Die Frauen des polnischen Papstes

Zwischen Fakten und Anspielungen blüht die Fantasie.

„Pikante Hinweise“, „enges Verhältnis zu einer verheirateten Frau“, „sehr enges Verhältnis“, „intensive Beziehung“, „Brisanz der geheimen Briefe“… Als die BBC Mitte Februar 2016 die Ausstrahlung ihrer Dokumentation „The Secret Letters of Pope John Paul II” ankündigte, überschlugen sich auch in den deutschsprachigen Medien die zweideutigen Unterstellungen. Umso mehr, als der deutsch-französische TV-Sender ARTE den Bericht bereits einen Tag nach den Briten zeigte. Doch der zur Explosion gebrachte vermeintliche Skandalstoff verpuffte schnell in der Wirkungslosigkeit.

„Werte“, „Verehrte“, „Liebe“

Und das, obwohl die Übersetzung der Papst-Briefe bei ARTE an manchen Stellen, entweder absichtlich oder wegen einer unkritischen Verdeutschung des englischen Originaltextes, einer Manipulation glich. Der Geistliche schrieb in der Anrede „Moja Droga“, „Szanowna Pani“ oder „Droga Pani Profesor“ („Meine Werte“, „Verehrte Frau“, bzw. „Werte Frau Professor“), aber auf Deutsch hieβ es bei ARTE stets „Liebe“. Schon in der dritten Minute des Films erschien ein Papstbrief auf dem Bildschirm, der mit dem Gruβ schlieβt: „Serdecznie pozdrawiam Męża i Dzieci, polecam Bogu“ („Ich grüβe herzlich den Ehemann und die Kinder, empfehle sie Gott“). Fehlte hier die Übersetzung, weil man die Worte schlecht einem liebestollen Greis, der dazu noch vor nicht langer Zeit heiliggesprochen wurde, zuschreiben konnte?

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„Ich grüβe herzlich den Ehemann und die Kinder, empfehle sie Gott“. Den Papst verband  eine aufrichtige Freundschaft auch mit Tymienieckas Ehemann, dem Ökonomen Hendrik S. Houthakker (1924-2008). Foto aus den 60er Jahren.

Laut Dokumentation pflegte der damalige Kardinal von Kraków, Karol Wojtyla (1920-2005), seit Beginn der 70er Jahre einen regen Kontakt zu der polnisch-amerikanischen Philosophin Anna Teresa Tymieniecka (1923-2014). Doch das war seit langer Zeit bestens bekannt. Neu an der Dokumentation ist, dass Briefe und Privatfotos die Seelenverwandtschaft dokumentieren.

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Polnische Nationalbibliothek in Warschau.

Wie das polnischsprachige Springer-Boulevardblatt „Fakt“ vor kurzem herausfand, gelang es Tymieniecka 2008, nach langwierigen Verhandlungen, den umfangreichen Bestand ihrer Briefe an den Papst der Warschauer Nationalbibliothek für sage und schreibe umgerechnet 2,5 Mio. Euro zu verkaufen. Für diese Riesensumme habe die Bibliothek „das Copyright für alles erworben, was Tymieniecka an Karol Wojtyla geschrieben hat, und es drohe ein Verfahren, sollte irgendetwas daraus zitiert werden“, lieβ die neue Eigentümerin das BBC-Team wissen. So durfte das Fernsehteam zwar die Briefe von Frau Tymieniecka einsehen, musste sich aber im Film notgedrungen darauf beschränken die Briefe des Papstes an sie zu zitieren, während die Briefe aus der Feder der Professorin an ihn nicht wiedergegeben werden durften.

