – 1.703. Die Verdopplung erfolgte in diesem Fall innerhalb von 14 Tagen (am 23.10 – 851 und am 06.11. – 1.703). Beim letzten Vergleich (siehe den vorangegangenen Bericht) fand die Verdopplung nach 13 Tagen statt. Am 06.11. gab es im ganzen Land in Corona-Krankenhäusern 535 freie Beatmungsgeräte.

Die Lage ist sehr ernst, aber nicht außer Kontrolle, so die übereinstimmende Einschätzung der Regierungspolitiker und der Epidemie- und Medizinfachleute. Aus den als seriös zu betrachtenden Medienberichten ergab sich am Abend des 06.11. folgendes Bild:

Obwohl die Zahl der Neuansteckungen von Tag zu Tag steigt, gelingt es den Behörden bis jetzt, verglichen mit den Belegungszahlen, weiterhin etwa ein Drittel freie Corona-Krankenhausbetten und Beatmungsgeräte vorzuhalten.

Es wird mit Nachdruck an der Errichtung von 17 provisorischen Corona-Krankenhäusern mit 5.500 Betten im ganzen Land gearbeitet (siehe Karte). In Warschau sind es zwei.

Das Krankenhaus im Nationalstadion, mit vorerst 300 der geplanten 1.200 Betten, hat am 05.11. die ersten Patienten aufgenommen. Ein zweites, für 300 Betten, richtet die Armee am Warschauer Militärflughafen ein und wird es in Eigenregie betreiben. Alle diese Einrichtungen entstehen in festen Gebäuden und sollen bis Ende November fertig sein. Zelte werden nicht aufgestellt, wegen des enormen Aufwandes für deren Beheizung.

Das als Erstes eröffnete provisorische Corona-Krankenhaus im Nationalstadion von Warschau verfügt bis Anfang Dezember über ausreichend medizinisches und Hilfspersonal.

Die jüngste Verdopplung aller Gehälter für das medizinische Personal in Corona-Einrichtungen zeigt Wirkung. In den neuen provisorischen Krankenhäusern meldet sich Fachpersonal, das an seinen freien Tagen diese zusätzliche Arbeit leisten möchte. Dabei muss jeder die Zustimmung des Hauptarbeitgebers vorweisen. Dasselbe gilt für Rettungssanitäter der Armee, Feuerwehr und Grubenwacht.

Ärzte anderer Fachrichtungen werden im Schnellverfahren für die Corona-Betreuung geschult.

Eingestellt werden ebenfalls Medizinstudenten im elften und zwölften Semester.

Durch diese Maßnahmen verschiebt sich die Maximal-Belastungsgrenze des medizinischen Systems nach oben. Das berechnete Aus lag vor einem Monat noch bei 25.000 Neuansteckungen pro Tag. Heute geht man von 35.000 aus.

Im Landesdurchschnitt ist die Situation unter Kontrolle. Immer öfter jedoch kommt es regional zu Kapazitätsengpässen, wo jedes freigewordene Bett sofort neu belegt wird. Am stärksten sind davon die bevölkerungsreichsten Regionen Oberschlesien und Masowien mit Warschau betroffen.

Die neuesten Corona-Prognosen sind beunruhigend. Die pessimistischste Variante geht davon aus, dass mit der höchsten Welle der Neuansteckungen von bis zu 31.000 pro Tag Ende November, Anfang Dezember zu rechnen ist. Folglich dürfte die Zahl der belegten Corona-Krankenhausbetten Mitte Dezember bei bis zu 48.000 und der Beatmungsgeräte bei 6.000 liegen, so die Modellrechnungen von Fachleuten der Warschauer Universität. Am 04.11. verkündeten Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und Gesundheitsminister Adam Niedzielski die neuen Corona-Sicherheitsmaßnahmen, die vorerst bis zum 29.11. gelten sollen:

Mateusz Morawiecki.

Schulwesen. Auch die Grundschulklassen 1 bis 3, die bis jetzt noch Regelunterricht hatten, gehen zum E-Learning über. Kindergärten und Kinderkrippen bleiben geöffnet.

Kultur. Theater, Kinos, Philharmonien, Museen, Kunstgalerien, Kulturhäuser werden geschlossen.

Adam Niedzielski.

Glaube. Bei Messen ist eine Person pro 15 Quadratmeter erlaubt.

