Sokół 2

Falke, flieg du voran

Flugsicherheit ist Raubvögelsache.

Zum sechsten Mal seit Dezember 2005 nimmt eine Staffel von MiG-29-Jägern der polnischen Luftwaffe an der Baltic Air Policing teil, einer NATO-Mission zur Luftraumüberwachung und zum Schutz des Luftraums der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, die über keine eigenen Luftstreitkräfte verfügen. Über dem Flugplatz von Szawle/Šiauliai kreisen neben den vier polnischen Kampfflugzeugen auch drei abgerichtete Wanderfalken und ein Habicht, die die etwa einhundert polnischen Soldaten auf ihre Mission mitgebracht haben.

Normalerweise sind die Vögel auf dem Stützpunkt des 23. Jagdgeschwaders in Mińsk Mazowiecki, unweit von Warschau, stationiert. In Litauen haben sie sich schnell und gut zurechtgefunden. Auch hier vertreiben sie andere Vögel, damit es nicht zu Kollisionen mit startenden Kampfjets kommt. Verkehrsmaschinen sind da robuster, aber für einen Düsenjäger und seinen Piloten kann ein Vogelschlag verheerende Folgen haben, vor allem wenn die Vögel in die Triebwerke geraten. Ein Mauersegler kann aber auch wie ein Geschoss die Flugkanzel durchschlagen, eine Möwe ein groβes Loch in den Rumpf reiβen.

Polnischer Falkner auf dem litauischen Flugplatz  Szawle/Šiauliai.
Polnischer Falkner auf dem litauischen Flugplatz Szawle/Šiauliai.

Die polnischen Luftstreitkräfte (Siły Powietrzne RP) lassen inzwischen alle Militärflugplätze von Falknern und ihren Zöglingen bewachen. „Das ist die wirksamste Methode“, sagt Falkner Marcin Szymczak, der mit sechs Falken den Flugplatz des 33. Luftwaffen-Transportgeschwaders in Powidz, unweit von Poznań/Posen, bewacht.

„Die normalen Vögel haben groβe Angst vor ihrem natürlichen Feind, dem Greifvogel und machen sich schnell davon. An Ruhestörungen durch Trillerpfeifen in den Klangfarben “Möwen-Warnschrei” oder “Krähe in Not”, an Heulsirenen, Knallkörper, sogar an den Knall von Propangaskanonen gewöhnen sie sich irgendwann, an die Anwesenheit von Raubvögeln nie“, berichtet Szymczak.

„Ich bin den ganzen Tag im Auto mit einem Falken und einem Jagdhund rund um den Flugplatz unterwegs. Oft bekomme ich Hinweise vom Kontrollturm auf Vogelschwärme. Der Falke vertreibt die ungebetenen Gäste in der Luft, der Hund verscheucht nistende Vögel, aber auch Hasen und Füchse.“

Greifvogel und Stahlvogel vetragen sich gut.
Greifvogel und Stahlvogel vetragen sich gut.

Das polnische Kampfjet-Kontingent versieht seinen Dienst in Litauen etwa einmal alle zweieinhalb Jahre für drei Monate, abwechselnd mit Kontingenten aus dreizehn weiteren Nato-Staaten.

@ RdP

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