Offensichtlich darüber in Sorge, der Reporter Ed Stourton wolle eine Skandalgeschichte konstruieren, schob die Bibliothek noch eine kurze öffentliche Stellungnahme nach: „Behauptungen, die in den Medien aufgestellt werden, finden keinerlei Bestätigung im Inhalt der Briefe von Johannes Paul II. an Anna Teresa Tymieniecka, die sich in den Beständen der Nationalbibliothek befinden. Die geschilderte Bekanntschaft ist allgemein bekannt und wurde in vielen Veröffentlichungen dargestellt. Johannes Paul II. umgab ein Kreis von geistlichen und weltlichen Freunden, mit denen er im engen Kontakt gestanden hat. Zu diesem Kreis gehörte auch Anna Teresa Tymieniecka. Die Beziehung zu ihr war weder vertraulich noch auβergewöhnlich.“

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Der heutige Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz begleitete Karol Wojtyla 39 Jahre lang als Privatsekretär.

Zu Wort meldete sich auch mit einer kurzen Erklärung der Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz (fonetisch: Dsiwisch), der Karol Wojtyla 39 Jahre lang als Privatsekretär begleitete, ihm nahestand wie kaum jemand anderer und Stourton ein Interview verweigerte: „Wer an der Seite Johannes Paul II. gelebt hat, der weiβ, dass es in seinem Leben keinen Bereich gibt, in dem man nach dem Bösen suchen könnte. Er war ein freier und transparenter Mensch ohne Komplexe, weil er rein war und jeden Menschen in jeder Lebenssituation achtete. Das ist der einzig richtige Schlüssel, mit dem man heute Zugang zu seinem vorbildlichen und heiligen Leben finden kann.“

Auch wenn sich ein Teil der deutschsprachigen Medien, nach der Ausstrahlung der ernüchternd unsensationellen Dokumentation bei ARTE und dem Dementi aus dem Vatikan („mehr Rauch als Feuer“), von weiteren anzüglichen Unterstellungen verabschiedet hatte, blieben die Hintergründe und Begleitumstände der Geschichte weitgehend unklar, weil sie, auch im Film, verkürzt, manchmal auch falsch dargestellt wurden.

Intelligent, forsch, eingebildet

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Tymienieckas Vorbild: der herausragende polnische Philosoph Roman Ingarden (1893 – 1970).

Anna Teresa Tymieniecka war eine polnisch-amerikanische Philosophin. Sie entstammte einer vermögenden polnisch-französischen Adelsfamilie, studierte nach 1945 Philosophie an der Jagiellonen-Universität in Kraków. Im Zuge der stalinistischen Gleichschaltung im kommunistischen Polen durfte ab 1948 nur noch marxistische Philosophie unterrichtet werden. Ihr groβes Vorbild, der herausragende polnische Philosoph Roman Ingarden bekam, zusammen mit vielen anderen Kollegen, Lehrverbot. Tymieniecka durfte, aufgrund ihrer zweiten französischen Staatsangehörigkeit, das inzwischen streng hinter dem Eisernen Vorhang abgeschottete Polen verlassen, ging zuerst nach Belgien, dann in die Schweiz, schlieβlich in die USA.

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Tymienieckas Idol: der groβe deutsche Denker und Begründer der Phänomenologie Edmund Husserl (1859-1938).

Ihr philosophisches Idol war der groβe deutsche Denker und Begründer der Phänomenologie Edmund Husserl (1859-1938). Sie gab in Boston u. a. die Buchreihe „Analecta Husserliana“ heraus. Im Jahr 1973 stieβ sie auf Kardinal Wojtylas philosophisches Buch „Osoba i czyn“ („Person und Tat“). Tief beeindruckt, beschloss sie kurzerhand es  ins Englische zu übersetzen und in den USA zu verlegen.

Karol Wojtyła war damals 53 Jahre alt, Kardinal und Erzbischof von Krakau. Anna-Teresa Tymieniecka war zu diesem Zeitpunkt 50, verheiratet, Mutter von drei Kindern. Ihre damals beginnende persönliche Bekanntschaft und Korrespondenz mit Karol Wojtyła dauerte 32 Jahre lang.