Wirtschaft. In den Einkaufszentren- und Passagen werden alle Geschäfte und Lokale mit Ausnahme von Lebensmittelläden, Apotheken, Drogerien und Zeitungskiosken geschlossen. Baumärkte bleiben geöffnet. Hotels dürfen nur Dienstreisende beherbergen.

Sollte die Zahl von Neuansteckungen pro Tag 29.000 übersteigen, muss mit einem kompletten Lockdown gerechnet werden.

Welchen Einfluss auf die Zahl der Neuansteckungen hatten die Proteste nach dem Verfassungsgerichtsurteil zum Schutz des ungeborenen Lebens? Das Gericht blieb auf der Spruchlinie seiner Vorgänger. Bereits 1997 erklärte es die Abtreibung auf Wunsch als verfassungswidrig. Jetzt entschied es auf Antrag von knapp einhundert Sejm-Abgerodneten, dass, wenn die Verfassung das Leben ab dem Zeitpunkt der Zeugung unter Schutz stellt, auch die bis jetzt ausnahmsweise erlaubte Tötung ungeborener Kinder aufgrund einer Krankheit oder Behinderung (eugenische Abtreibung), nicht rechtens sein kann.

Das Urteil erging am 22.10. und löste sofort in den Großstädten heftige Straßenproteste der Befürworter solcher Tötungen aus. Ab dem 23.10. verstießen die Protestierenden mit ihren Aktionen gegen die Corona-Bestimmung, dass an Kundgebungen, Versammlungen, Treffen, Feiern nicht mehr als 5 Personen teilnehmen dürfen, wenn sie nicht in einem Haushalt leben.

Die Behörden verfolgten die Proteste wegen der Corona-Epidemie mit Sorge, wollten jedoch nicht mit aller Härte der zur Verfügung stehenden Polizeimittel gegen die Unmutsbekundungen vorgehen, weil zumeist Schüler und Studenten an ihnen teilnahmen. Die Proteste dauerten etwa eine Woche lang und flauten seit dem 31.10. weitgehend ab.

Jetzt liegen Vergleichszahlen von Neuansteckungen aus neun Großstädten, in denen es zu den größten Demonstrationen kam, vor. Gegenübergestellt werden die Werte vom 22.10. und vom 04.11. Zwischen den heftigsten Protesten in der Zeit vom 27.10. bis 30.10 und dem 04.11. lag etwa eine Woche, die vergehen muss, damit man eine Corona-Infektion nachweisen kann und sich die ersten Symptome einstellen.

Wie groß im Einzelnen der Einfluss der Proteste auf diese Statistiken ist, kann nicht genau gesagt werden. Dass sie jedoch zu deren Anstieg erheblich beigetragen hat, dürfte keinem Zweifel unterliegen. 

Nachfolgend die Gegenüberstellung vom 22.10. und 04.11.

Die Polen trauen dem künftigen Corona-Impfstoff nicht. 28 Prozent wollen sich „auf keinen Fall“ impfen lassen, 19 Prozent „eher nicht“. „Auf jeden Fall“ impfen lassen wollen sich 20 Prozent, „eher ja“ – 18 Prozent. 15 Prozent hatten keine Meinung.

Das geht aus einer Meinungsumfrage der Boulevard-Zeitung „Super Express“ hervor. Für diese Untersuchung wurden 1.022 Personen repräsentativ ausgewählt und zwischen dem 27. und dem 28.10. befragt.

Prominent und an Corona erkrankt.

Konstanty Radziwiłł.

●Der Woiwode/ Regierungspräsident von Masowien mit Warschau, Konstanty Radziwiłł (62 Jahre).

Er entstammt einer der berühmtesten polnischen Adelsfamilien, ist Arzt von Beruf und Vater von acht Kindern. Radziwiłł stand zwischen 2001 und 2010 der Obersten Ärztekammer (in Deutschland Bundesärztekammer) vor. Von November 2015 bis Januar 2018 war er Gesundheitsminister.

Als Woiwode/Regierungspräsident von Masowien mit Warschau ist er der politische Gegenspieler des Warschauer Oberbürgermeisters Rafał Trzaskowski, der 2020 als Herausforderer von Staatspräsident Andrzej Duda für das Amt des Staatsoberhauptes kandidierte und permanent den Konflikt mit der nationalkonservativen Regierung sucht.