Die ebenso intelligente wie energische, eigenwillige, forsche, zielstrebige und von sich eingenommene Dame verstieg sich, so der Film, gegenüber dem amerikanischen Journalisten und Papst-Biographen Carl Bernstein tatsächlich zu der Äuβerung: „Ich sehe es so, dass das Pontifikat Wojtylas nach meinen Ideen geführt wird“. Der Papst, dem ihr philosophisches Wissen und ihre Redegewandtheit imponierten, wusste ihr jedoch sehr wohl die Grenzen aufzuzeigen.

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Papstbesuch in New York 1979. Die geschäftstüchtige Philosophin drängte darauf umgehend ihre englische Fassung seines Buches „Person und Tat“ herauszugeben. Das für philosophische Laien schwer zugängliche Werk würde, während der anfänglichen Begeisterung nach der sensationellen Wahl des polnischen Papstes, sicherlich zwar kaum Leser aber auf jeden Fall sehr viele Käufer finden.

Tymienieckas englische Übersetzung des Buches erwies sich als ungenau, teilweise frei erfunden, die Gedanken des Autors weitgehend verformend. Das begann bereits mit dem Titel, der in der englischen Version „The acting Person“, anstatt „Person and Act“ lautete, und Wojtylas Denkansatz völlig entstellte.Die stets geschäftstüchtige Philosophin drängte nach seiner Wahl zum Papst darauf umgehend ihre englische Fassung des Buches herauszugeben, in der richtigen Annahme, das für philosophische Laien eher schwer zugängliche Werk werde, während der anfänglichen Begeisterung nach der sensationellen Wahl des polnischen Papstes, zwar kaum Leser aber auf jeden Fall sehr viele Käufer finden.

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Wojtyla war nicht nachtragend und nahm den Kontakt zu Tymieniecka gern wieder auf, als sie ihren Groll überwand und sich bei ihm nach einer Zeit der „Funkstille“ meldete.

Der neu gewählte Papst hatte keine Zeit dafür, mehrere hundert Seiten des polnischen Textes mit Tymienieckas englischer Version abzugleichen. Er benannte dafür eine dreiköpfige Kommission aus Pfarrer Tadeusz Styczeń, Pfarrer Marian Jaworski und Dr. Andrzej Półtawski (fonetisch: Pultawski. Ehemann von Wanda Półtawska, einer anderen, sehr engen Freundin Wojtylas) allesamt anerkannte Philosophieexperten. Ihr Streit mit der uneinsichtigen Tymieniecka dauerte einige Jahre lang und endete im Nichts. Ihre eigenwillige „Übersetzung“ landete im Papierkorb.

Wojtyla, der nicht nachtragend war und dem Freundschaften außerhalb der Kirchenwelt stets wichtig waren, nahm den Kontakt zu Tymieniecka gern wieder auf, als sie ihren Groll überwand und sich bei ihm nach einer Zeit der „Funkstille“ erneut meldete.

Spätestens nach dem Attentat auf Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 wird die Freundschaft wieder eng. Tymieniecka besucht den Verletzten im Krankenhaus und trifft ihn nun regelmäßig in Rom, sie schickt ihm gepresste Blumen und Fotos von daheim; er antwortet: „Ich denke an Dich, und in Gedanken komme ich jeden Tag nach Pomfret.“ Das letzte Mal sieht sie ihn am 1. April 2005, am Tag bevor Papst Johannes Paul II. stirbt.

Freundschaften und Provokationen

Um ihr mehr Gewicht zu verleihen, rissen BBC-Reporter Ed Stourton und seine Informanten ihre Geschichte über die angeblich „keusche Leidenschaft“ der beiden aus dem reichhaltigen Zusammenhang des Wojtyla-Lebens heraus. Sie hoben immer wieder die angebliche Abgeschiedenheit und Einsamkeit Johannes Paul II. im Vatikan hervor, die, so der Eindruck den der Film vermittelt, nur Tymieniecka durchbrechen konnte. In Wirklichkeit lud der Papst beinahe jeden Tag irgendeinen seiner polnischen Bekannten und Freunde ein, die gerade in Rom weilten, mit ihm zu Abend zu essen. Mit vielen von ihnen führte er einen regen Briefwechsel.

Lange bevor Sourton überhaupt der erste Gedanke an seinen Bericht in den Sinn kam, beschrieb bereits der herausragende Papst-Biograf George Weigel („Zeuge der Hoffnung“ 2002 und „The End and the Beginning“ 2011) Wojtyłas Freundschaften mit Frauen, u. a. mit Tymieniecka.

Die Zurückhaltung und das Misstrauen, auf die Sourton bei seinen Recherchen in Polen stieβ, hatten durchaus nachvollziehbare Gründe. Allein schon die sensationsheischenden Ankündigungen seines Berichtes durch die BBC und andere britische Medien zeigen, dass Zweifel durchaus angebracht waren.

Umso mehr, als sich bis heute im öffentlichen Gedächtnis immer noch die Spuren einer brachialen Provokation der polnischen Staatssicherheit aus dem Jahr 1983 gehalten haben.

Unternehmen „Triangolo“

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Irena Kinaszewska

Irena Kinaszewska war Witwe und alleinerziehende Mutter eines Sohnes. Um etwas mehr Geld zu verdienen, tippte sie wissenschaftliche Beiträge und Predigten des Kirchenmannes ab. Aktennotizen belegen, dass Stasi-Major Józef Gibski, der die umfangreiche Bespitzelung der Krakauer Kirchenkreise beaufsichtigte, zwar keine Zweifel hatte, dass es keine Liebschaft gab, aber dennoch, auf Anordnung von oben, unter dem Decknamen „Triangolo“ an der Legende zu schmieden begann.

Die besten Kräfte der Abteilung IV aus dem ganzen Land wurden dazu abkommandiert, darunter Hauptmann Grzegorz Piotrowski, der ein Jahr später, 1984, das Mörder-Kommando anführen sollte, das Pfarrer Jerzy Popiełuszko umgebrachte.

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Stasi-Hauptmann Grzegorz Piotrowski (in der Mitte, auf der Anklagebank) leitete Anfang 1983 ein Kommando, das die Liebschaft Kardinal Karol Wojtyłas und Irena Kinaszewskas glaubhaft machen sollte. Im Oktober 1984 stand er an der Spitze eines Stasi-Mörderkommandos, das Pfarrer Jerzy Popiełuszko umgebracht hat. Der Mord flog auf und er wurde zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Beamten, die ihre Identität nicht preisgaben, lockten Kinaszewska unter einem Vorwand zu einem Treffen, bei dem ihr mit Alkohol vermischte Drogen kredenzt wurden, um sie redselig zu machen. Der Verlauf des Treffens wurde heimlich gefilmt, doch Kinaszewska, langsam wohl ahnend mit wem sie es zu tun hatte, sagte immer wieder, ihre Gesprächspartner sollen den Papst in Ruhe lassen, denn er sei „ein heiliger Mensch“.

Doch die Stasi gab nicht auf. Sie fertigte kurzerhand selbst Kinaszewskas „intimes Tagebuch” an, der Authentizität wegen, sogar unter Verwendung ihrer eigenen Schreibmaschine. Hierfür brach ein für solche Zwecke eigens ausgebildetes Kommando, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen, während ihres Urlaubs in ihre Wohnung ein und nahm die Schreibmaschine für einige Tage mit.
Das gefälschte Tagebuch sollte in der Krakauer Wohnung von Pfarrer Andrzej Bardecki, eines guten Bekannten Kinaszewskas und Freundes von Wojtyla, deponiert werden.

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Wojtyła-Freund, Pfarrer Andrzej Bardecki. In seiner Wohnung hatte die Stasi die „Liebeserinnerungen“ Irena Kinaszewskas deponiert, um den „Überraschungsfund“ bei einer Durchsuchung zu Tage fördern und den Skandal auszulösen.

Zwei Beamtinnen warteten bis Bardecki die Wohnung verlieβ, klopften an und erklärten der greisen Haushälterin sie würden eine Kleiderspende bringen. Während die eine Beamtin die Frau ablenkte, schob die andere das „Tagebuch“ hinter den Heizkörper in Bardeckis Arbeitszimmer. Eine Hausdurchsuchung sollte wenige Tage später den „Überraschungsfund“ zu Tage fördern und den Skandal auslösen.

Das fünfköpfige Stasi-Team beschloss den bevorstehenden Erfolg danach ausgiebig in einem Krakauer Lokal zu feiern. Obwohl stark betrunken, wollte Hauptmann Piotrowski mit einer der Beamtinnen im Auto ins Hotel fahren. Unterwegs verursachte er einen Unfall. Die Verkehrs-Miliz kam, doch Piotrowski zog seinen Stasi-Dienstausweis, wohlwissend, dass, wie es üblich war, der ganze Vorfall vertuscht würde.

Zu seinem Unglück jedoch berichtete der alkoholisierte Piotrowski, in einem Anflug von Übermut, den beiden Miliz-Beamten, weswegen das Stasi-Kommando nach Kraków gekommen sei. Einer der Verkehrspolizisten gab noch in derselben Nacht die Nachricht diskret an einen Mitarbeiter der Krakauer Kurie weiter. Als die Stasi zwei Tage später in der Wohnung von Pfarrer Bardecki anklopfte war das „intime Tagebuch“ längst entfernt worden.

Priester dürfen Freunde haben

Dennoch geistert bis heute das „intime Tagebuch“ Kinaszewskas durchs Internet. Der rabiat antiklerikale Politiker Janusz Palikot und ehem. stellv. Vorsitzende von Donald Tusks Bürgerplattform, hat es noch 2014 zum Gegenstand einer Medienkampagne gemacht. Kein Wunder, dass die Warschauer Nationalbibliothek auf Ed Stourtons nicht ganz unzweifelhaftes Vorhaben wie ein gebranntes Kind reagierte.

Seine Dokumentation enthüllt ohnehin kein welterschütterndes Geheimnis, das nun den polnischen Papst in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen würde. Nicht neu ist, dass sich der Papst und die Philosophin nahe standen. Dass sich ihre Freundschaft auβderhalb der gebotenen Grenzen von Sitte und Anstand bewegt haben soll, kann der Bericht nicht beweisen. Zudem verband den Papst auch eine aufrichtige Freundschaft mit Tymienieckas Ehemann, dem Ökonomen Hendrik S. Houthakker.

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Priester brauchen tiefe Freundschaften, sonst vereinsamen sie, sagen Therapeuten, die Priester in Krisenphasen ihres Lebens begleiten. Dabei können sie sich durchaus auch auf den heiligen Johannes Paul II. berufen.

Das alles lässt die These der Filmemacher wackeln, die besagt, hier sollte etwas verborgen werden, um die Heiligsprechung des verstorbenen Papstes nicht zu gefährden. Katholischen Priestern ist es beileibe nicht verboten, tiefe Freundschaften zu Frauen wie zu Männern zu unterhalten, was in der Folge auch immer ihre Umgebung in die Beziehung hineingeheimnissen mag. Wenn auch unabsichtlich, durch den Film entsteht vielmehr ein genaueres und differenzierteres Bild des polnischen Papstes, der intensive Verbundenheit und Vertrautheit suchte und zu pflegen wusste.

Priester brauchen solche tiefen, manchmal sogar zart-poetischen Freundschaften, sonst vereinsamen sie, sagen Therapeuten, die Priester in Krisenphasen ihres Lebens begleiten. Dabei können sie sich durchaus auch auf den heiligen Johannes Paul II. berufen.

Die BBC-Dokumentation ist hier zu sehen.

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